Schulen sollen mehr digitales Wissen vermitteln, fordert eine Studie – Politik

Startseite » Schulen sollen mehr digitales Wissen vermitteln, fordert eine Studie – Politik
Schulen sollen mehr digitales Wissen vermitteln, fordert eine Studie – Politik

Wie gut Kinder und Jugendliche mit Computern umgehen können und wie sicher sie im Internet unterwegs sind, war im Schulunterricht lange Zeit zweitrangig. Corona hat das grundlegend geändert. Wenn ganze Schulen geschlossen sind, aber auch einzelne Klassen oder Schüler zu Hause lernen müssen, bestimmt das, was Forscher „Digital Literacy“ nennen, auch den Zugang zu Bildung. Doch diese Kompetenz ist laut einer neuen Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) bei Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich – und stärker als man denkt von ihren Eltern abhängig.

Die Forscher des RWI werteten Daten des sogenannten Nationalen Bildungspanels (NEPS) aus, einer Langzeitstudie zu Bildungsfragen. Demnach weisen Kinder arbeitsloser Eltern bereits in der 6. Klasse deutlich geringere digitale Kompetenzen auf als Kinder, von denen mindestens ein Elternteil berufstätig ist. Diese Unterschiede werden mit zunehmendem Alter größer.

Die „Digital Divide“ entsteht früh

Auch der Vergleich von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund offenbart eine solche „digitale Kluft“. „Eine gleichberechtigte Teilhabe am Fernstudium“ sei für diese Gruppen kaum möglich, warnt RWI-Forscherin Friederike Hertweck – unabhängig davon, ob Laptops oder Computer zur Verfügung stehen. „Die Politik“, fordert Hertweck, „sollte die Entwicklung digitaler Kompetenzen spätestens ab der fünften Klasse intensivieren.“

Aus Sicht der Forscher sprechen aber nicht nur die sozialen Unterschiede dafür, dass sich Schulen stärker als bisher auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen konzentrieren sollten. Ihre Ergebnisse zeigen auch, dass Mädchen und Jungen in der 6. bis 9. Klasse keine Unterschiede in diesem Bereich aufweisen. Doch danach – wie die Zahlen bereits in der 12. Klasse zeigen – gehen die Geschlechter auseinander. Im Erwachsenenalter verfügen Frauen durchweg über geringere digitale Kompetenzen als Männer. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des geringen Frauenanteils in technischen Berufen fordern die Forscherinnen mehr Unterstützung für Mädchen in der Schule.