Oft fehlt es an Wissen über das richtige Einkaufen, Aufbewahren und Kochen

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Oft fehlt es an Wissen über das richtige Einkaufen, Aufbewahren und Kochen

In Privathaushalten in Deutschland werden jedes Jahr zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, weil es an Wissen über das richtige Einkaufen, Aufbewahren und Kochen mangelt. Zehn Prozent der globalen Treibhausgase gehen auf den Konsum von Textilien und Schuhen zurück, was geradezu einen nachhaltigeren Umgang mit ihnen verlangt. Doch grundlegendes Wissen über solche Hausarbeit ist kaum noch vorhanden. Umso wichtiger ist der heutige Welthauswirtschaftstag.

In der Küche der Landwirtschaftsschule Schweinfurt zeigt Fachlehrerin Carolin Lenhart den Frauen, wie man eine Schwarzwälder Kirschtorte backt, füllt und dekoriert. Gekonnt und mit vielen Tipps gespickt zaubert der Spezialist die grandiose Torte. „Man kann mit dem Spargelschäler auch die Schokoraspeln vom Schokoblock schälen“, „mit einer aufgeschnittenen Zitrone in die Späne getaucht, bringt man die Schokolade ordentlich an den Tortenrand“, „das kann man machen Schokolade verziert sich mit geschmolzener Kuvertüre zum Verzieren, indem man aus einem Dreieck aus Pergamentpapier eine Tüte dreht und die Schokolade nach einem Muster aufspritzt.“

Ein Ostermenü ist in Vorbereitung

Die festliche Torte ergänzt die Gerichte aus dem Ostermenü, das die Teilnehmer des Hauswirtschaftskurses an diesem Tag zubereiten sollen. Seit mehr als anderthalb Jahren treffen sie sich jeden Dienstag zu diesem Qualifizierungskurs, um sich vertiefte Kenntnisse über eine verantwortungsvolle und zeitsparende Haushaltsführung anzueignen. Und im März 2023 die Hauswirtschaftsprüfung ablegen zu können. Damit steht Teilnehmern mit mindestens 4,5 Jahren Haushaltspraxis die Tür zu diesem Beruf offen, auch und gerade für externe Tätigkeiten in Altenheimen, Krankenhäusern, Kantinen, Tagungsstätten oder Privathaushalten .

Alle 14 Kursteilnehmer – 13 Frauen und erstmals ein Mann – nannten „Kochen“ als ihr Lieblingsfach. „Man lernt viele Tricks, wie man plant und umsetzt, wie man Zeit spart, nahrhaft kocht, regional und saisonal einkauft“, fasst Elisabeth De Ryck zusammen. „Du traust dich, andere Gerichte, Braten oder Kuchen zu probieren.“

Die 41-Jährige hat Wirtschaftswissenschaften studiert, als Personalreferentin gearbeitet und ist derzeit wegen ihrer zwei kleinen Kinder zu Hause. „Reinigung war eigentlich nicht meine Lieblingsbeschäftigung“, gibt sie zu. Umso wichtiger war es ihr, gut organisiert zu sein, aber auch Spaß an der anstehenden Arbeit zu haben. „Hier funktioniert es sehr gut.“ Sie kann sich den Kurstag pro Woche zeitlich einteilen, muss aber auch zu Hause vor- und nacharbeiten, einiges ausprobieren oder Arbeitspläne schreiben. Vielleicht wäre eine Umorientierung in einen anderen Job eine Option für sie, denkt sie.

Einkauf, Warenkennzeichnung, Kassenabrechnung

Die theoretischen und praktischen Inhalte des Studiengangs Hauswirtschaftslehre sind breit gefächert, erklärt Elfriede Weikert, Leiterin des Fachbereichs Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft (AELF): Verbraucherwissen wie Einkauf, Warenkennzeichnung, Kassenbuchhaltung oder Kaufverträge werden vermittelt genauso wie Lagerung, Lebensmittelzubereitung oder Ernährungswissenschaft. Es geht um Zusatzstoffe und Kennzeichnung von Lebensmitteln, aber auch um die Reinigung und Pflege von Textilien oder das Heim, Wissen über Garten- und Zimmerpflanzen.

