Corona-Impfung: So gut wirkt der Totimpfstoff Novavax bei jungen Menschen

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Der neue Impfstoff „Nuvavoxid“ des Herstellers Novavax steht in den Startlöchern. Ab dem 21. Februar werden über eine Million Dosen an die Bundesländer verteilt. Die Nachfrage ist bereits groß.

Denn: Viele Impfskeptiker haben auf den Impfstoff gewartet, weil sie den neuen Technologien der mRNA- und Vektor-Impfstoffe nicht trauen.

Der Impfstoff zeigt eine vielversprechende Wirkung: In einer Studie fanden die Forscher heraus, dass Erwachsene zu 90,4 Prozent vor einer Ansteckung geschützt waren. Schwere Verläufe der Corona-Erkrankung konnten sogar zu 100 Prozent verhindert werden.

Zudem untersuchten Wissenschaftler, inwieweit Jugendliche vor einer symptomatischen Corona-Infektion geschützt sind. Dazu wurden 2.247 Probanden aus den USA im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Novavax geimpft.

Das Ergebnis: Die Schutzwirkung lag bei 79,5 Prozent! Das gaben die Hersteller in einer Pressemitteilung bekannt. Und: Bei den Jugendlichen traten die gleichen Nebenwirkungen auf wie bei den Erwachsenen. Sie klagten über Empfindlichkeit und Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Bis Ende März wollen die Novavax-Hersteller die Zulassung des Impfstoffs für die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen beantragen. Dann sollen Studien an noch jüngeren Kindern durchgeführt werden.

Aber wie wirkt Novavax eigentlich? Was ist der Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen wie Biontech/Pfizer oder Moderna? Wo bekomme ich den Impfstoff? BILD klärt die wichtigsten Fragen.

Wie wirkt Novavax?

Der Impfstoff gehört zu den proteinbasierten Impfstoffen. Dabei wird ein kleiner Teil des Virus, ein Eiweißbestandteil des Spike-Proteins, in den Körper gespritzt. Der Impfstoff verwendet jedoch im Labor gezüchtete Proteine ​​und keine echten Virusbestandteile.

Die Bezeichnung „Totimpfstoff“ ist jedoch nicht falsch.

Totimpfstoffe sind in der Medizin weit verbreitet und werden seit Jahrzehnten gegen Grippe (Influenza), Polio und Tetanus eingesetzt. Sie basieren auf echten, abgetöteten Viren oder Virenbestandteilen, die zusammen mit Wirkungsverstärkern (Adjuvantien) gemischt und geimpft werden.

Gemäß dieser Definition gehören auch mRNA-Impfstoffe zu dieser Gruppe. Da sie keine vermehrungsfähigen Viren enthalten, seien diese Impfstoffe auch „mit Totimpfstoffen gleichzusetzen“, erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI).

Wie ist die Dosierung und Wirksamkeit?

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Der Impfstoff wird Personen ab 18 Jahren in zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht. Vollständiger Schutz tritt sieben Tage nach der zweiten Injektion in den Oberarm ein.

Herstellerstudien aus dem Jahr 2020 zeigen, dass das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, nach zwei Impfdosen um rund 90 Prozent sinkt und Novavax ähnliche Werte wie der mRNA-Impfstoff erreicht. Diese Daten basieren jedoch auf Studien mit der Alpha-Variante des Virus.

Was Sie noch nicht wissen: wie gut Novavax gegen die Omicron-Variante wirkt.

Dazu der Virologe und Leiter des Instituts für Medizinische Diagnostik (IMD) in Frankfurt/Main, Dr. Martin Stürmer (53): „Es ist nicht davon auszugehen, dass der Impfschutz gegen Omicron stärker ist als bei den mRNA-Impfstoffen, denn eben mit Novavax wird dem Körper nur ein kleiner Teil des Virus gezeigt.“

Wo wird Novavax bereits geimpft?

Indonesien war das erste Land, das im November eine Notfallgenehmigung erteilte. Andere Länder folgten dann in Tröpfchen: die Philippinen und Indien zum Beispiel. In Australien wurde die Zulassung vor gut drei Wochen erteilt. Großbritannien, Kanada und die USA werden noch geprüft.

Wie viele Dosen gibt es für Deutschland?

Das Gesundheitsministerium hat für 2022 16,3 Millionen Dosen des US-Impfstoffs bestellt. Die Impfdosen werden nach Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) kündigte an, dass Novavax am 21. Februar die ersten 1,75 Millionen Dosen nach Deutschland liefern werde. Weitere 3,25 Millionen Dosen seien gekauft worden, der Liefertermin stehe aber noch nicht fest.

Kann ich mich für den Novavax-Impfstoff anmelden?

In mehreren Bundesländern können Sie sich bereits für eine Impfung mit dem neuen Impfstoff anmelden. Die Bundesländer haben unterschiedliche Ansätze: In Berlin können Sie sich beispielsweise über das Online-Portal „Doctolib“ anmelden, in Rheinland-Pfalz über das Impftermine der Landesregierung. Informieren Sie sich daher am besten vorab, wie das Anmeldeverfahren in Ihrem Bundesland abläuft.

Aber: Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich dafür aus, den neuen Impfstoff bevorzugt Beschäftigten im Gesundheitswesen anzubieten. Denn für diese Berufsgruppe wird es bald eine Impfpflicht geben.

Wird es auch mit Novavax geboostet?

Bisher kommen in Deutschland nur die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zum Einsatz. Wie das bei Novavax sein wird, ist noch nicht klar.

Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens sagte gegenüber RTL/n-tv, eine Entscheidung werde bis Ende Februar fallen. „Eine Empfehlung kann man durchaus erwarten – wie auch immer das aussieht.“ Er hofft, dass dies rechtzeitig geschieht, bevor der Impfstoff verfügbar ist. Erst dann erfolgt eine Bewertung von Novavax als Booster.