Jean Pütz, Gitta Saxx und mehr: Nachhaltigkeit und schöne Dinge feiern – Unterhaltung

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Jean Pütz, Gitta Saxx und mehr: Nachhaltigkeit und schöne Dinge feiern – Unterhaltung

Mariella Ahrens (l.), Jean Pütz und Gitta Saxx waren nur drei der vielen Promis, die sich am Freitag in Berlin bei „Movie meets Media“ trafen. Foto: [M] offene Blende | Michael Wendt Film trifft Medien


Viele Prominente trafen sich am Freitag bei „Movie meets Media“, um einer Podiumsdiskussion über Werte und Nachhaltigkeit zu lauschen. Auch der Krieg in der Ukraine war ein Thema. Es ging aber auch darum, sich mit „schönen Dingen“ abzulenken, um neue Energie zu tanken.

Beim „Movie meets Media“-Empfang trafen sich am Freitag viele Prominente im „Regent Hotel“ am historischen Gendarmenmarkt, um einer Podiumsdiskussion über Werte und Nachhaltigkeit zu lauschen. Podiumssprecher und Kommunikationschef Marcello Concilio vom Textilunternehmen „Ernsting’s Family“ machte deutlich, dass umfassend nachhaltige Strukturen auch in einem Großkonzern möglich sind. Das beginnt bei der ökologisch und sozial verantwortlich hergestellten Qualitätsware, die jahrelang hält und somit ständigen Nachkauf vermeidet und schließt auch die Vermeidung von Überproduktion und die Weiterverteilung von Restprodukten ein. Concilio: „Ein Schweizer Unternehmen nimmt die Produkte, die wir nicht kaufen, und verarbeitet sie unter anderem zu Füllmaterialien für die Automobilindustrie.“

Vintage-Kleidung, CO2-Kompensation und Veganismus

Schauspielerin Luise Befort (25, „Der Palast“) hat sich bis kurz vor Veranstaltungsbeginn bei der „Fridays for Future“-Demonstration in Berlin für den Klimaschutz eingesetzt. Für den überzeugten Veganer eine Selbstverständlichkeit: „Ich bin schon lange dabei, ich demonstriere regelmäßig.“ Befort appelliert an jeden Einzelnen, „seine Stimme zu erheben“ und sich als Verbraucher bewusst für umweltfreundliche Produkte zu entscheiden. Sie selbst kam mit „Oma-Gürtel“ zu der Veranstaltung und zog grundsätzlich Vintage-Kleidung vor. Befort sieht darin nur Vorteile: „Ich liebe gebrauchte Kleidung, ich kann damit eine Geschichte erzählen und schone gleichzeitig die Umwelt.“

Auch Schauspieler Felix Maximilian (Jahrgang 1976) engagiert sich für die Umwelt. Er ist seit 20 Jahren Taucher in den Weltmeeren und kann die Veränderungen dort mit eigenen Augen sehen: „Es gibt weniger Fische, es gibt viel Müll“. Letztere sammelt er nun bei seinen Tauchgängen ein, um sie an Land zu entsorgen. Maximilian ist außerdem Veganer, fährt Fahrrad und nutzt Baumspenden, um CO2 auf seinen Flügen auszugleichen. Er trennt den Müll „von klein auf“ und er ist „super pingelig“, wenn es ums Stromsparen geht. Der Schauspieler, der gerade seinen ersten Dokumentarfilm über Straßenkinder in Bukarest produziert hat, sagt: „Wir alle müssen verstehen, dass dieser Planet unsere Lebensgrundlage ist und geschützt werden muss“, um ihn nicht als Geschäft in Besitz zu nehmen.

Bruno Eyron: „Ohne Nachhaltigkeit geht es nicht mehr“

Schauspieler Bruno Eyron (57), der sich seit 2014 als Spirituosenhersteller ein zweites Standbein aufbaut und unter dem Label „Bruderkuss“ hochwertigen Gin, Bier und Wein vertreibt, findet, es täte der Umweltbewegung gut, wenn es so wäre weniger „populistisch“ wäre. Nicht die Politik, sondern Unternehmen und Wissenschaft sollen dazu beitragen, umweltfreundliche Methoden und Technologien den Verbrauchern zu vermitteln. Eyron, der auch bei seinen eigenen Produkten auf Regionalität und Recyclingfähigkeit setzt, sieht darin die Zukunft: „Ohne Nachhaltigkeit geht es nicht mehr“. Technologische Entwicklungen wie Fleisch aus dem Labor oder Kreislaufwirtschaft würden letztendlich den Unterschied machen.

Das sieht auch die ehemalige Wissenschafts-TV-Koryphäe Jean Pütz (85), die zwei Energiehäuser betreibt und in den sozialen Medien über umweltfreundliche Technik berichtet, so. Pütz ist sich sicher, dass Methanol die Antriebstechnologie der Zukunft ist. Alles, was Sie brauchen, ist Wasser und Kohlenstoff. Wasserstoff allein ist zu gefährlich.



