Corona aktuell: Geringe Inzidenz in Ostdeutschland – Politik

Startseite » Corona aktuell: Geringe Inzidenz in Ostdeutschland – Politik

Die ehemaligen Corona-Hotspots in Ostdeutschland melden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit relativ niedrige Werte. Während die Inzidenz für ganz Deutschland bei 407,5 liegt, hat Sachsen mit 239,5 den niedrigsten Wert aller 16 Bundesländer vor Sachsen-Anhalt mit 254,4 und Thüringen mit 277,6. An der Spitze liegt Bremen mit 1.296,8 und Berlin mit 856,4.

Die dortige Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärt den starken Rückgang der Inzidenz in Sachsen unter anderem mit den regional verschärften Corona-Regeln: „Das waren harte Maßnahmen, das waren harte Kürzungen“, sagt Köpping. Ähnlich sieht es der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz: „Durch die Maßnahmen (bei Erwachsenen) haben wir eine Kontaktreduktion von 50 Prozent erreicht.“ Aus diesem Grund flachte die Infektionswelle mit der Delta-Variante früher ab. Die hochansteckende Omikron-Variante ist in Sachsen zunächst weniger verbreitet als in anderen Regionen. Sollte sich Omikron durchsetzen, wird sich die Lage nach Scholz jedoch schnell ändern. „Wir erwarten spätestens Ende Januar wieder einen Anstieg. Es wird wieder Rekordzahlen geben.“ Diese Einschätzung teilt auch das Thüringer Gesundheitsministerium. „Nach all den Prognosen und Berechnungen gehen wir davon aus, dass sich die Lage in Thüringen noch einmal zuspitzen wird“, sagte eine Sprecherin. (12.01.2022)

  • Wie sinnvoll sind Schnelltests? (Größenordnung Plus)

So viele Neuinfektionen wie noch nie in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete innerhalb von 24 Stunden mit 80.430 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand für Deutschland. Vor genau einer Woche waren 58.912 Neuinfektionen registriert worden, obwohl es im Laufe der Ferien noch Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 387,9 auf 407,5. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben. 384 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit steigt die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 114.735.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,34 (Montag mit 3,37) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 6.836.600 an. (01.12.2022)

Experte warnt davor, Antigentests für kostenlose Tests zu verwenden

In der Debatte um die Zuverlässigkeit von Antigentests warnt ein Experte vor falscher Sicherheit durch negative Testergebnisse. „Freistiltests nur mit einem Antigentest sind nicht möglich“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auf Pläne der Bundesregierung, nicht nur mit PCR-Tests, sondern auch mit „hochwertigen“ Antigen-Tests frühzeitig kostenlose Tests aus der Quarantäne zu ermöglichen. Da Antigentests, zu denen Selbsttests und Schnelltests gehören, vor allem bei geringer Viruslast oft nicht funktionieren, sei dies ein problematisches Signal, sagt Bobrowski.

Die Viruslast sinkt tendenziell recht schnell, insbesondere bei Omikron, insbesondere bei geimpften Personen. Bobrowski wies darauf hin, dass der Unterschied in der Zuverlässigkeit aller Antigentests im Vergleich zum PCR-Test „sehr signifikant“ sei, insbesondere bei asymptomatischen Corona-Infektionen. Während die PCR-Tests beim Nachweis von Corona-Infektionen auch bei geringer Viruslast fast immer korrekte Ergebnisse lieferten, sei der Antigentest bei asymptomatischen Verläufen mit niedriger Viruslast nur bei etwa der Hälfte der Infizierten korrekt positiv ausgefallen, sagte der Experte.

In Bezug auf PCR-Tests hat das Gesundheitsministerium kürzlich erklärt, dass die mögliche wöchentliche Kapazität von 2,4 Millionen Tests mit den derzeit bis zu 1,5 Millionen PCR-Tests noch nicht ausgeschöpft sei. Der Vorsitzende des Verbandes akkreditierter Laboratorien in der Medizin (ALM), Michael Müller, sagte laut Mitteilung: „Die Belastung in den Labors ist erheblich, aber ich sehe keinen Grund zur Sorge.“ (12.01.2022)

Patientenanwalt fordert Abkehr von Scholz von Impfpflichten

Der Patientenanwalt Eugen Brysch fordert Bundeskanzler Olaf Scholz auf, den Plan einer generellen Corona-Impfung aufzugeben. „Die Diskussion um die Impfpflicht überschattet derzeit alles. Aber ob sie wirklich kommt, wird immer unwahrscheinlicher“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Auch wenn die Bundeskanzlerin das Impfen zur obersten Priorität gemacht hat, sollte Olaf Scholz jetzt die Größe haben, umzukehren. Weil dringendere Themen viel zu lange aufgeschoben wurden.“

Die Fragen zur Impfpflicht seien sehr komplex, sagt Brysch. Wer jetzt loslegen will, muss auch erklären, wie der Ausstieg aus dem Dienst möglich sein wird. „Und das vor dem Hintergrund, dass weder Virusvarianten in Zukunft gestoppt werden können noch Impfungen zu einer sterilen Immunität führen“, argumentiert der Patientenfürsprecher. Klar ist jedoch, dass die Impfung der beste Schutz für sich selbst ist.

