Wenn die Liebe tötet: Der Autor aus Königsbach schreibt einen Psychothriller, der in der Region spielt – Region

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Königsbacher Stein. Auf dem Boden hat sich eine große Blutlache ausgebreitet. Regungslos liegt die junge Frau auf dem Rücksitz der Luxusjacht, die Halsschlagader durchtrennt, der Kopf schlaff herabhängend. Als Benedict von Barneck im Hafen ankommt, ist die Polizei bereits im Einsatz. Schnell nimmt sie ihn ins Visier, denn die Tote ist seine Ex-Freundin und die Jacht gehört seinen Eltern. Ein Alibi kann er nicht liefern, alle Indizien deuten auf ihn hin. Er muss vor Gericht, wird verurteilt und landet im Gefängnis.

„Plötzlich bricht seine Welt zusammen“, sagt Uschi Gassler. Die Geschichte hat sich der in Königsbach lebende Autor ausgedacht. „Ausmanövriert“ heißt ihr neuster Roman, der sich mit Schuldgefühlen, Unterdrückung und der Suche nach der Wahrheit auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Benedict von Barneck, ein junger Mann Anfang 20 aus wohlhabendem Hause. Finanzielle oder materielle Sorgen hat er keine, aber er fühlt sich einsam: Als Kind und Jugendlicher ist er oft allein zu Hause, während seine vielbeschäftigten Eltern geschäftlich unterwegs sind: Sein Vater arbeitet im internationalen Immobilienhandel, seine Mutter als kaufmännische Angestellte Fotojournalist für große Verlage. Benedikt machte sich früh selbstständig. Nach dem Abitur studierte er Sportwissenschaften mit Lehrauftrag am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Der attraktive junge Mann wird verehrt und hat zahlreiche Freundinnen, die ihn jedoch nicht glücklich machen: Im zweiten Semester seines Masterstudiums startet er mit 22 Jahren ein psychologisches Experiment: Er macht mit einem Kommilitonen rum, der entspricht nicht dem üblichen Schönheitsideal. Um sie besser kennenzulernen, lädt er sie zu einem Liebeswochenende auf die Jacht seiner Eltern ein. Die Jacht, auf der drei Wochen später seine tote Ex-Freundin liegt.

„Er ist mitschuldig an den tragischen Ereignissen“, sagt Gassler, der den gesamten Roman in Ich-Form geschrieben hat und damit tiefe Einblicke in Benedikts Gedanken- und Gefühlswelt gewährt.

„Ich denke mich immer gerne in die Figuren hinein“, sagt Gassler. Von der ersten Idee bis zum fertigen Text hat sie zwei Jahre gebraucht. Ursprünglich wollte sie nur einen kurzen Krimi schreiben. „Aber als ich die Charaktere erschuf, wusste ich, dass da noch viel mehr Potenzial steckt.“

Gassler lässt ihre Aktion in der Region stattfinden. Die Justizvollzugsanstalten in Bruchsal und Heimsheim tauchen ebenso auf wie der Heidesee in Neureut und das KIT. Gassler sprach mit einem Verantwortlichen des Motorboothafens Maxau, ließ sich nautische Fachbegriffe erklären und die Anlegestellen zeigen. Auch am Durlacher Turmberg recherchierte sie – an dem Tag, an dem die Polizei ihn zur Durchsetzung der Corona-Regeln räumte. Ein Ereignis, das Gassler ebenso in ihre Geschichte eingebaut hat wie die Corona-Pandemie. Durch ein Wiederaufnahmeverfahren gelingt es dem Protagonisten, seine Freiheit wiederzuerlangen. Dies hält aber nur kurz an. Warum, will Gassler noch nicht verraten. Nur so viel: „Das hat wieder was mit einer Frau zu tun.“