Corona-Bonus: Auch Pforzheimer Unternehmen haben einen Bonus ausgezahlt – Sparsamkeit

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Berlin/Pforzheim. Netto und brutto: Zehntausende Beschäftigte in Deutschland erhalten Corona-Prämien. Mal sind es ein paar hundert Euro, mal vierstellige Summen ohne Abzug von Steuern oder Abgaben, so eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Punkt schnitten zuletzt die 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten in den Bundesländern am besten ab. Bis spätestens März erhalten Sie 1300 Euro als Corona-Bonus. Rund 170.000 Mitarbeitern der landeseigenen Deutschen Bahn wurden im Herbst 1.000 bis 1.100 Euro zugesagt. Auch die Prämien für 120.000 Beschäftigte bei Volkswagen sowie bei den Energiekonzernen Eon und RWE mit insgesamt rund 55.000 Beschäftigten liegen im vierstelligen Bereich. Die Prämien betragen oft einige hundert Euro. „Den Automobilzulieferern stehen unsichere Zeiten bevor, aber wir sind vergleichsweise gut aufgestellt“, sagt Andreas Kramski vom Pforzheimer Feinwerktechnik-Spezialisten Kramski. „Deshalb war es für uns selbstverständlich, die gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen und unsere Mitarbeiter vom ‚Brutto-gleich-Netto-Effekt‘ profitieren zu lassen.“ Die Kramski-Mitarbeiter dürfen sich über eine Prämie von 700 Euro im Portemonnaie freuen.

Auf Nachfrage der PZ berichtet auch Gewerkschaftssekretär Arno Rastetter von der IG Metall Pforzheim, dass Unternehmen bereit seien, den Corona-Bonus in Anspruch zu nehmen. Zu der tariflich vereinbarten Leistung von 500 Euro hätten manche „etwas mehr draufgelegt“, darunter die Raffinerien. Auch nicht tarifgebundene Metallunternehmen hätten von der Möglichkeit einer Sonderzahlung Gebrauch gemacht.

Große Sprünge lassen sich damit nicht unbedingt machen. Denn die Prämien mildern vor allem den Kaufkraftverlust, den Arbeitnehmer im vergangenen Jahr hinnehmen mussten. Laut der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung stiegen die Löhne 2021 um vergleichsweise schwache 1,7 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Preise nach ersten Schätzungen um 3,1 Prozent so stark wie lange nicht mehr – real. die meisten Leute hatten weniger in ihren Taschen.

Auch für die Beschäftigten im Einzelhandel gab es in der Pandemie besondere Belastungen. Die Schwarz-Gruppe mit ihren Filialisten Lidl und Kaufland hat in Deutschland wiederholt Prämien an über 170.000 Mitarbeiter ausgezahlt. Diese Summe belief sich nach Angaben des Unternehmens für die Jahre 2020 und 2021 auf insgesamt 95 Millionen Euro. Die Mitarbeiter der Drogeriemarktkette dm erhielten neben einer Jahresendzahlung auch Corona-Sonderzahlungen. 2020 waren es insgesamt jeweils 400 Euro in Form eines Warengutscheins und einer Sonderzahlung.

Der Discounter Aldi Süd bedankte sich nach eigenen Angaben dreimal mit Corona-Prämien, teils als Warengutschein, teils als Sonderzahlung – wobei es den Mitarbeitern in Vertrieb und Logistik besser ging als der Verwaltung.