Corona-Strom: Deutschland-Inzidenz steigt auf 528,2 – Politik

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Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb von 24 Stunden 34.145 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Am Montagmorgen meldete das RKI eine von 515,7 auf 528,2 gestiegene Sieben-Tages-Inzidenz. Insgesamt haben sich in Deutschland bereits mindestens acht Millionen Menschen infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen unentdeckt bleiben. Weitere 30 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 115.649. (17.02.2022)

Ungeimpften Mitarbeitern in Arztpraxen droht die Entlassung

Beschäftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht keinen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen können, müssen mit einer Abmahnung und letztlich mit der Kündigung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen Hausärzteverbandes hervor.

das einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Verweigern Beschäftigte den Nachweis, kann ihnen das Gesundheitsamt laut Merkblatt auf der Internetseite des Hausärzteverbandes das Betreten oder Arbeiten in der Arztpraxis untersagen. „In diesen Fällen soll den betroffenen Mitarbeitern grundsätzlich kein Vergütungsanspruch mehr zustehen.“

Verweigert der Arbeitnehmer die Vorlage eines Impf- oder Genesungsnachweises oder einer Bescheinigung, dass eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht angezeigt ist, kommt als letztes Mittel auch eine Kündigung in Betracht, erklärt der Verband. „Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sollte aber zunächst eine Abmahnung ausgesprochen werden.“

Die Impfpflicht gilt den Angaben zufolge für das medizinische Personal in den Praxen, aber auch für alle anderen Beschäftigten wie Reinigungskräfte, Hausmeister, Transport- oder Küchenpersonal. Wer den Nachweis bis zum 15. März nicht vorlegen kann, darf weder arbeiten noch beschäftigt werden. Der Praxisinhaber muss unverzüglich das Gesundheitsamt informieren. Beschäftigte, die trotz Aufforderung des Gesundheitsamtes den Nachweis nicht innerhalb angemessener Frist erbringen, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro rechnen. (17.02.2022)

Virologe Stöhr: Erst die Epidemie, dann ein ganz entspannter Sommer

Der Virologe Klaus Stöhr rechnet angesichts der ansteckenden Omicron-Variante zunächst mit einer Infektion in den kommenden Wochen, dann mit einer natürlichen Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich mit einem Ende der Pandemie. „In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach wird die dann leider einsetzende, sehr starke und nicht abwendbare Infektion dazu führen, dass viele Menschen eine natürliche Immunität bekommen.“ , sagte er im Fernsehsender Bild.

Diese Immunität werde der Immunisierung durch Impfungen „aufgepflanzt“, so Stöhr weiter. Beides zusammen führt zu einem dauerhaften Immunschutz, sodass Sie nicht das vierte, fünfte, sechste oder siebte Mal aufrüsten müssen. Im Herbst muss man schauen, ob man den über 60-Jährigen wieder ein Impfangebot machen kann.

Angesichts von Millionen ungeimpfter oder zumindest nicht vollständig geimpfter Menschen sei nach wie vor Vorsicht geboten, so Stöhr. Trotzdem ist er überzeugt: „Im Frühjahr und Sommer wird es sehr entspannt.“

Auch der Virologe Christian Drosten sieht den oft milderen Verlauf nach einer Infektion mit der Omicron-Variante als „Chance“, in den endemischen Zustand zu gelangen – „breite Immunität vorausgesetzt“, wie er sagt Tagesspiegel am Sonntag sagte. Früher oder später müsse sich jeder mit Sars-Cov-2 infizieren, sagt er. „Ja, wir müssen in diesen Kanal rein, da gibt es keine Alternative“, sagte Drosten. „Langfristig können wir den Immunschutz der gesamten Bevölkerung nicht alle paar Monate mit einer Auffrischimpfung aufrechterhalten.“ Dafür muss das Virus sorgen. (17.02.2022)

Impfpflicht für über 60-Jährige in Griechenland

Ungeimpfte Griechen über 60 werden fortan zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lässt, bekommt im Januar ein Bußgeld von 50 Euro, ab Februar sind es 100 Euro im Monat. Die Verordnung trat am Montagabend in Kraft. Von der Maßnahme sind nach Angaben des Landesrundfunks rund 300.000 Menschen betroffen. Ihre Daten sollen nun von der staatlichen Sozialversicherung an das Finanzamt weitergeleitet werden, das die Bußgelder einzieht. Das Geld geht dann an die staatlichen Krankenhäuser. In Griechenland werden die verabreichten Impfungen in einer personalisierten Datenbank gespeichert.

