Hessen gründet Landesamt für Gesundheit | hessenschau.de

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Ein neues Landesamt soll die zentrale Behörde für Gesundheitsfragen werden. Hessen will Pandemien künftig schneller und gezielter bekämpfen.

Hessen wird künftig über ein eigenes Landesamt für Gesundheit verfügen. Das gab Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt.

Die Aufgaben des neuen Amtes sollen Infektionsschutz, Gesundheitsschutz und Umweltmedizin sein. Es könnte eine Gesundheitsberichterstattung oder eine Task Force für Krisensituationen geschaffen werden.

„Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis“

Für den Infektions- und Gesundheitsschutz sind bisher neben dem Gesundheitsministerium die Regierungspräsidien, das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) sowie die Kommunen mit ihren Gesundheitsämtern zuständig.

„Die Krise hat uns bewusst gemacht, dass die Grenzen zwischen den Behörden eine geringere Rolle spielen müssen“, sagte Klose. Ein solches Amt gibt es beispielsweise bereits in Bayern.

Der Staat will mit diesem Schritt die Kommunikation erleichtern, Personal effizienter einsetzen und Wissen bündeln. Klose kündigte an, eine „Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis“ darzustellen.

200 bis 300 Mitarbeiter

Das Büro sollte dezentral organisiert sein, damit die Mitarbeiter weitestgehend an ihrem Arbeitsplatz verbleiben können. Überweisungen sind nicht vorgesehen. 200 bis 300 Beschäftigte der anderen Behörden im Gesundheitsbereich sollen an ihren bisherigen Standorten bleiben und digital ins Amt wechseln.

Das städtische Gesundheitsamt hatte bereits vor der Pandemie den Wunsch nach einer zentralen Stelle geäußert. Dies wurde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. „Wir werden den Gesundheitsschutz in Hessen über die Pandemie hinaus noch stärker und flexibler gestalten“, sagte Klose.

Das Büro soll 2023 beginnen

Die genaue Aufgabenverteilung soll nun in einem Gesetz und einer Verordnung festgelegt werden, die im Laufe des Jahres verabschiedet werden sollen. Das neue Landesamt für Gesundheit könnte dann Anfang 2023 seine Arbeit aufnehmen.

Geplant ist auch eine Stiftungsprofessur für Public Health am Universitätsklinikum Frankfurt.

Die zu erwartenden Kosten für den Bau – laut Klose 19 Millionen Euro für das Personal plus die Schaffung der digitalen Strukturen – werden vom Bund getragen.

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