Gelber Kämpfer trotzt der Kälte: Zitronenfalter sind wieder in der Region zu sehen – Pforzheim

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Gelber Kämpfer trotzt der Kälte: Zitronenfalter sind wieder in der Region zu sehen – Pforzheim

Pforzheim. An den ersten wärmeren Frühlingstagen überrascht der zitronengelbe Schmetterling, wenn er wie ein heller Sonnenstrahl über die Blumen flirtet, die es gewagt haben, ihre Köpfe aus dem Boden zu strecken: der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni). Auch an Waldrändern ist er im Frühling oft anzutreffen, wo ihn der süße Duft der Weidenkätzchen anlockt. Der Zitronenfalter gehört zur Familie der Weißen Schmetterlinge, das kräftige Gelb ziert nur die Männchen, die blassgrünen Weibchen erinnern eher an den Kohlweißling.

Sein frühes Auftreten ist erstaunlich. Das zarte Tier kann im Freien als Nachtfalter überwintern. Auch komplett eingeschneit trotzt das Insekt der Kälte und „Väterchen Frost“ ist selbst bei minus 20 Grad im Nachteil. Das Geheimnis ist seine Fähigkeit, den Gefrierpunkt von Körperflüssigkeiten mit Hilfe von Zuckeralkoholen wie Glycerin und Sorbit sowie Proteinen zu senken. Zuvor schied der Schmetterling, der über ein „eingebautes Frostschutzmittel“ verfügt, im kühlen Spätherbst das überschüssige Wasser aus seinem Körper aus.

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Stark zu Hause: Die Geheimnisse der frühen Falter

Der Zitronenfalter ist damit neben dem C-Schmetterling der einzige mitteleuropäische Falter, der den Winter im Freien völlig ungeschützt übersteht. In der Märzsonne „taut“ sie wieder auf und ist somit einer der ersten Blütenbesucher und ein willkommener Frühlingsbote. Schmetterlinge gehören zu den schönsten und anmutigsten Insekten – aber sie sind vom Aussterben bedroht. Leider reicht es nicht aus, einen Schmetterlingsstrauch im Garten zu pflanzen. Obwohl es interessant ist, die Schmetterlinge dort zu beobachten, finden die Schmetterlinge in der warmen Jahreszeit auch anderswo Nektar. Limitierender Faktor für das Vorkommen einer Art ist immer die Nahrung der Raupe. Oft stehen nur wenige Pflanzenarten auf dem Speiseplan der wählerischen Raupen. Der Zitronenfalter legt seine Eier auf die Blätter von strauchigen Kreuzdorngewächsen wie dem Kreuzdorn (Rhamnus frangula). Mit seinen grün-weißen, nektarreichen Blüten ist der Faulbaum ein wichtiges Kraut für Insekten, und die schwarzen Steinfrüchte locken im Herbst zahlreiche Vögel an. pm

Weitere Informationen zu heimischen Wildgehölzen und ihrem Beitrag zum Artenschutz finden Sie unter www.pforzheim.de/fileadmin/user_upload/umwelt/naturschutz/wildstraeucher.pdf