Impfteams stärken junge Menschen gegen Corona

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Gemäß Stiko-Empfehlung

Die mobilen Impfteams am Standort Karlsruhe führen nun auch in der Corona-Krise Auffrischimpfungen für Kinder ab zwölf Jahren und Jugendliche durch. Nach Informationen von bnn.de gilt die neue Linie ab sofort.

Ein Hausarzt impft in seiner Praxis einen Teenager.

Foto: Oliver Berg/dpa

Betroffen sind Aktionen in den kreisfreien Städten Karlsruhe, Pforzheim und Baden-Baden sowie in den Landkreisen Enzkreis, Rastatt und Calw. Dort sind diese Teams am Werk.

Bisher hatte sich der Leiter des Impfteams, Andreas Ruf, trotz staatlicher Empfehlung gegen Auffrischimpfungen für Jugendliche entschieden. Er führte große medizinische und rechtliche Zweifel an.

Mit der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Auffrischung bei Jugendlichen hat sich die Einschätzung nun geändert.

Mit der Stiko-Empfehlung ist die wissenschaftlich unabhängige Grundlage gegeben.

Andreas Ruf, Leiter der mobilen Impfteams am Standort Karlsruhe

„Das war schon immer meine Einstellung“, betont Ruf gegenüber dieser Redaktion. „Mit der Stiko-Empfehlung ist die wissenschaftlich unabhängige Grundlage gegeben.“ Der reine politische Wille des Bundesgesundheitsministers und des Landes reichte Ruf nicht aus. Das Land habe seine Position akzeptiert und keinen Druck ausgeübt, sagte Ruf.

Am Donnerstag, als die neue Stiko-Linie bekannt wurde, informierte und instruierte Ruf seine Impfteams. Die neue Anforderung sei seitdem umgesetzt, bestätigt er. Die endgültige Entscheidung über die Impfung trifft wie bisher der impfende Arzt.

Die Stiko hatte sich generell für eine Corona-Auffrischimpfung für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren ausgesprochen. Der Ausschuss empfiehlt für diese Altersgruppe eine sogenannte Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer „in altersgerechter Dosierung“ und mindestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit.

Omikron bringt Stiko zum Umdenken

Die aktuelle Situation mit stark steigenden Fallzahlen durch die omicron-Variante mache es erforderlich, die Impfkampagne entsprechend auszuweiten, hieß es zur Begründung. Eine Auffrischungsimpfung verbessert den Impfschutz, der einige Monate nach der Grundimmunisierung nachlässt und verringert zudem die Übertragungswahrscheinlichkeit von Corona-Infektionen.

Bisher werden Auffrischimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Die Stiko hatte bisher eine Auffrischungsimpfung erst ab 18 Jahren empfohlen.