Bleaching: Wie können Zähne ohne Risiko gebleicht werden? | NDR.de – Wegweiser

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Stand: 14.01.2022 12:50 Uhr

Wenn Sie Ihre Zähne aufhellen möchten, können Sie auf verschiedene Bleichmittel zurückgreifen. Produkte aus Drogerien oder dem eigenen Haushalt bergen jedoch Risiken. Die Behandlung in der Zahnarztpraxis ist sicherer.

Weiße Zähne sind ein Schönheitsideal – deshalb liegt Bleaching, also das Bleichen der Zähne, voll im Trend. Vor allem Kaffee, Tee, Rotwein und Nikotin verfärben den Zahnschmelz. Außerdem verdunkeln sich die Zähne mit zunehmendem Alter etwas. Auch Medikamente, wie einige Antibiotika, können die Farbe der Zähne verändern. Für ein Hollywood-Lächeln reicht Zähneputzen meist nicht aus: Plaque, Verfärbungen und Zahnstein sind einfach zu hartnäckig – Bleaching kann helfen. Aber Vorsicht: Nicht jede Art des Bleachings ist gut für Zähne und Zahnfleisch. Im schlimmsten Fall kann das Bleichen zu Hause zu Verätzungen im Mund und zu Schäden am Zahn führen. Es ist besser, Fachleute zu konsultieren.

Drogerie-Zahnaufheller mit fleckigen Ergebnissen

Auf dem Markt gibt es eine Reihe von Bleaching-Produkten, die die Zähne wieder aufhellen sollen – zum Beispiel Strips zum Aufkleben auf beide Zahnreihen. In nur 15 Minuten sollen sie die Zähne sichtbar heller machen. Auf den Streifen befindet sich ein Gel, das laut Packungsanweisung Schmutz lösen soll.

Als Bleichmittel wird ätzendes Wasserstoffperoxid verwendet. Und nicht nur das spricht gegen die Strips: Laut Experten lassen sich die Strips nicht optimal an die Zahnform anpassen und erreichen die Zahnzwischenräume nicht – das Ergebnis kann daher fleckig oder streifig sein.

Bleichmittel können Reizungen verursachen

Ein weiteres Mittel aus der Drogerie besteht aus einem Gel, das mit einer Schiene auf die Zähne aufgetragen wird. Es enthält Methylparabene und Zitronensäure als Bleichmittel, also Citronensäure. Methylparabene sind Konservierungsstoffe, die umstritten sind, weil sie den Hormonhaushalt beeinflussen.

Experten warnen: Gelangt das Gel an eine undichte Füllung und dann in den Zahn, kann es zu Reizungen, Schmerzen und Beschwerden kommen. Auch Zahnfleisch und Zunge können durch solche Gele verbrannt werden.

Mit einer professionellen Zahnreinigung sind Sie auf der sicheren Seite

Wer sich weißere Zähne wünscht, ist daher mit einer professionellen Zahnreinigung in einer Zahnarztpraxis besser beraten. Die Kosten dafür liegen zwischen 50 und 150 Euro. Prophylaxe-Experten entfernen zunächst den Zahnstein in den Zahnzwischenräumen. Dann werden alle Ablagerungen entfernt, die die Zahnbürste nicht erfasst hat.

Abschließend wird jeder Zahn rundum poliert und zum Schutz mit Fluoridgel gebürstet. Die Behandlung dauert etwa eine Stunde. Am Ende sind die Zähne nicht nur sauber, sondern auch etwas heller.

Übrigens verfärbt es nicht den gesamten Zahn, sondern nur seinen Zahnschmelz. Als äußere Hülle überzieht es das gelbliche Dentin. Mit zunehmendem Alter wird der Zahnschmelz oft dünner, dann kann das Dentin durchscheinen und der Zahn erscheint gelber.

Bleaching in der Zahnarztpraxis gilt als unbedenklich

Im Gegensatz zur Do-it-yourself-Methode gilt das Bleaching in der Zahnarztpraxis als unbedenklich für Zähne und Zahnfleisch. Vorausgesetzt, ein paar entscheidende Punkte werden vorab geklärt:

  • Es dürfen nur natürliche, gesunde Zähne gebleicht werden.
  • Zahnersatz wie Kronen und Brücken können nicht gebleicht werden.
  • Die Zähne müssen kariesfrei sein.
  • Das umliegende Zahnfleisch muss gesund und frei von Entzündungen sein.

So funktioniert professionelles Bleaching

Die Betroffenen erhalten eine Schiene, die den Mund offen hält und die Lippen und Teile der Mundhöhle schützt. Das Zahnfleisch ist mit einem schützenden Gel bedeckt, das aushärten muss. Auch Kronen und Brücken werden auf diese Weise geschützt. Erst nach diesen Maßnahmen wird hochdosiertes Wasserstoffperoxid auf die zu bleichenden Zähne aufgetragen.

Ähnlich wie beim Bleichen von Haaren setzt die Substanz Aktivsauerstoff frei, der in den Zahnschmelz eindringt und dort farbige Moleküle abbaut, wodurch diese ihre Farbe verlieren. Unter UV-Licht verbleibt das Bleichmittel 15 Minuten auf den Zähnen. Dann wird es entfernt, um den Helligkeitsgrad zu kontrollieren, und neues Bleichmittel wird aufgetragen. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Abschließend werden die gebleichten Zähne mit Fluoridgel geputzt. Die Kosten liegen zwischen 250 und 600 Euro – die Wirkung soll bis zu drei Jahre anhalten.

Diese Technik eignet sich auch gut für Menschen mit weißen Flecken auf den Zähnen (Fluorose), diese fallen weniger auf, wenn die umliegenden Zähne heller sind.

Hüten Sie sich vor Hausmitteln für weißere Zähne

Hausmittel sind günstig und werden auch im Internet heiß beworben, wie z. B. Zähne mit Bananenschale einreiben oder Natron mit Zitronensaft oder Wasser mischen, dann auf die Zähne auftragen und mit Alufolie abdecken. Doch Zahnärzte raten davon ab: Einreiben mit Bananenschalen hilft nicht. Die Mischung aus Natron und Zitronensaft kann sogar schädlich sein, da sie Zahnfleischverbrennungen oder Verletzungen im Mund verursachen kann.

Zahncremes mit Aktivkohle bewirken das Gegenteil

Aktivkohlepulver ist in vielen Zahnpasten zu finden, man kann das Schwarzpulver aber auch lose kaufen. Experten halten dies für äußerst schädlich, denn Aktivkohle wirkt wie Schleifpapier: Bei jedem Putzen wird Zahnschmelz abgetragen und dieser Abrieb kann die Zahnoberfläche beschädigen und aufrauen. Diese Rauhigkeit kann dazu beitragen, dass sich neue Pigmente viel besser anlagern – die Verfärbung wird also immer schlimmer.

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