Polen: Nach Missbrauch – die Kirche will wissen, ob das Opfer Spaß hatte

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17. Januar 2022 – 10:37 Uhr Uhr

Kann das wahr sein?!

Eigentlich hat er schon mehr als genug durchgemacht: Weil er als Kind von einem Priester missbraucht wurde, verklagte Janusz Szymik eine polnische Diözese. Doch statt dem Opfer entgegenzukommen, soll ein Gutachter feststellen, ob Szymik der Missbrauch gefallen hat – weil er schwul ist!

Angeklagter Priester längst vom Vatikan verurteilt

Janusz Szymik, heute 48, wurde laut „katholisch.de“ in den 1980er Jahren als Ministrant missbraucht. Deshalb verklagte er das Bistum Bielsko-Zywiec auf 660.000 Euro Schadensersatz. Der angeklagte Pfarrer Jan W. soll die Taten bereits zugegeben haben. 2015 wurde er von der Vatikanischen Glaubenskongregation verurteilt.

Das war dem Bistum wohl nicht genug. In einem Brief an das Gericht kommt Unverschämtes ans Licht: Mit einem Gutachten soll festgestellt werden, ob Szynmik schwul ist! Laut „katholisch.de“ will das Bistum auch wissen, ob Szynmik „Zufriedenheit in der innigen Beziehung zu Pfarrer W.“ oder „materielle Vorteile“ daraus gezogen. Ein schallender Schlag ins Gesicht könnte nicht besser sein.

Auch Kritik am Verhalten des polnischen Bistums

Aber auch aus den eigenen Reihen, nämlich von der polnischen Bischofskonferenz, gibt es Kritik: „Die sexuelle Orientierung oder die Art und Weise, wie ein Kind auf Missbrauch reagiert, kann kein Argument gegen den Betroffenen sein und die Verantwortung des Täters mindern“, sagte der Leiter der Abteilung für Kinderschutz bei der Bischofskonferenz, Piotr Studnicki. „Es muss jedem klar sein, dass ein Kind niemals dafür verantwortlich ist, Gewalt zu erleiden.“ Immerhin hat sich das Bistum laut „katholisch.de“ nun dafür entschuldigt.