Sind Häuser aus 3D-Druckern nachhaltig? – SWR-Kenntnisse

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Flexibel im Design, optisch Geschmackssache

Die Branche verspricht es jedenfalls. Warum ist? Gemeint sind Häuser, die man wirklich ausdruckt. Also eine Zementmasse, die eine Maschine in der gewünschten Form ausspuckt, immer in Schichten von 15 Zentimetern, bis alle Wände stehen.

Flexibilität ist eines der Hauptargumente: Sie können die Form des Hauses nach Belieben gestalten und auch abgerundete Ecken im Innenraum lassen sich viel einfacher realisieren. Solche Häuser gibt es bereits. Optisch sind sie Geschmackssache, aber es wird sicherlich noch eine Weiterentwicklung geben.

Materialverbrauch: nur so viel wie tatsächlich nötig

Aber es ging um Nachhaltigkeit und diese Häuser haben tatsächlich ein Öko-Versprechen. Zum einen verbrauchen sie weniger Material als ein herkömmliches Massivhaus. Denn das Druckmaterial wird vor Ort gemischt, und zwar nur so viel, wie benötigt wird. Beim konventionellen Bau fahren LKWs den Beton zur Baustelle, er wird verarbeitet und immer bleibt sogenannter Restbeton übrig. Im klassischen Massivbau wird also mehr Material verwendet; Hier sind 3D-gedruckte Häuser besser.

Recycling: möglich, aber erweiterbar

Ein zweiter Pluspunkt von gedruckten Häusern ist, dass das Material recycelt und beispielsweise als Füllmaterial im Straßenbau verwendet werden kann. Die Hersteller arbeiten bereits daran, die Recyclingmethoden zu verbessern. Ziel ist es, aus alten Häusern neue zu machen. Wenn das klappen sollte, wäre das ein Fortschritt.

Verbrauch von Zement und Sand: Umweltproblematisch

Dennoch: Auch wenn das Material effizienter genutzt oder sogar wirklich recycelt wird, besteht ein erheblicher Teil davon aus Zement; Aus ökologischer Sicht ist das ein Haken. Dies lässt sich nicht quantifizieren, da sich die Hersteller über die Zusammensetzung des Druckmaterials, also des Baustoffs, sehr zurückhalten. Die meisten Unternehmen verwenden dafür einen Spezialmörtel von HeidelbergCement. Dieser Mörtel besteht aus Zement, Wasser und Sand – die genauen Proportionen sind geheim. Zement und Sand – das sind zwei problematische Stoffe.

Zement ist relativ schlecht für das Klima, da dafür Kalkstein gebrannt werden muss. Dabei werden 600 kg CO₂-Emissionen pro Tonne Zement freigesetzt. Und auch der Einsatz von Sand ist nicht optimal, denn der weltweit massive Sandbedarf für die Bauindustrie zerstört Küsten- und Flusslandschaften – mit massiven Folgen für die lokalen Ökosysteme.

Fairerweise muss man aber sagen: Im konventionellen Massivhausbau sind die Probleme mit Zement und Sand mindestens genauso groß. Wenn 3D-gedruckte Häuser effizienter gebaut und besser recycelt werden können, sollten sie gegenüber herkömmlichen Massivbauten einen ökologischen Vorteil haben – immer mit der Unsicherheit, dass das Material nicht in allen Details bekannt ist.

Berücksichtigen Sie das Material und die Emissionen des 3D-Druckers

Bei der Berechnung müssten auch Material und Emissionen berücksichtigt werden, die die Konstruktion der Maschinen, also der riesige Drucker samt Stahlrahmen und Elektromotoren, verschlingt. Dafür gibt es aber noch keine belastbaren Zahlen, denn es kommt darauf an, wie lange es hält und wie oft es genutzt wird. Je mehr Häuser mit einem Zementdrucker gebaut werden, desto weniger zählt dieser Ressourcenaufwand.

Fazit: Gut möglich, dass 3D-gedruckte Häuser ökologisch besser sind als klassische Massivbauten. Beim Vergleich habe ich Holzhäuser komplett weggelassen, die in Sachen Sand und Zement viel besser sind und sogar CO₂ speichern können. Es wäre jedoch falsch, Holzhäuser allgemein als besser darzustellen; einige Details sind wichtig. Zum Beispiel, wie lange so ein Haus hält. Dazu gehört nicht nur, wie stabil es ist, sondern auch, wie lange die Menschen darin leben möchten. Dies ist auch ein Faktor in der Frage der Nachhaltigkeit, und es gibt noch zu wenig empirische Daten für Häuser aus 3D-Druck.