A3 – Großrazzia gegen Menschenschmuggler mit Reul und Lindner

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Großrazzia auf der A3
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„Woher wissen wir, dass das Auto zu niedrig ist?“

Der Rastplatz Stindertal an der A3 bei Erkrath war am Dienstagabend der sicherste Parkplatz Deutschlands. Polizei und Zoll waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Was sie dort gemacht haben und warum ein 1,8 Millionen Euro teures Röntgensystem zum Einsatz kam.

Es ist kurz nach 19 Uhr, als auf der A3 bei Erkrath in Richtung Köln ein ziviles Zollfahrzeug vor einem weißen, tiefergelegten BMW hält, in dem zwei junge Männer sitzen. In der Heckscheibe des Autos blinkt der Ermittler rot „Bitte folgen“. Sie eskortieren den getunten BMW zum Rastplatz Stindertal, um dort das Auto und die beiden Insassen zu kontrollieren. Schnell wird klar: Das Auto muss abgestellt werden; es ist zu niedrig eingestellt und gefährdet den Verkehr. „Sie fahren heute nicht mehr damit“, sagt einer der Zollbeamten zum Fahrer; Der Passagier ruft seinen Anwalt an.

Mit einer gemeinsamen Großkontrolle sind Polizei und Zoll am Dienstagabend gegen Schmuggel-, Drogen- und Schmuggelkriminalität auf der Autobahn 3, einer der meistbefahrenen Europas, vorgegangen. Fast im Minutentakt führten die Ermittler verdächtige Fahrzeuge zum Parkplatz bei Erkrath. „Wir haben 150 Fahrzeuge und 200 Personen kontrolliert, zehn Anzeigen geschrieben und mehr als ein Dutzend Autos aus dem Verkehr gezogen, oft wegen Tuning-Verstößen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gegen 19.30 Uhr, der Bild zeigte selbst Platz gemacht – ebenso wie der für den Zoll zuständige Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). „Zoll und Polizei machen gemeinsam klar: Landesrecht gilt, egal ob in der Shisha-Bar oder auf der Autobahn“, so Reul weiter. „Und bei diesen Einsätzen erwischen wir immer die gleichen Leute, die sonst bei Clan-Raids ertappt werden.“

Ein Schild mit der Aufschrift „Kontrollbereich. Zutritt verboten. Vorsicht vor Strahlung“, begleitet vom Symbol für Radioaktivität. Auf dem Rastplatz hat der Zoll eine 40 Quadratmeter große Fläche abgesperrt, um ein 1,8 Millionen teures mobiles Röntgensystem nutzen zu können Euro. Mit dem schweren Gerät lassen sich unter anderem mögliche Verstecke und Waffen entdecken. „Der gesamte Inhalt wird durchleuchtet. Man sieht die Struktur der Ware im Inneren und Anomalien“, sagt Betriebsleiter Thorsten Schürrle von der Hauptzollamt Duisburg.“ Sonst kann man bei einem großen LKW nur ​​hinten reinschauen, wenn man die Luke öffnet. Wenn man wissen will, was ganz vorne gelagert ist, muss man sich da mühsam hocharbeiten, ohne das.“ Röntgengerät, was immer sehr zeitaufwändig ist“, erklärt er.

Ein Lkw mit niederländischem Kennzeichen ist angewiesen, der Fahrer muss wegen der Strahlung aus Sicherheitsgründen aussteigen. Das Gerät findet diesmal nichts Auffälliges und der Fahrer darf weiterfahren. Unweit des abgesperrten Bestrahlungsbereichs durchsuchen zwei Polizisten einen alten VW Polo. Der Fahrer macht einen verdächtigen Eindruck auf sie. Sie wollen von ihm wissen, ob er schon einmal vor der Polizei aufgetreten sei. Nein, ist er nicht. Und er habe auch nie Drogen genommen, behauptet er. Die Polizisten wollen es genau wissen: Der Mann muss sich vor Ort einem Drogentest unterziehen.

Die beiden jungen Männer mit dem weißen, tiefergelegten BMW scheinen die Geduld zu verlieren. Sie können nicht verstehen, warum ihr Auto stillgelegt werden soll. „Wir haben das Auto vor drei Monaten für 70.000 Euro gekauft“, sagt einer der beiden. Sie bemerkten nicht, dass das Auto in seinem jetzigen Zustand gegen die Verkehrsregeln verstieß. „Wir kennen das nicht. Woher sollen wir wissen, dass das Auto zu tief ist“, behauptet eine der beiden. Doch ihr Gejammer nützt nichts. Das Auto wird auf einen Abschleppwagen verladen und abtransportiert.

Hier ist die Fotogalerie: Große Polizeikontrollaktion auf der A3

(csch)