Der omicron-Subtyp BA.2 nimmt laut RKI weiter zu

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Der omicron-Subtyp BA.2 nimmt laut RKI weiter zu

Teststation – Die BA.2-Variante von Omikron breitet sich aus. – © Foto: Matthias Balk/dpa

Die nach ersten Erkenntnissen noch schneller übertragbare BA.2-Variante von Omikron hat laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland merklich zugenommen.

Das RKI verzeichnete in seinem Wochenbericht, dass der Anteil der in einer Stichprobe untersuchten Corona-Fälle zuletzt auf 14,9 Prozent gestiegen sei. Diese Angaben beziehen sich auf die Woche bis zum 6. Februar – für die Woche davor gibt das RKI den Anteil mit 10,4 Prozent an.

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Teststation - © Foto: Matthias Balk/dpa

Pflegeheim - © Foto: Bodo Marks/dpa

Es liegen noch nicht genügend Daten vor, um die Merkmale des Subtyps im Hinblick auf die Schwere der Erkrankung genauer einschätzen zu können. Aufgrund der fortschreitenden Verbreitung und leichteren Übertragbarkeit von BA.2 sei jedoch „ein langsamerer Rückgang oder ein erneuter Anstieg der Fallzahlen nicht auszuschließen“, heißt es.

Lockerung

Zu einer solchen Entwicklung könnten daher auch die geplante Lockerung der Corona-Maßnahmen und eine damit verbundene Zunahme der Kontakte beitragen. Experten weisen in letzter Zeit vermehrt auf BA.2 als möglichen Unsicherheitsfaktor hin. In Ländern wie Dänemark hat sich der Subtyp bereits rasant verbreitet. Das ist also auch in Deutschland möglich und könnte nach Ansicht vieler dafür sorgen, dass die Omicron-Welle verlängert wird.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte in der Debatte um die von Bund und Ländern geplanten weitreichenden Öffnungsschritte bereits die Einschätzung formuliert, dass der Höhepunkt der Omicron-Welle überschritten sei. Die RKI-Experten erläutern nun im Wochenbericht, dass Deutschland ihren Schätzungen zufolge mit mehr als einer Million gemeldeten Neuinfektionen in der Woche bis zum 13. Februar auf dem Höhepunkt der fünften Welle lag.

Angesichts zuletzt leicht rückläufiger Fallzahlen deutet sich nun an, dass dieser Höchststand überschritten wird. „Allerdings herrscht immer noch ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung“, warnen die Experten. Die Belastung auf den Intensivstationen ist nach wie vor hoch. Bis Mittwoch waren 2466 positiv auf Corona getestete Patienten auf Intensivstationen behandelt worden, eine Woche zuvor waren es noch 2398 gewesen.

Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen wurden laut RKI noch bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren verzeichnet. Aber auch in den höheren Altersgruppen sind die Sieben-Tage-Inzidenzen zuletzt wieder deutlich gestiegen.

vorsichtig sein

Angesichts geplanter Lockerungen der Corona-Maßnahmen mahnt das RKI zudem zu besonderer Rücksichtnahme im Umgang mit gefährdeten Gruppen. Die Zahl der Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen ist in der Woche bis zum 13. Februar erneut gestiegen, wie der Wochenbericht zeigt. Die Zahl der aktiven Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen ist auf 414 gestiegen (Vorwoche: 373). Bei diesen Ausbrüchen wurden 5.226 Fälle gemeldet. In medizinischen Behandlungseinrichtungen sei die Zahl der aktiven Ausbrüche „stabil, aber auf hohem Niveau“ geblieben.

„Erfolgreiche Corona-Maßnahmen ermöglichen Entspannung und mehr Kontakte. Aber: Gefährdete Gruppen wie ältere Menschen müssen weiterhin vor #Omicron geschützt werden“, kommentierte die Behörde auf Twitter. Aus diesem Grund sind ein vollständiger Impfschutz mit Auffrischungsimpfungen, Schnelltests und die Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen nach wie vor von großer Bedeutung, insbesondere vor und während Begegnungen mit Risikopersonen.

Vor dem Hintergrund der geplanten Lockerungen in Deutschland forderte Eugen Brysch, Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Patientenschutz, einen konsequenteren Schutz besonders gefährdeter Menschen in der Alten- und Krankenpflege. Bisher habe er nicht den Eindruck, dass die Fakten ausreichend in die Schutzstrategien einfließen: „Man muss sich der Grenzen der Impfung bewusst sein“, sagte Brysch und verwies auf die mögliche Ansteckung und Virusübertragung auch bei denen, die es waren dreimal geimpft. Gegen die Impfung wolle er nicht argumentieren, sie bedeute immer noch Selbstschutz. „Aber die Strategie für gefährdete Gruppen muss Test, Test, Test sein.“ Masken sollten auch weiterhin konsequent getragen werden.

© dpa-infocom, dpa:220218-99-181908/4

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