Zulassung für Fabrik: Tesla darf Autos in Deutschland fertigen

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Zulassung für Fabrik: Tesla darf Autos in Deutschland fertigen

Laut Landesumweltminister Axel Vogel (Grüne) umfasst der Genehmigungsbescheid 536 Seiten plus 23.700 Seiten Anlagen. Rund 400 Auflagen und Auflagen seien erlassen worden. Besonderes Augenmerk wurde auf den Umwelt- und Gewässerschutz gelegt. Seit Baubeginn trommeln Umweltverbände gegen das Projekt.

Die ersten zum Verkauf stehenden Autos sollen in wenigen Wochen vom Band rollen. Nach Angaben der Landesregierung plant Tesla zwei Wochen, um die notwendigen Voraussetzungen für den Produktionsstart zu erfüllen. „Dies ist ein Zeitrahmen, den sich Tesla selbst gesetzt hat“, sagte Vogel. Tesla muss Bedingungen wie die Luftqualität erfüllen und weitere Bedingungen für die Inbetriebnahme vorlegen, etwa ein Konzept zur Unfallverhütung. Das Unternehmen erklärt: „Wir sind zuversichtlich, dass uns dies schnell gelingen wird.“

„Eine Mammutaufgabe“

Der Regierungschef zeigte sich erleichtert, dass die Genehmigung besiegelt wurde. „Wir sind auch ein bisschen glücklich und stolz, dass wir es geschafft haben“, sagte Woidke. Der Prozess war eine Mammutaufgabe. Er sieht Brandenburg als Musterland für die erfolgreiche Kombination von erneuerbaren Energien und neuen Industriearbeitsplätzen. „Wir sind nicht länger die verlängerte Werkbank des Westens“, sagte Woidke. „Brandenburg ist das Land der klimaneutralen Mobilität.“ Wie Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht er die Ansiedlung von Tesla als Blaupause für andere Unternehmen. Es gibt bereits Ankündigungen für Investitionen.

Lob gab es vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI): Die Unterstützung durch die brandenburgische Landesregierung habe zu einer erheblichen Beschleunigung des Verfahrens geführt, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Loesch der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) äußerte sich positiv. Geschäftsführer Martin Wansleben sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „In weniger als drei Jahren ist es uns gelungen, ein Investitionsprojekt im Wert von mehreren Milliarden Euro zu genehmigen und gleichzeitig zu bauen.“

Die Genehmigung für Tesla war verschoben worden, unter anderem weil das Unternehmen den Bau und Betrieb der Batteriefabrik in seinen Genehmigungsantrag aufgenommen hatte. Nachdem der erneute Antrag interpretiert worden war, begann eine Diskussion über Hunderte von Einwänden, wiederholt wegen des Vorwurfs einer zu kurzen Frist.

Streit um Wasser

Naturschützer und Anwohner befürchten Umweltgefahren durch die Fabrik. Sie halten das Wasser in der Region für gefährdet. Ein Teil des Geländes liegt in einem Wasserschutzgebiet. Tesla hat die Bedenken stets zurückgewiesen und den geplanten Wasserverbrauch gesenkt.

Allerdings gibt es vor Gericht immer noch Streit um das Thema Wasser: Naturschutzorganisationen haben in einem Verfahren um Wasserrechte einen Teilerfolg erzielt. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) erklärte die Genehmigung zur zusätzlichen Wasserentnahme in der Anlage für „rechtswidrig“ und nicht „durchsetzbar“.

Das Gericht begründete die Entscheidung am Freitagabend mit einem Verfahrensfehler und gab damit der Klage der Umweltverbände Grüne Liga und Naturschutzbund Brandenburg teilweise statt. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters hat das Landesamt für Umwelt die Öffentlichkeit nicht an der Entscheidung beteiligt, die Produktionsmenge von 2,5 auf 3,57 Millionen Kubikmeter pro Jahr zu erhöhen.

Bürgerbeteiligung muss nun nachgeholt werden. Erst dann könne die erhöhte Förderung beginnen, wie das Gericht erklärte. Wie lange das dauern wird, ist unklar. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner hatte angekündigt, bei Verlust der Wassergenehmigung den Vertrag mit Tesla zu kündigen. „Kein Wasser – kein Tesla!“

Die Landesregierung betont jedoch, dass die Wasserversorgung für das Autowerk und für die Bürger der Region sicher ist. Sie sieht keinen Zusammenhang zwischen dem Gerichtsverfahren und der Genehmigung, die sie für rechtssicher hält.

Im November 2021 verzichtete der Elektroautohersteller überraschend auf eine mögliche Landesförderung des Bundes in Milliardenhöhe für die geplante Batterieproduktion. Die EU-Kommission hatte einen Rahmen von maximal rund 1,1 Milliarden Euro bewilligt, mit Fördermitteln des Landes Brandenburg in Höhe von 120 Millionen Euro. Tesla hatte die Dauer des Genehmigungsverfahrens kritisiert.

Nach eigenen Angaben hat sich das Unternehmen mehr als 100 Standorte angeschaut, bevor es sich für Deutschland und Brandenburg entschieden hat. Es ist wahrscheinlich, dass Tesla die Zulassung groß feiern wird. Einfliegen konnte auch Elon Musk, der zuletzt im Herbst in Grünheide war und rund 9.000 Besucher aus der Region zum „Tag der offenen Tür“ begrüßte. Auch wenn einige Anwohner noch kritisch sind – Tesla sagt: „Wir fühlen uns hier in Brandenburg sehr wohl.“

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