Vierte Corona-Impfung: Für wen ist sie sinnvoll?

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Israel ist ein klarer Vorreiter im Bereich der Corona-Impfung. Dank einer frühzeitigen Auffrischimpfung konnte die Deltawelle weitgehend erfolgreich abgewehrt werden. Unklar ist allerdings, ob eine vierte Impfung gegen Omikron eine ähnliche Wirkung erzielen könnte – erste Daten sprechen dagegen. Doch für wen lohnt sich eine vierte Impfung und warum könnte sie trotzdem sinnvoll sein?

Doppelbooster nur geringe Wirksamkeit gegen Omicron

Vor zwei Wochen erhielten 150 Teilnehmer im Rahmen einer Doppelauffrischungsstudie die vierte Dosis des mRNA-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer. Darüber hinaus wurden 120 weitere Probanden mit einer vierten Dosis des Moderna-Impfstoffs geimpft. Bisher gab es in beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede in der Immunantwort. Ein Anstieg des Antikörperspiegels ist deutlich, reicht aber nach ersten Studien nicht aus im Kampf gegen die Omicron-Variante, wie Studienleiter Regev dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte.

In Israel laufen bereits die ersten vierten Impfungen. Insbesondere immungeschwächte Personen, medizinisches Personal und ältere Menschen sollten eine vierte Dosis erhalten.

Für wen ist eine vierte Impfung sinnvoll?

In Deutschland wird bereits die vierte Corona-Impfung durchgeführt. Medizinisches Personal soll mit Hilfe der zweiten Auffrischimpfung vor der omicron-Variante geschützt werden und so schweren Verläufen vorbeugen. Dies ist besonders wichtig, um Ausfälle und Komplikationen zu vermeiden und das Gesundheitssystem so weit wie möglich zu entlasten.

Neben Menschen aus systemrelevanten Berufen wird bereits eine vierte Impfung für ältere Menschen oder Menschen mit Immunschwäche diskutiert.

Studien zeigen, dass das Immunsystem älterer Menschen im Vergleich zu jüngeren Personengruppen in der Regel weniger auf die Impfung reagiert und weniger Antikörper produziert. Außerdem sinkt der Antikörperspiegel der älteren Generation auch schneller.

Manche Experten gehen daher davon aus, dass ältere Menschen im Gegensatz zu jüngeren mehrere Impfungen benötigen, um sich ausreichend vor schweren Verläufen zu schützen.

Eine vierte Impfung könnte auch Menschen mit Immunschwäche und Menschen, die Immunsuppressiva erhalten, zusätzlichen Schutz bieten, da auch sie wenige oder keine Antikörper gegen Coronaviren bilden.

Welcher Impfstoff sollte für die vierte Impfung verwendet werden?

Für die vierte Impfung werden in der Regel die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna verwendet. Ob künftig ein angepasster Omicron-Impfstoff geimpft werden soll, ist noch nicht entschieden. Die Impfstoffhersteller sind nach eigenen Angaben bereit, den angepassten Omicron-Impfstoff bereits im März auszuliefern, die Europäische Arzneimittelagentur hat sich noch nicht geäußert.

Aktualisiert: 19.01.2022 – Autor: Alexandra Maul, Nachrichtenredakteurin