Corona-Regeln: Regierung will Einreisebestimmungen anpassen – das ist geplant

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Corona-Regeln: Regierung will Einreisebestimmungen anpassen – das ist geplant

Auslandsreisen könnten künftig mit weniger Auflagen verbunden sein als noch in den vergangenen zwei Jahren. Die Bundesregierung will die Corona-Regeln anpassen.

Berlin – Für viele war das Reisen in den vergangenen zwei Jahren mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Da war einerseits die Ungewissheit, ob die Reise überhaupt stattfinden würde, andererseits der Stress, alle Corona-Regeln einhalten zu müssen, damit die strengen Auflagen keinen Strich durch die Rechnung machten.

Das soll sich nun ändern: Die Bundesregierung plant, die strengen Corona-Auflagen für Auslandsreisen zu lockern. Vor allem Familien mit Kindern soll es künftig leichter fallen, ein anderes Land zu besuchen. So sind jedenfalls Änderungen der Einreiseregelung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant, die das Bundeskabinett am Mittwoch (23.02.2022) beschließen soll. Die neue Verordnung besagt, dass nur dann strengere Regeln gelten, wenn in den jeweiligen Ländern Virusvarianten mit „mehr pathogenen Eigenschaften“ grassieren als die in Deutschland dominierende Omicron-Variante. Solche Länder würden dann als Hochrisikogebiete mit strengeren Anforderungen an die Rückkehr eingestuft.

Die Corona-Reiseregeln sollen vor allem für Familien mit Kindern gelockert werden.

© Boris Rössler/dpa

Corona-Reiseregeln: Quarantänepflicht bei Einreise nach Deutschland gelockert

Zu diesen Anforderungen gehört die Quarantänepflicht. Für Rückkehrer aus Risikogebieten, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, gilt vorerst eine 10-tägige Quarantänepflicht. Nach frühestens fünf Tagen besteht die Möglichkeit zum kostenlosen Testen. Für Kinder unter sechs Jahren endet die Quarantäne derzeit automatisch nach fünf Tagen, jedoch ohne die Möglichkeit, sich früher testen zu lassen, wenn sie weder geimpft noch genesen sind. Nun soll es für Kinder unter zwölf Jahren möglich sein, sich bei der Rückkehr nach Deutschland direkt mit einem negativen Test aus der Quarantäne befreien zu können. Das Ministerium begründet die Änderungen unter anderem damit, dass es keine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinder unter zwölf Jahren gebe.

Generell gilt für Einreisende aus allen Ländern weiterhin die 3G-Regelung – wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test vorweisen. Die neuen Regelungen sollen ab dem 4. März in Kraft treten.

  • Neue Corona-Reiseregeln im Überblick:
  • Ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren können sich sofort nach der Einreise testen lassen.
  • Als Risikogebiete werden nur Länder eingestuft, in denen eine Corona-Mutante grassiert, die gefährlicher ist als die Omicron-Variante.
  • Für Rückkehrer aus Ländern, in denen Omikron marktbeherrschend ist, besteht keine Melde- und Quarantänepflicht.
  • Bei der Einreise gilt weiterhin die 3G-Regel; Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test vorlegen.

Die Bundesregierung hat kürzlich 19 Länder von der Einstufung als Risikogebiete ausgenommen. Dazu gehören Spanien, die USA und Großbritannien. Durch die Streichung von der Risikoliste entfällt die generelle Quarantänepflicht auf der Rückreise und das Ausfüllen der „digitalen Einreiseregistrierung“ entfällt. Allerdings muss bei Kindern unter 6 Jahren, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, der Impf- bzw. Genesungsstatus sowie ein negativer PCR-Test nachgewiesen werden. Welche Bedingungen während der Reise in den jeweiligen Ländern gelten, bestimmen diese.

Neu zugelassener Corona-Impfstoff macht Hoffnung

Ein weiterer Lichtblick ist, dass am Mittwoch (23.02.2022) auch die ersten Dosen des neuen Corona-Impfstoffs von Novavax in Deutschland eintreffen könnten. Die erste Lieferung wird laut früheren Zahlen des Gesundheitsministeriums bis Ende der Woche mit 1,4 Millionen Dosen erwartet. Sie sollen umgehend an die Länder verteilt werden, damit die Impfungen in der kommenden Woche beginnen können.

Auf Novavax werden große Hoffnungen gesetzt, da es sich um einen Impfstoff handelt, der auf einem klassischen Verfahren basiert. Es ist ein sogenannter proteinbasierter Impfstoff mit Virusantigen. Da viele Ungeimpfte Vorbehalte gegenüber den bereits zugelassenen mRNA- und Vektorimpfstoffen haben, könnte Novavax eine Alternative für manche darstellen, die sich bisher nicht beispielsweise mit Biontech und Moderna impfen lassen wollten. (Monja Stolz mit dpa-Material)

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