Seit fünf Jahren erlaubt ein Gesetz die Verwendung von Cannabis als Medizin. Aber es ist nicht so einfach, die verschriebenen Medikamente zu bekommen. Eine Fallstudie.
Von
Katharina Konyen
Als Anke K. schwer unter den Nebenwirkungen der „Basistherapie“ litt, die ihr zur Behandlung ihrer Multiplen Sklerose verschrieben worden war – gekrönt von einem anaphylaktischen Schock – erinnerte sie sich daran, dass ihr als Teenager ein Gelenk bei allerlei geholfen hatte Schmerzen. „Ich habe es ausprobiert und es war wunderbar“, sagt der 56-Jährige. Seit sie Cannabis für sich entdeckt hat, sind die MS-typischen Schmerzen und Spastiken für sie viel besser erträglich, sie hat keine Schübe mehr und keine neuen Entzündungen mehr. „Cannabis ist meine Lösung, es hilft mir einfach.“ Das Problem ist nur, dass Anke K. ihre Medikamente illegal auf dem Schwarzmarkt besorgen muss. Als 2017 das Gesetz über Cannabis als Medizin in Kraft trat, lag sie natürlich voller Hoffnung mit ihren Ärzten auf der Matte. Doch vergebens: Es gebe keine Hinweise aus klinischen Studien, sagten sowohl ihr Neurologe als auch ihr Schmerzarzt.