Was Wissenschaftler jetzt zur Pandemie sagen: Der Kampf um Hilfe – Wissen

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In einem Café im Ostseebad Rügen kündigt ein Schild die 2G-Plus-Verordnung an. Stefan Sauer/dpa/dpa/dpa/dpa/dpa/d

Bei extrem hohen Infektionszahlen kämpfen Bund und Länder darum, Corona am Laufen zu halten und die Schwere möglicherweise abzumildern. Wird der Verkaufswert von 2G sinken? Mit den Augen eines Wissenschaftlers.

Berlin (dpa) – In Deutschland ist die Debatte um Lockerungen der Corona-Maßnahmen in vollem Gange; Vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch hören Sie die beste Vorgehensweise aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.

Die einen warnen davor, zu früh zu viele Schritte zu gehen, andere planen bereits eine Rückkehr zur Normalität. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) versprach kürzlich, die Situation „noch vor Ostern“ zu verbessern.

Regelungen für 2G und 2G plus werden diskutiert. Im Einzelhandel beispielsweise können die Länderanforderungen variieren: Einige Länder haben 2G bereits auslaufen lassen, während andere dies planen. „Generell wäre eine aktuelle Lockerung der 2G-Regeln riskant, weil wir noch nicht abschätzen können, wie sich dies auf die Ausbreitung von Omikrons auswirkt und wie sich dies auf die zeitverzögerte Aufnahme von ungeimpften Infizierten und Erkrankten in Krankenhäuser auswirken würde“, sagt Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon-Universität für Humanwissenschaften in Berlin, so die Deutsche Presse-Agentur.

Streck: „Vorsichtig zurück zur Normalität“

Hendrik Streeck, Virologe aus Bonn, stellte kürzlich die G-Verordnung in Frage und sagte: „Wir müssen behutsam zur Normalität zurückkehren.“ „Es sollte nicht mehr zwischen Geimpften und Ungeimpften unterschieden werden“, sagte er dem „Münchner Merkur“. Ihm zufolge übertragen diejenigen, die zweimal geimpft wurden, das Virus genauso wie diejenigen, die dies nicht getan haben. Das wird sich mit dem Booster etwas ändern, aber nur für kurze Zeit. „Daher muss man sich entscheiden, ob man sich generell an die G-Regeln halten will.“

Auf Nachfrage erklärte der Immunologe Carsten Watzl, dass es bei den 2G-Regelungen weniger um eine generell schnellere Ansteckung ungeimpfter Menschen gehe, als vielmehr um deren erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken. „Bei omicron ist dies nach wie vor der Fall“, so der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, „obwohl das Risiko eines schweren Verlaufs einer omicron-Infektion auch bei Ungeimpften im Vergleich zu einer Delta-Infektion reduziert ist.“ Watzl bestätigte, dass Impfungen, insbesondere Auffrischungsimpfungen, sehr effektiv seien, um einen solch schweren Verlauf zu verhindern.

Auf die Frage, ob sich das Infektionsrisiko mit der besonders leicht übertragbaren omicron-Variante zwischen Ungeimpften, Grund- und Auffrischimpfungen unterscheidet, weist Wаtzl darauf hin, dass dies an anderen Faktoren wie der Zeit seit der letzten Impfung oder der geimpften Person liege.

Hajo Zeeb vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie erwähnte einen aktuellen Bericht der United Kingdom Health Authority (UKHSA). Infolgedessen sind Impfungen und Auffrischungsimpfungen zwar weniger wirksam gegen Omicron als Delta, aber es ist immer noch vorhanden, und diejenigen, die nicht geimpft wurden, haben laut Zeeb keinen Schutz. Omikron bietet zudem einen deutlich höheren Schutz vor einem schweren Verlauf bis hin zum Krankenhausaufenthalt.

Ulrichs: „Weiter Masken tragen“

Laut Ulrichs, Watzl und Zeeb sind FFP2-Masken nach wie vor entscheidend im Kampf gegen Omicron. „Es ist entscheidend, dass jeder FFP-2-Masken trägt, um die Ausbreitung von Omikrons zu verlangsamen“, sagt Ulrichs. „Zumindest bis die Omicron-Welle vorbei ist, sollten wir weiterhin Masken tragen.“

Die Maske soll laut Zeeb die dauerhafteste Schutzmaßnahme sein, auch wenn in naher Zukunft immer mehr Einschränkungen verhängt werden – „notfalls einfach als Bedingung und nicht als Pflicht“, sagt der Experte.

Eine Kontaktreduzierung und die Durchsetzung von Abstandsregeln hält er aber weiterhin für notwendig. Auch wenn die 2G-Vorschriften schrittweise und flächendeckend auslaufen, hält er es dennoch für ratsam, „eine Begrenzung der Anzahl der Personen in Innenräumen in Betracht zu ziehen“ – sowohl in Geschäften als auch in Restaurants.

Für den Sommer sagte Streeck dem „Münchner Merkur“, er halte es für eine gute Idee, Corona-Maßnahmen wie die Maskenpflicht aufzuheben. „Ich empfehle sowohl einen Sommer- als auch einen Wintermodus“, sagt der Autor. Aktionen können im Sommer übersprungen werden, müssen aber im Herbst und Winter durchgeführt werden.

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