Katastrophe: 92 Tote nach Tropensturm auf Madagaskar

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Im Stadtteil Ikongo bestanden viele Gebäude aus Lehm, der durch die starken Regenfälle aufgeweicht wurde und auf die schlafenden Bewohner fiel. Allein dort wurden 60 Tote gezählt.

Frankreich schickte mehrere Dutzend Rettungskräfte nach Madagaskar. Sie sollen unter anderem dabei helfen, eine Filteranlage für Trinkwasser aufzubauen. Darüber hinaus finanziert Frankreich die Lieferung von 75 Tonnen Hilfsgütern, die rund 3.000 Familien zugute kommen. Unter anderem sollen auch Notunterkünfte eingerichtet werden. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist bereits mit einem Vorauskommando im Einsatz.

Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) könnten bis zu 600.000 Menschen von dem Zyklon betroffen und 150.000 von ihnen vertrieben worden sein. Solche extremen Wetterereignisse haben im südlichen Afrika an Häufigkeit und Intensität zugenommen und den dortigen Hunger verschärft, so das WFP.

Die Dürre kam vor dem Sturm

Schon vor Batsirai hat die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger 1,6 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit infolge der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren betroffen sehen – das ist gut ein Drittel der Bevölkerung Madagaskars. Da der Zyklon Ackerland an der Ostküste zerstört hat, könnte sich die Situation nun verschärfen.

Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo mindestens ein Mensch starb. Das südliche Afrika befindet sich derzeit in der Zyklonsaison, die bis März oder April Regen und schwere Stürme bringen kann. Erst vor zwei Wochen richtete Tropensturm Ana in den Bundesstaaten Madagaskar, Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia schwere Schäden an.

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