Gleichstellung der Geschlechter: Besserer Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen – Schließung des Lohngefälles | Strom

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In einem nichtlegislativen Bericht, der am Mittwoch mit 500 zu 105 Stimmen bei 87 Enthaltungen angenommen wurde, bekräftigen die Abgeordneten, dass gleiches Entgelt und gleiche Behandlung für die Gleichstellung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und berufliche Entwicklung von Frauen von wesentlicher Bedeutung sind.

Das Parlament ist besorgt darüber, dass die EU immer noch ein geschlechtsspezifisches Lohngefälle von 14,1 % und ein Rentengefälle von 29,5 % aufweist – und dass Frauen oft in prekären Verhältnissen arbeiten. Die Mitgliedstaaten müssten praktische Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Frauen gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt und gleichen Lohn sowie gleiche Arbeitnehmerrechte haben. Um dies durchzusetzen, sollten beispielsweise Unternehmen bestraft werden, die Arbeitnehmerrechte missachten. Auch die Abgeordneten begrüßen die von der Kommission vorgeschlagene verbindliche Maßnahmen für mehr Lohntransparenz. Lohntransparenz allein reicht jedoch nicht aus, um die tief verwurzelte Geschlechterkluft zu schließen.

Work-Life-Balance

Das Parlament fordert die EU und die Mitgliedstaaten auf, das Recht auf Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub weiter zu stärken, damit jeder – unabhängig von seinem Geschlecht – das Recht auf Arbeit und auf eine Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hat. Dazu soll die Dauer des gleichen, voll bezahlten Urlaubs verlängert werden. Nach Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternurlaub sollte es flexible Arbeitsregelungen und mehr Investitionen in eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung vor Ort geben.

Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Das Parlament erinnert daran, dass es während der Pandemie und der pandemiebedingten Abriegelung zu mehr Gewalt gegen Frauen gekommen sei. Die Mitgliedstaaten müssen alles Erforderliche tun, um sicherzustellen, dass die Täter ermittelt und strafrechtlich verfolgt werden. Insbesondere sind spezifische Programme erforderlich, um Opfer häuslicher Gewalt zu schützen und nicht aus den Augen zu verlieren. Außerdem muss ihr Zugang zu Gerichten und Unterkünften verbessert werden.

Um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen, sollten Bulgarien, Lettland, Litauen, die Slowakei, die Tschechische Republik und Ungarn dies tun Istanbuler Konvention ratifizieren. Darüber hinaus ist eine umfassende EU-Gesetzgebung zu diesem Thema erforderlich.

Garantien im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte

Der Berichtsentwurf bekräftigt, dass der Zugang zu Diensten und Rechten im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein Grundrecht ist, das keinesfalls eingeschränkt oder weggenommen werden sollte. Verstöße, zB die Verweigerung sicherer und legaler Abtreibungen, sind eine Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Das Parlament fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, mehr zu tun, um Menschenrechtsverteidiger, Gesundheitsdienstleister und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich mit sexueller und reproduktiver Gesundheit befassen, zu unterstützen.

Zitieren

Berichterstatterin Sandra Pereira (Die Linke, Portugal) sagte: „Wir brauchen einen Politikwechsel, um die Rechte der Frauen zu stärken und durchzusetzen. Um Ungleichheiten zu bekämpfen, müssen wir die Löhne erhöhen, hochwertige öffentliche Dienstleistungen wie den freien Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, aber auch den Zugang zu Wohnraum und zum Justizsystem verteidigen und fördern. Die Bekämpfung aller Formen von Gewalt gegen Frauen muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Nur so können wir die Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen.“

Hintergrundinformation

Nach Gleichheitsindex von Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen Die EU ist mindestens 60 Jahre von der vollständigen Gleichstellung der Geschlechter entfernt. Seit 2010 hat sich die EU insgesamt nur um 4,9 Punkte verbessert. Im Jahr 2021 lag die durchschnittliche Punktzahl für die Mitgliedstaaten bei 68 von 100 Punkten, und mehr als ein Drittel von ihnen lag unter 60 Punkten.