Die Regierung wertet die Maßnahme bereits als Erfolg: Seit Bekanntgabe der Strafen vor etwas mehr als sechs Wochen seien rund 217.000 über 60-Jährige geimpft worden. Damit erhöhte sich die Durchimpfungsrate in dieser Altersgruppe auf 90 Prozent. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hingegen schloss eine Impfpflicht für andere Altersgruppen mit der Begründung aus, dass vor allem ältere Menschen schwer an Covid erkrankt seien und in Krankenhäusern behandelt werden müssten. (17.02.2022)

Das französische Parlament billigt Beschränkungen für ungeimpfte Personen

Das französische Parlament hat im Kampf gegen die fünfte Corona-Welle endlich drastischen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte zugestimmt. In der Nationalversammlung stimmten am Sonntagabend 215 Abgeordnete dafür und 58 dagegen. Sieben Abgeordnete enthielten sich.

Das Gesetz sieht vor, dass ungeimpfte Personen über 16 Jahren keinen Zugang mehr zu Gaststätten, kulturellen Einrichtungen und Fernverkehrsmitteln haben sollen. Angesichts der enorm hohen Infektionszahlen will die französische Regierung weitere Anreize für die Corona-Impfung setzen. Durch die Verordnung soll der aktuell gültige Gesundheitspass, der den Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines aktuellen negativen Corona-Tests erbringt, in einen Impfpass umgewandelt werden. Ein negativer Test wird bald nicht mehr ausreichen, um Zugang zu zahlreichen Plätzen zu erhalten.

Ursprünglich sollte die Verordnung am 15. Januar in Kraft treten. Das Projekt verzögerte sich aufgrund hitziger Debatten in der Nationalversammlung und zwischen den beiden Kammern des Parlaments. Wann genau die Änderung in Kraft tritt, ist noch unklar. Einzelne Abgeordnete hatten angekündigt, gegen den Text beim Verfassungsrat Berufung einlegen zu wollen.

In den vergangenen Wochen sind die Infektionszahlen in Frankreich rasant gestiegen. Zuletzt lag die registrierte Zahl der Infektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner bundesweit bei rund 2.829. Aus Protest gegen die geplanten Beschränkungen und die Corona-Politik der Regierung sind am Samstag in verschiedenen französischen Städten rund 54.000 Menschen auf die Straße gegangen. (16.01.2022)

Schulze: Afrika keine Rastrampe für abgelaufene Impfstoffe

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze kritisiert die weltweite Ungleichverteilung der Corona-Impfungen. „In Europa liegt die Impfquote bei 70 Prozent, auf dem afrikanischen Kontinent bei unter zehn Prozent“, sagte der SPD-Politiker der Funke Mediengruppe. Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn die ganze Welt geimpft ist. „Wenn das nicht gelingt, geraten wir in eine Endlosschleife mit immer neuen Mutationen“, sagt Schulze.

Gleichzeitig kritisierte sie, dass auslaufende Impfstoffe gespendet würden. „Das hat nichts mit einem respektvollen Umgang miteinander zu tun. Afrika ist nicht die Raststätte für abgelaufene Impfstoffe“, sagte sie. Auch Entwicklungsländer brauchen planbare Lieferungen, um die Impfstoffe impfen zu können. Deshalb will sie die deutsche G7-Präsidentschaft nutzen, um das internationale Impfstoffprogramm Covax mit den nötigen Mitteln für 2022 auszustatten. Leider haben sich bislang zu wenige Länder an der Finanzierung beteiligt. (16.01.2022)

Mehr Covid-Patienten auf Normalstationen

Die deutschen Kliniken spüren bereits erste Auswirkungen der omicron-Welle durch mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen auf den Normalstationen. „Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in einigen Regionen, zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein“, sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gass, der Augsburger General.

Sollten sich die Modelle bewahrheiten, muss sehr bald mit mehr als 100.000 Infizierten pro Tag gerechnet werden. Viele von ihnen müssten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Doch wegen der hoch ansteckenden Omicron-Variante wird es in den Kliniken zu weiteren Personalengpässen kommen. Er appelliert daher an Haus- und Fachärzte, Patienten, die nicht unbedingt im Krankenhaus behandelt werden müssen, möglichst ambulant zu behandeln. (16.01.2022)