Die deutsche Model-Ikone Gitta Saxx (57), die letzte Woche am Auge operiert wurde – „Ich sehe wie ein Adler! Teile von mir sind jetzt wieder 20“ – berichtet von einer bewussten Einschränkung beim Klamottenkauf: „Es muss jetzt wirklich still sein soll die zehnte Handtasche sein?“. Stattdessen hätte sie mit Freunden und Bekannten einen regelmäßigen Kleidertausch organisiert und ist zu Hause als strenge Mülltrennerin bekannt, die auch die Nachbarn im Auge behält: „Irgendjemand schmeißt immer Plastik in die Biotonne“, ärgert sie sich. Meditation hilft ihr gegen den Stress der Zeit, aber auch das bewusste Gefühl von „Dankbarkeit und Demut“ für die kleinen, schönen Dinge des Lebens.

Mit „schönen Sachen“ gegen den Krieg in der Ukraine

Auch der Krieg in der Ukraine ist an diesem Abend ein Thema vieler Diskussionen. Schauspielerin Eva Habermann (46), die mit ihrem Verlobten Alexander König angereist ist, mit dem sie eine gemeinsame Produktionsfirma betreibt, appelliert, trotz der ihrer Meinung nach „traumatisierenden“ Kriegsbilder die Fassung zu bewahren. Habermann: „Mein erster Gedanke ging nach Russland: Haben Sie die noch alle? Reden Sie hier wirklich vom Einsatz von Atombomben?“ Aber gleichzeitig sei ihr klar geworden, dass „es nicht gut ist, wenn wir alle traurig oder deprimiert sind“. Ihr ist es wichtig zu vermitteln: „Bleiben Sie selbstbewusst!“ Sie tut dies, indem sie sich bewusst schönen Dingen zuwendet, auch um weiter helfen zu können.

Wie „die Hinwendung zu schönen Dingen“ aussehen kann, zeigen die Schauspieler Mirco Reseg (49) und Philipp Danne (36), die lebhaft über Reisen diskutieren. Beide sind Kalifornien-Fans. Während Danne, der gerade Vater geworden ist, diese Reise mit seiner Familie und seinen Freunden noch vor sich hat, war Reseg schon vor Ort und berät. Reseg, der der Umwelt zuliebe auch auf ein eigenes Auto verzichtet, ließ sich den Roadtrip-Klassiker in den USA nicht nehmen und empfahl die Tour auch seinem Kollegen. Hollywood ist für ihn „ein magischer Ort“. Als Kinder, sagen beide Schauspieler, hätten sie US-Filme und Sitcoms „so richtig in sich aufgenommen“ und seien so von der amerikanischen Filmkultur geprägt worden. Reseg: „ET hat mich zur Schauspielerei gebracht. Als ich den Film gesehen habe, dachte ich: Du kannst das auch!“

Schauspielerin Mariella Ahrens (52), die bald mit Martin Semmelrogge (66) im Düsseldorfer „Theater an der Kö“ auf der Bühne stehen wird, beschreibt authentisch ihre innere Zerrissenheit, die sie sowohl in Bezug auf den Klimawandel als auch auf den Krieg empfindet: „Du liest Nachrichten, man versucht sich selbst zu helfen, will sich aber auch ablenken und etwas Schönes tun und hat irgendwie immer ein schlechtes Gewissen.“

Eigene Erfahrungen mit Flüchtlingen

Die Ehefrau des an Parkinson erkrankten Ex-ZDF-Chefredakteurs Klaus Bresser (85) erschien mit einer guten Freundin statt mit ihrem Ehemann bei der unter anderem von Ernsting’s Family gesponserten Veranstaltung. Evelyn Bresser über den Gesundheitszustand ihres Mannes: „Das hängt sehr vom Tag ab. Er fühlt sich so, manchmal so.“ Doch Corona sei für ihn kein Thema, „er wurde schon viermal geimpft“. Bressers, die in den vergangenen Jahren bereits zwei aus Syrien geflohene Familien aufgenommen hatten, bereiten derzeit eine ihrer Wohnungen für eine ukrainische Flüchtlingsfamilie vor, berichtet der Journalist. Ihre Erfahrungen mit diesen Menschen, die ein schweres Schicksal erlitten haben, sind durchweg positiv. Evelyn Bresser: „Sie sind wunderbar integriert“. Einer der Väter ist heute ein sehr beliebter Impfer.

Auch die Schauspielerin und Musikerin Christin Nichols (Jahrgang 1986) findet: „Das Leben muss weitergehen“ und lässt sich den Spaß dieses Abends bewusst nicht als Pause von den Nachrichten nehmen, die sie auch nachts „wie eine Süchtige“ verfolgt. Aber Nichols betont, dass sie sich „des Privilegs bewusst ist, was wir hier haben, gesund und geschützt zu sein“. Für die Zukunft wünscht sich der Berliner „weniger giftige Männlichkeit“. Ob Klima oder Kriege – leider seien es „immer diese Männer, die die Zerstörung anrichten“. Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Aber es gibt auch gute Männer.“