Gesundheit – Stuttgart – Stiftung: Unverantwortlich hin und her mit Teilimpfung – Gesundheit

Startseite » Gesundheit – Stuttgart – Stiftung: Unverantwortlich hin und her mit Teilimpfung – Gesundheit

Stuttgart (dpa/lsw) – Aus Sicht der Evangelischen Heimstiftung spielt das Hin und Her bei der Einführung einer Impfpflicht im Gesundheitswesen Impfgegnern in die Hände. „Impfskeptiker sehen sich bestätigt, die Impfbereitschaft wird wieder abnehmen und das Ansteckungsrisiko bleibt bestehen“, sagte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schneider am Mittwoch in Stuttgart. Es ist unverantwortlich, eine von allen Bundesländern beschlossene teilweise Impfpflicht zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen vor einer Corona-Infektion auszusetzen.

Das baden-württembergische Sozialministerium solle ungeachtet der „Zwischenrufe aus Bayern“ Kurs halten, sagte Schneider und bezog sich dabei auf Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der die vorübergehende Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht angekündigt hatte. CDU-Landeschef Thomas Strobl und CDU-Fraktionschef Manuel Hagel hatten sich angeschlossen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Mitarbeiter von Pflegeheimen und Kliniken, die bis zum 15. März keine Impf- oder Genesungsnachweise vorlegen, entlassen werden. Kritiker befürchten daher weitere Personalengpässe.

Auch die Heimatstiftung, die bundesweit in 165 Einrichtungen rund 13.000 Menschen betreut, bereitet sich auf Personalengpässe vor. „Wir aktualisieren die Pandemiepläne und erstellen Notfallpläne, um kurzfristige Personalengpässe aufzufangen“, erklärte Schneider. Dazu würden regionale Springerpools mit hauptamtlichen, ehrenamtlichen und freien Mitarbeitern organisiert. Dennoch wären Urlaubssperren, Sonderschichten und Überstunden wieder unvermeidlich. Vorübergehend müssten Aufnahmen von Pflegebedürftigen abgelehnt werden, wenn zu viele Mitarbeiter fehlen würden.

Die Impfquote der knapp 10.000 Mitarbeiter in seinen Einrichtungen bezifferte der Sozialpädagoge auf 95 Prozent – ​​Tendenz steigend. „Wir gehen davon aus, dass es bis zum 15. März noch einen harten Kern von zwei bis drei Prozent geben wird, der sich nicht mehr für eine Impfung entscheiden wird.“ Schneider forderte eine vorausschauende Corona-Politik: „Wir befinden uns jetzt in der fünften Corona-Welle, weil die Impfpflicht im vergangenen Jahr verschlafen wurde.“ Daraus müssen Sie gelernt haben. „Wer jetzt keine Impfpflicht einführt, wird die nächste Katastrophe mit Zustimmung hinnehmen.“

© dpa-infocom, dpa:220209-99-46523/3