psychosoziale Opferhilfe im Raum Trier – SWR Aktuell

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psychosoziale Opferhilfe im Raum Trier – SWR Aktuell

Opfer der Flutkatastrophe 2021 sollen psychosoziale Hilfe erhalten. Pläne für Nachsorge- und Selbsthilfegruppen in Trier-Ehrang will die Landesregierung am Montag vorstellen.

Gut acht Monate nach dem Hochwasser im Sommer 2021 leiden laut Landesregierung Rheinland-Pfalz viele Menschen in den betroffenen Gebieten unter psychischen Folgen. Die Katastrophe hinterließ sichtbare und unsichtbare Spuren. Rettungskräfte, Freiwillige und Betroffene kamen an ihre Grenzen.


Opferbeauftragter Detlef Plazek baut eine psychosoziale Nachsorge für Opfer der Flutkatastrophe 2021 auf.


SWR



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Nach ersten akuten Hilfen für Betroffene und Unterstützung bei der Vermittlung von Therapieplätzen, heißt es in einer Mitteilung des Landesopferbeauftragter Detlef Placzekder Paritätische Landesverband und der Selbsthilfe Kontakt- und Informationszentrum Trier eine langfristige, psychosoziale Nachsorgestruktur.

Moderierte Gruppen und Selbsthilfegruppen

Das Angebot soll unter anderem moderierte Gruppenangebote und Selbsthilfegruppen beinhalten, um den Informationsaustausch unter den Betroffenen zu fördern. Nach Angaben des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz sind zehn verschiedene Standorte in den vom Hochwasser betroffenen Regionen wie im Ahrtal, in der Eifel und in Trier geplant.

Ziel des Angebots im Rahmen der aufsuchenden Selbsthilfe ist es, Betroffene, Angehörige und Helfer zusammenzubringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in begleiteten und selbstorganisierten Selbsthilfegruppen auszutauschen und ihre Bestürzung in Worte zu fassen .

Angebote sollten an kurz- und mittelfristige Hilfen anknüpfen

Die Selbsthilfeangebote sollen daher unterstützen, der Entstehung posttraumatischer Belastungsstörungen vorbeugen und Menschen auch langfristig bei der Bewältigung des Erlebten unterstützen.

Zur Begründung des Angebots acht Monate nach der Katastrophe hieß es, es sei eine Anknüpfung an die bestehenden kurz- und mittelfristigen Hilfsangebote. Es ist der nächste Schritt der Verarbeitung des Erlebten und der Rückkehr in den Alltag, denn vielen Menschen fällt die Rückkehr in den Alltag nach den Aufräumarbeiten schwer. Das Angebot ist kein Ersatz für individuelle Therapien, sondern als Ergänzung gedacht.

Beim Extremhochwasser Mitte Juli 2021 kamen im Ahrtal 134 Menschen und in der Eifel ein Mann ums Leben. Darüber hinaus wurden mehr als 750 Menschen verletzt und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört.