Gesundheit: Virologe: Omicron nicht „mild“ – Kliniken vor neuer Welle – Inland

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Die Wucht der Infektionswelle werde sich laut dem Wissenschaftler in den Kliniken widerspiegeln. „Eine Verharmlosung von omicron wäre daher fatal, die oft gelesene Einstufung als „mild“ halte ich für äußerst gefährlich“, sagte der Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München der Deutschen Presse-Agentur.

„Monströses Infektionsgeschehen in den USA“

Die Ausgangslage in Deutschland sieht Keppler wegen des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters der Bevölkerung und vieler Ungeimpfter als schwierig an.

„Wir sehen in den USA ein monströses Infektionsgeschehen mit täglich bis zu einer Million Neuinfektionen“, sagte der Vorstand des Max-von-Pettenkofer-Instituts. „In den dortigen Krankenhäusern liegen so viele Covid-19-Patienten wie nie zuvor während der Pandemie, auch die Zahl der Todesfälle ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Das ist alles andere als „mild“.

„Bald 200.000 bis 400.000 Neuinfektionen pro Tag“

Vorläufige Untersuchungen aus dem Vereinigten Königreich und den USA zeigten, dass Breitspektrum-Omicron-Infektionen mit etwa zwei- bis dreimal geringerer Wahrscheinlichkeit zu Krankenhauseinweisungen führten als Delta-Infektionen. „Aber diese neue Variante erzeugt eine viel höhere Infektionsdynamik mit zehn- bis zwanzigmal höheren Neuinfektionszahlen als in der Delta-Welle zu einem vergleichbaren Zeitpunkt.“ Darüber hinaus warnte Keppler, dass die Langzeitwirkungen von Omicron-Infektionen im Zusammenhang mit Long Covid noch nicht untersucht werden könnten.

Deutschland hinke der Omicron-Welle in den USA und Großbritannien glücklicherweise etwa vier bis fünf Wochen hinterher und könne daraus lernen, sagte der Virologe. „Auch in Deutschland werden wir bald täglich 200.000 bis 400.000 Neuinfektionen sehen. Das wird unsere Normalstationen in den Kliniken zweifelsohne stark belasten und den Regelbetrieb einschränken.“

© dpa-infocom, dpa:220122-99-805852/3

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