Krieg in der Ukraine: Russland droht mit Absturz der ISS

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Krieg in der Ukraine: Russland droht mit Absturz der ISS
  • VonDelia Fries

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Der Ukraine-Konflikt breitet sich auch im Weltraum aus. In einem Propagandavideo droht Russland nun mit dem Absturz der ISS.

Houston – Als Reaktion auf die US-Sanktionen, die US-Präsident Joe Biden gegen Russland verhängt hat, droht das Land den USA nun, die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation zu beenden.

Nach dem illegalen Angriff Russlands auf die Ukraine zeigt die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nun ein Video, das offenbar die Position Russlands unterstreichen soll. Laut dem Tech-Magazin tn3 wurde das Video kürzlich von Russlands staatlichem Medienunternehmen Ria Novosti ausgestrahlt.

Eine inszenierte Szene, die mit Archivmaterial der ISS unterlegt ist, soll offenbar zeigen, wie Russland die ISS verlässt und wie diese daraufhin abstürzt: Die russischen Astronauten verabschieden sich zunächst von ihrem US-Kollegen, dem Astronauten Mark Vande Hei . Dann verliert die ISS ihren Halt und Teile verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Als Soundtrack kommt das russische Lied „Proschay“ zum Einsatz, das laut tn3 auf Deutsch „Abschied“ bedeutet und vom Auseinanderbrechen einer tiefen Beziehung handeln soll.

Auch die US-Website NasaWatch teilte das Video und klassifizierte es gleichzeitig: „Die von der russischen Regierung kontrollierte RIA Novosti hat auf Telegram ein Video gepostet, in dem sich Astronauten von Mark Vande Hei auf der ISS verabschieden. Dann trennt sich das russische Segment vom Rest der ISS. Rogosin [Dmitri Rogozin, Chef des russischen Nasa-Pendants Roskosmos, Anm. der Redaktion] bedroht hier eindeutig das ISS-Programm.“

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Propagandavideo: Russlands Raumfahrtbehörde droht den USA wegen des Ukraine-Krieges mit dem Absturz der ISS

Die ISS ist seit mehr als 20 Jahren ein internationales Forschungsprojekt im Weltraum, das auch aus der Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA hervorgegangen ist. Trotz der Hochspannung im Ukraine-Konflikt will die NASA an dem Programm festhalten.

Der Leiter des russischen Raumfahrtprogramms Roskosmos, Dmitry Rogozin, drohte kürzlich mit den Folgen eines russischen Ausstiegs: „Wenn Sie die Zusammenarbeit mit uns blockieren, wer wird dann die ISS vor einem unkontrollierten Abstieg aus dem Orbit und dem Absturz auf US-Territorium retten oder … Europa?“ Rogosin schrieb auf Twitter und fuhr fort: „Es besteht auch die Möglichkeit, dass eine 500-Tonnen-Struktur auf Indien und China fällt. Wollen Sie ihnen mit einer solchen Aussicht drohen? Die ISS fliegt nicht über Russland, also sind alle Risiken vorhanden.“ auf dich. Bist du bereit dafür?“

Der Ukraine-Konflikt weitet sich auch ins All aus: Russland droht nach seinem Angriff auf die Ukraine, die ISS zu verlassen. Gleichzeitig betont Russland, dass dies zu einem Absturz der ISS führen wird.

© ALEXANDER NEMENOW /AFP

Hintergrund ist, dass die Flughöhe der ISS von Russlands Progress-Raumkapseln gehalten wird. Das russische Segment der ISS kontrolliert auch ihre Ausrichtung. Das Segment USA hingegen ist für die Energieversorgung zuständig. Die Drohungen scheinen jedoch wenig Wirkung zu zeigen. Laut der britischen Zeitung The Guardian prüft die NASA aufgrund des Ukraine-Krieges auch Möglichkeiten, die ISS ohne Russland zu betreiben.

Ukraine-Krieg: Raumfahrtbehörde Roscosmos droht USA in Video mit ISS-Absturz

So ist etwa im Gespräch, ob Elon Musks Raumfahrtunternehmen Space X für Russland einspringen und ob die Funktionen der Raumkapseln Crew Dragon erweitert werden könnten. Musks Raumkapseln bringen seit Jahren Fracht zur ISS. Elon Musk scheint sich darüber bereits Gedanken zu machen: Musk antwortete auf Rogosins Tweet mit der Frage, wer die ISS vor einem unkontrollierten Absturz mit einem Space-X-Logo rettet.

Die Ausweitung des Konflikts auf die Weltraumforschung wird durch das kursierende Video deutlich. Zudem scheint Russland vor antiamerikanischer Propaganda nicht zurückzuschrecken. Zuletzt hat der russische Präsident Wladimir Putin die Medien in Russland noch stärker als zuvor eingeschränkt. (df)

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