5.500 Menschen demonstrieren in Pforzheim gegen Corona-Regeln

Startseite » 5.500 Menschen demonstrieren in Pforzheim gegen Corona-Regeln
5.500 Menschen demonstrieren in Pforzheim gegen Corona-Regeln

Teilnehmerzahl steigt weiter

Bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Pforzheim gilt seit dieser Woche Maskenpflicht. Aber halten sich die Teilnehmer daran? Und wo sonst wurde am Montagabend in der Region demonstriert?

Neuer Slogan: Erstmals trugen die Demonstranten in dieser Woche ein gelbes Banner mit der Aufschrift „Alle zusammen! Gegen Spaltung und Hetze der Leitmedien“ in der Pforzheimer Innenstadt.

Foto: Felix Puppe

Bei der Demonstration gegen die derzeit geltenden Corona-Regeln in der Pforzheimer Innenstadt wurde die Maskenpflicht von den Teilnehmern am Montagabend aus Sicht der Polizei weitgehend eingehalten.

Insgesamt hätten die Beamten 5500 Demonstranten gezählt, sagte Sprecher Michael Wenz am Abend. Nach Angaben des Pressesprechers der Stadt, Philip Mukherjee, waren 1.500 Teilnehmer angemeldet.

Neuerdings treffen sich die Gegner der Corona-Maßnahmen nicht mehr auf dem Waisenhausplatz vor dem Stadttheater, sondern auf dem Marktplatz neben dem Rathaus. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Demonstranten aus Platzgründen den Ortswechsel angekündigt.

Maskenpflicht statt Abstand in Pforzheim

Wegen steigender Teilnehmerzahlen und der sich ausbreitenden Omikron-Variante gelte seit dieser Woche erstmals auch eine generelle Maskenpflicht für Teilnehmer, teilte die Stadt am vergangenen Freitag mit.

Der Erste Bürgermeister Dirk Büscher sagte: „Bitte halten Sie sich auch zu Ihrem eigenen Schutz an die Maskenpflicht bei den Demonstrationen. Die Gefahr, die von der neuen Corona-Variante ausgeht, ist nicht zu unterschätzen.“ Im Gegenzug mussten die Demonstranten keine Abstände mehr einhalten.

Zu Beginn der Versammlung zögerten viele Demonstranten, die Masken aufzusetzen. Nach der Rückkehr auf den Pforzheimer Marktplatz war kaum noch jemand mit Maske auf dem Platz.

Foto: Felix Puppe

Beobachtungen zufolge erschienen jedoch viele Teilnehmer zunächst ohne Masken vor dem Rathaus und zogen diese erst nach mehrmaligen Aufrufen der Veranstalter zum Tragen des „Maulkorbs“ an. Anschließend gingen die Demonstranten vom Marktplatz durch die Östliche Karl-Friedrich-Straße und die Deimlingstraße zur Zerrenerstraße.

Von dort lief der Zug der Demonstranten wie in den Wochen zuvor über die Goethestraße, den Leopoldplatz hinauf zum Bahnhof und den Schloßberg hinunter zurück zum Marktplatz.

Nach dem Zug trug, wie auf den Bildern zu sehen, nur die Hälfte der Demonstranten ihren Mund-Nasen-Schutz. Als die Organisatoren das Treffen beendeten, hatte kaum jemand die Maske im Gesicht.

Nach dem Ende der Demonstration versammelten sich Beamte vor den Türen eines Modegeschäfts neben dem Marktplatz. Während des Umzugs waren die Polizisten auch mit einer Kamera unterwegs.

Foto: Felix Doll

Laut Polizeisprecher Wenz wurden mehrere Verstöße gegen die Maßnahmen geahndet. Eine zweistellige Zahl von Demonstranten rechnet deshalb mit Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgeldern, wie er sagt.

Auf Nachfrage bestätigte er zudem, dass die Beamten das Treffen als Beweismittel auch mit einer Videokamera aufzeichneten. Personen, die darauf identifizierbar sind, müssten ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen.

Auch in Remchingen gab es am Montagabend eine angemeldete Protestaktion. 230 Demonstranten versammelten sich hier. Fast 160 Menschen demonstrierten am Abend auch in Mühlacker. Dieses Treffen war zuvor nicht registriert worden.

Vor der Corona-Demo fehlen wieder Ordner

Die Stadt Pforzheim teilte in ihrer Bekanntmachung zur geltenden Maskenpflicht vergangene Woche mit, dass „die Zahl der Ordner aller Voraussicht nach nicht weiter erhöht werden kann“.

Wenige Minuten vor dem Start der Parade durch die Stadt suchten die Organisatoren der Veranstaltung erneut über Lautsprecherdurchsagen nach freiwilligen Helfern. Diese habe lediglich die Aufgabe, die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen, hieß es.

„Ordner können auch vor Ort gesucht und eingewiesen werden, aber hier ist rechtlich nichts falsch“, sagt Rathaussprecher Philip Mukherjee. „Natürlich ist es sinnvoll, wenn die Meeting-Leitung dies im Vorfeld organisiert.“ Das Ordnungsamt benötigt für je zwölf Teilnehmer eine Mappe.

Bei gezählten 5.500 Teilnehmern wären laut Kalkulation fast 460 Ordner nötig gewesen. Für die Versammlung waren allerdings nur 1.500 Demonstranten angemeldet, für die 125 Ordner ausgereicht hätten.

Mukherjee sagte über die Demonstration letzte Woche: „Die Zahl der Teilnehmer stieg während der eigentlichen Prozession. Es wurde daher mit 125 Ordnern geplant.“