Deshalb fordert Brysch auch ein Angebot einer vierten Impfdosis gegen das Coronavirus für alle bis zum Sommer. „Jeder soll die Möglichkeit haben, bis zum Sommer ein viertes Impfangebot mit den aktuell verfügbaren Wirkstoffen in Anspruch nehmen zu können“, sagte Brysch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis, der auch Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist, rät davon ab, jetzt eine vierte Impfung anzubieten. „Bei einer systematischen vierten Impfung sollten wir warten, bis ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. (12.01.2022)

Fauci: Omikron wird fast jeden treffen

Laut dem führenden US-Experten Anthony Fauci wird die extrem ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus früher oder später fast jeden treffen. „Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Wirksamkeit des Transfers wird Omikron letztendlich fast jeden finden“, sagte der Immunologe und Präsidentenberater. Auch Geimpfte würden sich anstecken, aber die meisten hätten es nicht so schwer, müssten also nicht ins Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagte Fauci in einem Interview mit dem Think Tank Center for Strategic and International Studies, CSIS ).

Am schlimmsten werden diejenigen sein, die noch nicht geimpft sind, sagte Fauci. In den USA sind nur 208 Millionen Menschen oder knapp 63 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Bisher haben nur 76 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt vor steigenden Fallzahlen in Europa gewarnt. In den nächsten zwei Monaten könnte sich mehr als die Hälfte der Menschen auf dem Kontinent mit Omikron anstecken. Omikron stellt eine Flutwelle dar, die von West nach Ost über die WHO-Region Europas rollt, zu der auch nichteuropäische Länder gehören, und trägt zu dem Anstieg der Delta-Zahlen bei, den die Länder bis Ende 2021 erfahren hätten, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge bei einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. (01.12.2022)

Biontech und Pfizer produzieren Omikron-adaptierten Impfstoff

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit der Produktion eines auf die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für die spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Das gab Biontech-Chef Uğur ahin auf einer Konferenz bekannt. Eine klinische Studie zu dem Impfstoff wird Ende Januar beginnen. „Wir gehen davon aus, dass wir im März, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen, bereit sein werden, den Markt zu beliefern“, sagte Şahin.

Die aktuell von verschiedenen Herstellern verwendeten Coronavirus-Impfstoffe wurden ursprünglich gegen den sogenannten Wildtyp von Sars-CoV-2 entwickelt, der erstmals Ende 2019 in China entdeckt wurde. Während die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Wirkstoffe ihre Wirkung auch gegen später virulente Mutanten wie Alpha oder Delta zeigten, könnte es bei Omikron anders aussehen.

Von einer Pandemie zu einer endemischen Entwicklung, also zu einer weniger ernsten Situation als derzeit, ist es laut Biontech noch ein weiter Weg. Sichere Vorhersagen seien nicht möglich, sagte Şahin. Das Coronavirus hat aufgrund seiner weltweiten Verbreitung ein riesiges Reservoir für neue Varianten, die sich schnell ausbreiten könnten. Im vergangenen Jahr stellten Biontech und Pfizer weltweit rund drei Milliarden Impfstoffdosen her. Der Marktanteil für Dezember 2021 wurde auf 80 Prozent in Europa und 74 Prozent in den USA geschätzt. Für das Geschäftsjahr 2022 schätzt Biontech allein den Umsatz mit dem Corona-Impfstoff auf 13 bis 17 Milliarden Euro, für das Geschäftsjahr 2021 auf 16 bis 17 Milliarden Euro.

Deutschland hat sich inzwischen fünf Millionen Biontech-Impfstoffdosen gesichert, die eigentlich für Rumänien bestimmt waren. Sie stammten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums aus den EU-Kontingenten, wurden aber von Rumänien nicht benötigt. Insgesamt sollen in den drei Wochen vom 17., 24. und 31. Januar rund 32 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, wie es weiter hieß – zwölf Millionen von Biontech und 20 Millionen von Moderna. (11.01.2022)

Spaniens Ministerpräsident will Covid-19 als endemisch einstufen

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat seine europäischen Partner ermutigt, die Frage zu diskutieren, Covid-19 nicht mehr als Pandemie, sondern als endemische Krankheit zu behandeln, und ein Modell für die Überwachung der Virusentwicklung zu entwickeln, ähnlich dem, das für die Grippe verwendet wird. „Das ist eine notwendige Debatte“, sagte Sánchez in einem Interview mit dem Radiosender Cadena Ser. Er wies darauf hin, dass die Letalität des Coronavirus seit Beginn der Pandemie zurückgegangen sei.

Die Omikron-Variante hat in den letzten Wochen in weiten Teilen Europas die Zahl der Infektionen in die Höhe schnellen lassen. Allerdings ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle geringer als bei früheren Varianten. Sánchez sagte, es könnte jetzt Gründe geben, die Krankheit „vorsichtig“ anhand anderer Parameter als den zuvor verwendeten zu beurteilen. Die spanische Regierung arbeite in den vergangenen Wochen an einem neuen Monitoringkonzept, sagte Sánchez. Gesundheitsministerin Carolina Darias diskutierte die Angelegenheit mit ihren europäischen Kollegen.

Das spanische Gesundheitsministerium meldete in den vergangenen sieben Tagen knapp 692.000 Neuinfektionen, 13,4 Prozent der Krankenhausbetten sind mit Corona-Patienten belegt. Vor einem Jahr waren es 13,8 Prozent, als die Zahl der Neuerkrankungen innerhalb einer Woche noch knapp über 115.000 lag. (01.11.2022)