„Goodbye Deutschland“-Auswanderin trauert um ihren Freund

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Mit ihm wollte Margit Schlagl endlich wieder nach vorne schauen: Doch nur wenige Monate nach dem Einzug bei ihr starb Miguel. Der Schock sitzt tief und vor allem Wut auf einen der Sanitäter.

Alles begann mit einem Traum: Auf Fuerteventura wollte Margit Schlagl mit ihrem damaligen Freund Gerhard „Gerd“ Kollmann neu anfangen. 2003 zog sie auf die spanische Insel und ließ Deutschland und ihren Job als Radiomoderatorin hinter sich.

2015 übernahm der 54-Jährige eine Ranch, kümmerte sich um die Pferde und gab mehrmals wöchentlich Reitunterricht. Alles sieht so aus, als würde Margit Schlagl das Leben leben, von dem so viele Mädchen träumen.

Doch 2019 kam der erste Rückschlag. Freund Gerd zieht die Reißleine und trennt sich von Margit. Ein Jahr später die nächste Hiobsbotschaft: die Corona-Pandemie. Aufgrund von Covid-19 gibt es auf Fuerteventura keinen Tourismus und verdient kaum Geld. Margit ist auf Spenden und Hilfe von außen angewiesen. Die Ranch steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Margit verliebt sich in Miguel

Der erste Lichtblick kam letztes Jahr: Margit lernte Miguel kennen, einen obdachlosen Spanier. „Ich habe ihn von der Straße geholt“, erinnert sie sich in der neusten „Goodbye Deutschland“-Folge. „Andererseits hat er mich auch erwischt.“ Er war es, der sie davon abhielt, aufzugeben.

Die beiden werden ein Paar und unterstützen sich gegenseitig. Doch dann stirbt Miguel an einer Lungenentzündung. „Wir haben 40 Minuten auf den Notarzt gewartet, weitere 20 Minuten auf den Arzt und in dieser Zeit ist er Sekunde für Sekunde, Minute für Minute erstickt“, sagt Margit.

„Ich fühle mich immer noch wie leer“

„Ich habe so viel Wut in mir, ich werde sie nicht los“, sagt sie unter Tränen. Vor allem muss sie jeden Tag an einen Satz von einem der Rettungskräfte denken. Sie sollte glücklich sein, denn das hätte definitiv bleibende Schäden bei Miguel hinterlassen. „Das ist großartig für einen geliebten Menschen, der gerade seine Liebe verloren hat. Es ist das, was Sie wollen.“

Es ist nun ein paar Monate her, seit Miguel gestorben ist. „Ich habe immer noch das Gefühl, im Nichts zu sein.“ Jetzt will sich Margit wieder um die Pferde kümmern. „Ich habe noch nicht alles andere für mich sortiert.“