Panzerabwehrrakete – Meinung – SZ.de

Startseite » Panzerabwehrrakete – Meinung – SZ.de

In der autonomen kurdischen Region Nordirak gibt es nicht wenige Jungen mit dem Vornamen Milan. Ihre Eltern haben sie nach der deutschen Panzerabwehrrakete benannt, mit der die kurdischen Peschmerga-Kämpfer 2014 den Angriff der IS-Terrormiliz auf ihr Territorium abwehrten. Die Bundeswehr hatte die Waffe in großen Mengen an die Verteidiger abgegeben. Die Ukraine fordert nun aus Angst vor einer russischen Invasion die Lieferung von 12.000 deutschen Panzerabwehrraketen. Das sind Lenkflugkörper wie diese Mailand, die der Schütze nach dem Schießen auf das Ziel richtet, oder einfachere ungelenkte wie der RPG-7-Raketenwerfer sowjetischen Ursprungs. Im Zweiten Weltkrieg bekämpften die Armeen Panzer hauptsächlich mit Artillerie, also Kanonen. Die Lenkflugkörper veränderten später die Kriegsführung erheblich. 1973 etwa erzielten die Ägypter mit ihnen überraschende Anfangserfolge beim Angriff auf Israel. Der Lenkflugkörper wird über Drähte oder Funksignale vom Richtschützen zum Ziel gelenkt. Moderne Varianten sind mit „aktiven Führungssystemen“ ausgestattet, die über Sensoren automatisch das Ziel ansteuern, sobald der Schütze es anvisiert hat. Solche Panzer Leopard II oder die israelische Merkava sind mit komplexen Schutzschichten und Abwehrsystemen ausgestattet, die die anfliegende Rakete abfangen sollen.