Plattform „Dieter“ für einfache Gruppenverpflegung

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Lokale Produkte

Jörg Woidasky, Professor an der Hochschule Pforzheim, hat mit Partnern eine digitale Plattform entwickelt. Das hilft, wenn Sie über einen längeren Zeitraum für mehrere Personen kochen müssen. Und umfasst auch regionale Erzeuger.

„Dieter“ soll Gruppen das Kochen erleichtern. Die Idee dazu kam von Jörg Woidasky, Professor an der Hochschule Pforzheim. Die Beta-Version ist bereits verfügbar. Die Plattform soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden

Foto: Stefan Friedrich

Geht es nach Jörg Woidasky, der Professor für nachhaltige Produktentwicklung im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Pforzheim ist, dann ist „Dieter“ bald in aller Munde. „Dieter“ ist in diesem Fall der Name für eine Plattform, die nicht nur bei der Planung von Freizeitessen helfen soll, sondern auch beim Lebensmitteleinkauf auf lokale Produkte setzt.

Die Plattform befindet sich derzeit noch in der Testphase. Beteiligt sind bereits verschiedene Partner, wie das Evangelische Jugendwerk Württemberg, der Softwareentwickler Key-Work aus Karlsruhe und der Auenhof aus Neulingen-Bauschlott, der Biolandhof Aichele aus Mühlacker und der Biolandhof Reiser aus Straubenhardt.

Auf die Idee kam ihm schließlich eine Anfrage eines Jugendvereins, in dem er sich ehrenamtlich engagiert, sagt Woidasky. „Sie wollten etwas mit Nachhaltigkeit machen und fragten mich, ob ich sie unterstützen könnte.“ Die Anfrage kam zum richtigen Zeitpunkt, denn er hatte einen Ruf auf die Professur für Nachhaltige Produktentwicklung „und in diesem Zusammenhang konnte ich das vorantreiben“.

Zunächst warb Woidasky für eine studentische Abschlussarbeit und beschäftigte sich mit der Frage, wie man regionale Angebote einerseits und saisonale Verpflegung durch Ehrenamtliche andererseits tatsächlich unter einen Hut bringen kann. „Dieter“ war die Antwort auf diese Frage.

Das Tool richtet sich daher in erster Linie an Freizeitgruppen, die für einen bestimmten Zeitraum die Küchenplanung für viele Personen übernehmen müssen. Beispiel Skiausflug: „Einkaufen soll man für alle und auf der Hütte wundert man sich, dass man zu viel dabei hat“, nennt er ein klassisches Szenario, in dem „Dieter“ künftig Abhilfe schaffen soll.

„Dieter“ berechnet selbstständig eine Einkaufsliste

Mit Hilfe des Tools können Sie nicht nur genau berechnen, wie viele Produkte für wie viele Personen und in welchen Mengen benötigt werden. Aktuell sind mehr als 260 Rezepte im System hinterlegt, „die in Gruppen erprobt wurden“, sagt Woidasky. Im Prinzip muss der Benutzer dann nur noch das Rezept auswählen und angeben, wie viele Personen damit gekocht werden sollen.

Den Rest erledigt „Dieter“: Das Tool berechnet automatisch eine Einkaufsliste und gibt diese mit genauen Angaben zu Gewicht und Menge aus. „Wenn es um nachhaltige und hochwertige Gastronomie geht“, sagt Woidasky, wenn man beispielsweise mit wenig Fleisch kochen und hauptsächlich regionale Produkte verwenden möchte, dann ist „Dieter“ ideal, zumal es einen integrierten Onlineshop gibt, der es ermöglicht Den Einkauf bei regionalen Erzeugern sollte man sich vor Ort erleichtern.

Im Moment ist er daher „sehr glücklich“, dass bereits in dieser frühen Phase drei landwirtschaftliche Erzeuger aus dem Enzkreis mit an Bord sind. In Zukunft sollen noch viele weitere hinzukommen.

Mit Genossenschaftliches Modell soll künftig rregionale Erzeuger werden integriert

Die Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Programms „Land.Digital: Chancen der Digitalisierung für den ländlichen Raum“ läuft zunächst bis Ende März. Sobald diese endet, will Woidasky auf ein Genossenschaftsmodell setzen, in das dann auch regionale Erzeuger eingebunden werden können, die ihre Produkte über die Plattform verkaufen wollen.

„Selbstmarketing bietet viele Chancen“, sagt Woidasky. Doch nicht jeder Landwirt hat die Zeit und das Geld, um einen eigenen Online-Shop aufzubauen. Genau hier sollte die Genossenschaft eingreifen. „Im Idealfall wird einfach eine Excel-Liste mit den Produkten an die Genossenschaft geschickt“ und von dort automatisch in das System eingespeist. Die Idee ist, dass natürlich die Auswahl umso größer ist, je mehr es gibt.

Das Tool soll zunächst nur im Enzkreis zum Einsatz kommen, „aber natürlich möchten wir es breiter einsetzen“, sagt Woidasky – im Idealfall sogar bundesweit. Die Beta-Version von „Dieter“ ist bereits verfügbar; die Veröffentlichung soll jedoch erst im Laufe des Jahres erfolgen.