„Eigentlich vereint das Housekeeping das Wissen von Berufen wie Köchin, Gärtnerin, Näherin, Ernährungsberaterin und Kellnerin“, sagt Weikert. Wissen, das in der Gesellschaft immer noch zu wenig wertgeschätzt wird, auch finanziell. Und das, obwohl jeder weiß, wie wichtig gute Haushaltsführung und gesunde Ernährung sind.

Einführung in die Pflanzenpflege

In einem anderen Unterrichtsraum kann die andere Hälfte des Qualifizierungskurses von Lehrerin Elisabeth Heller in die Pflanzenpflege eingeführt werden: Welche Nährstoffe Zimmerpflanzen brauchen, wann sie umgetopft werden, wie man Gemüsepflanzen anbaut und verpflanzt. „Grundsätzlich gibt es im Garten viel Nachholbedarf, wenn es um das Wissen rund um die Aussaat, Pflege und Ernte von Gemüse und Obst geht“, sagt Elfriede Weikert. Viele wollten auch kein Unkraut jäten, stattdessen würden Kiesgärten angelegt. „Da fehlt die Zeit, aber auch der Bezug zu Pflanzen.“

Während die Teilnehmer damit fortfahren, frische Frühlingsdekoration für das Zuhause zu kreieren, heben sie alle die Qualität der Schulung hervor. „Ein solcher Kurs sollte für junge Frauen und Männer auf jeden Fall Pflicht sein“, heißt es. „Eigentlich gehört das in den Schulunterricht.“

Claus Mayer ist der einzige Mann, der den Kurs absolviert. Der 60-jährige ehemalige Maschinenbauingenieur ist seit Jahren Hausmann, kümmerte sich um die Kinder und kümmerte sich um die Eltern. Jetzt will er den Hauswirtschaftsberuf beruflich erlernen, sagt er, auch um sich für einen Job zu qualifizieren. Das hat schon geklappt, in einem „gehobenen Privathaushalt“ wird er als Haushaltshilfe durchstarten. Dort kann er sein erworbenes Wissen gut anwenden.

Rezepte für Ostermenüs

Für ein Ostermenü gab Fachlehrerin Carolin Lenhart von der Hauswirtschaftsschule im Landwirtschaftsamt Schweinfurt ihren Schülern verschiedene Gerichte zum Nachkochen. Als Hauptgericht haben wir aus der Liste eine Auswahl getroffen: Gegrillte Lammsteaks mit Bärlauchpüree und Prinzessbohnen im Speckmantel.

Die Gewürzpaste:
3 zerdrückte Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, 1 EL Petersilie, 1 TL Rosmarin, 1 TL Kreuzkümmel, 4 EL Zitronensaft, 3-4 EL Öl. Alle Zutaten für die Paste mischen, das Fleisch (800 g Lammsteaks mit Knochen) mit einem Teil der Paste bestreichen und einziehen lassen.

Die Steaks Auf dem vorgeheizten Grill von beiden Seiten grillen, mit der restlichen Paste bestreichen.

Bärlauchpüree: 600 g Kartoffeln, 30 g Bärlauch, 200 ml Milch, 30 g Butter, Salz, Pfeffer. Die Kartoffeln schälen, im Schnellkochtopf in Salzwasser kochen, den Bärlauch waschen, putzen, pürieren und mit der Milch aufgießen. Kartoffelpüree mit Bärlauchmilch verrühren und mit Butter, Salz und Pfeffer würzen.

Prinzessbohnen im Speck: 500 g Bohnen (gefroren), 50 g Butter, Kräuter (gefroren oder frisch), Salz, 100 g Speck/Räucherbauchscheiben, Muskatnuss. Die gefrorenen Bohnen werden in kochendem Salzwasser blanchiert. Vorsichtig abtropfen lassen und abkühlen lassen. Nehmen Sie die Bohnen vorsichtig in Bündeln von etwa 10 und wickeln Sie sie in eine Scheibe Räucherbauch. Die Butter mit Muskatnuss, Salz und Kräutern in einer Pfanne schmelzen und die Bohnen darin vorsichtig anbraten.

Quelle: sia/AELF