Starkregen, Sturm und Hagel: Spuren des Unwetters im Enzkreis noch am Tag danach sichtbar – Region

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Pforzheim/Enzkreis/Calwkreis. Die Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei verzeichneten von Sonntagabend bis Montagmorgen rund 40 wetterbedingte Einsätze im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim. Laut Polizeisprecher Uwe Henne hatte vor allem die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Besonders betroffen war der Enzkreis.

Hauptsächlich wurden Bauzäune gesprengt, Bäume umgestürzt und Straßen überschwemmt. Letzteres zum Beispiel in der Senke auf der B294 beim Karlshäuser Hof bei Ölbronn-Dürrn: Dort war die Fahrbahn bis zu 100 Meter überflutet, die Strecke musste zeitweise gesperrt werden. Ähnlich war es in Ötisheim: Hier musste die Landstraße wegen der überfluteten Straße am Kreisverkehr bei den Sportanlagen in beide Richtungen gesperrt werden. Der dort verlaufende Erlenbach war aufgrund des Regens über die Ufer getreten, sodass laut Polizei einige Häuser in der Bachstraße und im Brühl von Überschwemmungen bedroht waren.

Die B10 zwischen Enzberg und Mühlacker musste kurzzeitig komplett gesperrt und von der Feuerwehr gereinigt werden.

Auch die Straße am Johannesthaler Hof bei Königsbach-Stein wurde überflutet. Auch die B10 zwischen Mühlacker und Enzberg musste wegen Trümmern auf der Fahrbahn kurzzeitig gesperrt werden. Die Feuerwehr beseitigte den Schmutz und die Strecke war danach wieder befahrbar. Auch die Fahrbahn bei der Grenzsägmühle in Keltern war überflutet und mehrere Werkstätten in Enzberg waren voll. Betroffen war auch der Keller eines Anwohners in Bauschlott an der Weiherstraße. An vielen Stellen füllten sich die Abflüsse und das Wasser drang in Wasser aus den Schluchten ein, zum Beispiel in Steine.

Fahrer wird aus dem Wasser gezogen

Ein Fahrer musste wegen überfluteter Straßen in der Nähe von Ölbronn anhalten, die Rettungskräfte zogen sein Fahrzeug anschließend aus dem Wasser. Ansonsten gab es laut Henne keine Unfälle und keine Verletzten. Auch die A8 bei Pforzheim war von Aquaplaning betroffen – bei Wimsheim bestand sogar akute Glatteisgefahr durch Schneeregen. Allerdings waren die Verkehrsteilnehmer offenbar alle vorsichtig und angepasst unterwegs.

Überschwemmung nach starkem Regen

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Im Video: Überschwemmung nach Starkregen im Enzkreis

Beim Reit- und Fahrverein in Königsbach ging es auch „unter Land“. Nach Angaben des Verbands stand die Reitanlage samt Reitplatz, Reithalle und Stallungen unter Wasser. In der Nacht halfen viele Mitglieder, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Lob gab es auch von den Verantwortlichen des Vereins um Obmann Martin Leopold für die örtliche Feuerwehr.

Herausforderungen für Energieversorger

Für Energieversorger wie die Stadtwerke Pforzheim (SWP) sind Starkregen und Sturm immer wieder eine große Herausforderung, wie Sprecher Maximilian Lutz betont. Glücklicherweise kam es bei SWP zu keinen Störungen im Gas-, Wasser- oder Stromnetz. Die Experten in der SWP-Leitstelle hatten die Lage stets im Blick, im Notfall wären Bereitschaftsdienstmitarbeiter zum Ausrücken bereit gewesen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor amtlich vor Sturm- und Orkanböen gewarnt. Zudem warnten die Meteorologen vor Dauerregen. In der Nacht regneten bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter auf die Region.

70 Einsätze im Karlsruher Präsidium

Auch andere Landesteile, etwa der benachbarte Landkreis Karlsruhe, waren betroffen. Das dortige Polizeipräsidium verzeichnete rund 70 Einsätze. Aufgrund des starken Regens mussten in Pfinztal mehrere Straßen gesperrt werden. In Bretten kam es im Bereich der Pferdeklinik und des Gewerbegebietes zu Überschwemmungen. Die Zufahrt zur Klinik und zum Tierpark war durch das aus Richtung Bauschlott einströmende Hochwasser nicht mehr passierbar.

Enzkreis: Straßen überflutet und Garage voll - Feuerwehr im Großeinsatz

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Starkregen: Überflutete Straßen im Enzkreis halten die Feuerwehr in Atem

Etwas entspannter ging es im Nordschwarzwald zu. In Bad Wildbad und Schömberg war es der Sturm, der für umgestürzte Bäume sorgte. Der Generalkommandant von Bad Wildbad, Tido Lüdtke, meldete einen großen Baum, der die Kreisstraße 4366 zwischen Aichelberg und Simmersfeld blockierte. Ein ähnliches Bild in Oberlengenhardt: Dort mussten die Feuerwehrleute auf der Straße nach Bad Liebenzell einen Baum entfernen, wie Schömbergs Gesamtkommandant Rainer Zillinger berichtet.

Der Tag danach

Im östlichen Enzkreis sind die Spuren des Sturms am nächsten Tag noch deutlich zu sehen. Die Feuerwehr rund um Mühlacker ist teilweise noch im Einsatz. Der Erlenbach zeigt sich immer noch mit einem höheren Niveau und in einer schlammigen braunen Farbe. Die Wiesen an der Sportanlage Ötisheim und auch Felder an der L 1132 sind weiterhin überschwemmt. Feuerwehrkommandant Jochen Hörnle zog am Montagnachmittag Bilanz und sprach von mindestens 14 vollen Kellern zwischen 23.45 Uhr und bis in den Morgen hinein. Auch der Technikraum der Gemeinde Ötisheim war betroffen. „Insgesamt waren wir mit sechs Fahrzeugen und 36 Mann im Einsatz. Auch das Bauhofteam hat uns unterstützt“, sagt Hörnle.

Seid ihr auch vom Sturm betroffen? Bitte senden Sie Ihre Eindrücke und Fotos an [email protected]*

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