Aareal-Investor Petrus will neue Aufsichtsratsmitglieder abwählen lassen

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AarealBank

Die von Petrus vorgeschlagenen Ersatzkandidaten für den Aufsichtsrat erreichten auf einer Hauptversammlung nicht die erforderliche Mehrheit.

(Foto: imago images/aal.photo)

Wiesbaden Die geplante Übernahme der Aareal Bank durch Finanzinvestoren gerät immer mehr ins Stocken. Auch dem aktivistischen Investor und Großaktionär Teleios Capital reicht das Angebot von 29 Euro pro Aktie nicht, wie Mitgründer Adam Epstein in einer Stellungnahme erklärte.

„Es wäre besser für die Aktionäre der Aareal Bank, dieses Übernahmeangebot zu ignorieren und eine faire Gegenleistung zu fordern, die unserer Meinung nach 40 Euro je Aktie übersteigen könnte“, sagte Epstein. Sein Unternehmen hält nach eigenen Angaben rund sechs Prozent an der Aareal Bank.

Eine Investorengruppe unter Führung von Advent International und Centerbridge Partners hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 1,74 Milliarden Euro für die Aareal Bank abgegeben. Die Übernahme erfolgt nur, wenn die Finanzinvestoren bis Mittwoch mindestens 70 Prozent der Anteile erhalten. Bis Freitagabend wurde das Angebot nur für 4,21 Prozent der Aareal-Aktien angenommen. Die meisten Großinvestoren bieten ihre Aktien jedoch erst kurz vor Ablauf der Frist an.

Obwohl die Private-Equity-Häuser ihr Angebot noch nicht zum besten und endgültigen Angebot erklärt haben, läuft ihnen die Zeit davon, eine Anpassung vorzunehmen, indem sie entweder die Mindestannahmeschwelle senken oder den Preis erhöhen. Dies würde die Frist für Investoren verlängern, um einem Deal zuzustimmen.

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Epstein sagte, er sei sich des Interesses anderer potenzieller Bieter an der Aareal Bank bewusst. „Aber Aareal, Advent und Centerbridge scheinen entschlossen zu sein, einen fairen Wettbewerb um jeden Preis zu vermeiden.“

Petrus will neue Aufsichtsratsmitglieder wieder abwählen lassen

Bereits in der Vorwoche hatte sich Petrus Advisers, ein weiterer aktivistischer Investor und Großaktionär des Wiesbadener Immobilienfinanzierers, gegen das Gebot von 29 Euro je Aktie positioniert. Man interessiere sich „in keinster Weise für das Angebot von Advent und Centerbridge“, erklärte Petrus-Manager Till Hufnagel dem Handelsblatt. Petrus Advisers hält eine direkte und derivative Beteiligung von über 15 Prozent.

Derweil geht der Streit zwischen der Bank und Petrus Advisers um die Zusammensetzung des Aufsichtsrats in die nächste Runde. Petrus Advisers will die drei in der vergangenen Woche auf Vorschlag der Bank zur Besetzung des Aufsichtsrats gerichtlich bestellten Personen „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ erreichen lassen, wie der Investor am Montag erklärte. Er findet es „befremdlich“, dass das Gericht drei Kandidaten in den Aufsichtsrat „gegen die Mehrheit der Aktionäre“ berufen habe, die durch übereilte Auswahl und auf Kosten von Diversität und Unabhängigkeit nominiert worden seien.

Die Aareal Bank hat sich in der vergangenen Woche mit ihren Kandidaten um drei vakante Aufsichtsratsposten durchgesetzt und damit einen Teilsieg gegen Petrus errungen. Er ging mit eigenen Vorschlägen ins Rennen. Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats hat das Oberlandesgericht Frankfurt Friedrich Munsberg, Holger Giese und Ulrich Theileis bestellt. Die Bestellung wurde auf die nächste ordentliche Hauptversammlung befristet.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Aareal Bank am 9. Dezember hatte sich Petrus mit dem Vorschlag durchgesetzt, die drei Aufsichtsratsmitglieder Marija Korsch, Christof von Dryander und Dietrich Voigtländer abzuwählen. Peters Ersatzkandidaten erreichten jedoch nicht die erforderliche Mehrheit. Die Bank erklärte daraufhin, sie werde gerichtlich beantragen, Aufsichtsratsmitglieder ihrer Wahl zu bestellen. Der Investor wiederum schlug dem Gericht eigene Kandidaten vor.

Die gescheiterte Wahl der Petrus-Kandidaten auf der Mitgliederversammlung ist wohl auf eine Panne zurückzuführen. Morgan Stanley hat es laut informierten Kreisen versäumt, die Stimmrechte für Teleios Capital fristgerecht abzugeben. Sie wurden daher bei der Hauptversammlung nicht mitgezählt.

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