Biotechnologie – Mainz – Biontech / Pfizer produzieren Impfstoffwissen angepasst an Omikron

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Mainz (dpa) – Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben die Produktion eines auf die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für die spätere kommerzielle Nutzung gestartet. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank JP Morgan mit. Eine klinische Studie zu dem Impfstoff wird Ende Januar beginnen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis März marktreif sein werden, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen.“

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat noch nicht mitgeteilt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als der derzeit verwendete Impfstoff für erforderlich hält.

Pfizer-CEO Albert Bourla teilte dem US-Sender CNBC am Montag (Ortszeit) zudem mit, dass das Unternehmen auf eigene Gefahr mit der Produktion des maßgeschneiderten Impfstoffs begonnen habe. Er weiß nicht, ob das Mittel benötigt wird oder wie es angewendet wird. „Aber wir werden bereit sein“, sagte Bourla.

Die aktuell von verschiedenen Herstellern verwendeten Coronavirus-Impfstoffe wurden ursprünglich gegen den sogenannten Wildtyp von Sars-CoV-2 entwickelt, der erstmals Ende 2019 in China entdeckt wurde. Während die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Wirkstoffe ihre Wirkung auch gegen später virulente Mutanten wie Alpha oder Delta zeigten, könnte es bei Omikron anders aussehen.

Für das Jahr 2022 erwarten Biontech und Pfizer eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoffdosen weltweit. „Wir gehen davon aus, dass auch 2022 eine starke Nachfrage nach unserem Impfstoff bestehen wird“, sagte Sahin in seiner Online-Präsenz.

Die Pandemie-Situation ist derzeit noch unklar und es ist nicht absehbar, welche Virusvariante als nächstes auftauchen wird. „Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Omikron-Impfstoff auch die Immunantwort gegen alle bestehenden Varianten verstärkt“, sagte Sahin.

Von einer Pandemie zu einer endemischen Entwicklung, also zu einer weniger ernsten Situation als derzeit, ist es laut Biontech noch ein weiter Weg. Sichere Vorhersagen seien nicht möglich, sagte Sahin. Das Coronavirus hat aufgrund seiner weltweiten Verbreitung ein riesiges Reservoir für neue Varianten, die sich schnell ausbreiten könnten.

Im vergangenen Jahr haben Biontech und Pfizer Berichten zufolge weltweit rund drei Milliarden Impfstoffdosen hergestellt. Der Marktanteil für Dezember 2021 wurde auf 80 Prozent in Europa und 74 Prozent in den USA geschätzt. Für das Geschäftsjahr 2022 schätzt Biontech allein den Umsatz mit dem Corona-Impfstoff auf 13 bis 17 Milliarden Euro, für das Geschäftsjahr 2021 auf 16 bis 17 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht der Anfang November vorgelegten Umsatzprognose für 2021. Die Zahlen für das vierte Quartal liegen noch nicht vor.

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