Führerscheinumtausch: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

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Der alte „Flickenteppich“ hat bald ausgedient: Um Missbrauch vorzubeugen, müssen EU-weit alle Kfz-Führerscheine gegen einheitliche und fälschungssichere Kopien umgetauscht werden. Dies gilt sowohl für Papier- als auch Kreditkartenformate, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Zahlreiche Peiner sind von der Aktion betroffen. Nicht wenige haben es bereits geschafft, aber längst nicht alle. Zeit ist für das erste von entscheidender Bedeutung.

Der Austausch erfolgt gestaffelt nach dem Geburtsjahr

„Die Gesamtzahl der betroffenen und unbefristeten Altführerscheine liegt bei rund 108.500, davon wurden bereits rund 30 Prozent umgetauscht“, sagt Christian Gleicher, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr im Kreis Peine. Um die Aktion für die Behörden bezahlbar zu machen, sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich das neue Dokument jährlich gestaffelt zu besorgen. 2033 soll das Projekt abgeschlossen sein. Das klingt noch weit weg, aber die erste Gruppe muss sich beeilen: Für die zwischen 1953 und 1958 Geborenen läuft die Frist bereits am 19. Januar dieses Jahres – also am kommenden Mittwoch.

„In Peine trifft das auf rund 8.200 Menschen zu“, sagt Gleicher. Um den Zuzug einzudämmen, hat der Landkreis in den vergangenen Monaten Bürgerinnen und Bürger mit diesen Geburtsjahren zum Handeln aufgerufen. Das funktionierte auch ganz gut, aber längst nicht alle Betroffenen waren der Aufforderung gefolgt.

Wer nicht tauscht, muss mit einer Mahngebühr rechnen

Wer bei einer Kontrolle seinen alten Führerschein vorzeigt, obwohl er ihn hätte umtauschen müssen, wird denen gleichgestellt, die seinen Führerschein nicht dabei haben: Er muss mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen. „Allerdings haben sich die Verkehrsminister der Länder darauf geeinigt, eine Nachfrist von sechs Monaten zu gewähren. Aber dann wird es ernst“, erklärt Gleicher.

Wer muss seinen Führerschein bis wann umtauschen?

Für den Führerscheintausch gibt es laut ADAC zwei Tische. Ebenfalls zuerst kommt die Urkunde, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurde. Hier nach Geburtsjahr: Stichtag für die Jahrgänge 1953 bis 1958 ist der 19. Januar 2022. Danach folgen die Jahrgänge 1959 bis 1964: Sie müssen ihren Führerschein bis zum 19. Januar 2023 umgetauscht haben. Die zwischen 1965 und 1970 Geborenen haben ein Jahr länger (Frist 19. Januar 2024). Bis zum 19. Januar 2025 haben die Jahrgang 1971 oder später Zeit. Besonders lange haben die ältesten Autofahrer Zeit: Wer vor 1953 geboren ist, muss erst bis zum 19. Januar 2033 aktiv geworden sein. Zu diesem Zeitpunkt soll die gesamte Umtauschaktion abgeschlossen sein.

In den Jahren 2025 bis 2033 werden die ab 1999 ausgestellten Führerscheine umgetauscht. Auch hier gibt es Fristen, diese richten sich aber nicht nach dem Geburtsjahr des Besitzers, sondern nach dem Ausstellungsjahr. Faustregel: Je neuer das Dokument, desto später muss es ausgetauscht werden. Eine tabellarische Übersicht hierzu finden Sie auf der Website der ADAC.

Und wie läuft der Austausch? „Zunächst brauchen Sie einen Termin bei der Führerscheinstelle in der Werner-Nordmeyer-Straße. Sie können es online über die Website des Landkreises Peine buchen oder telefonisch unter (0 51 71) 4 01 65 01 vereinbaren“, erklärt Gleicher. Allerdings sollten Sie mit der Terminvereinbarung nicht zu lange warten, da Sie mit einer Vorlaufzeit von zwei bis drei Monaten rechnen müssen. Doch diese Zeit lässt sich sinnvoll nutzen: Wurde der Führerschein nicht in Peine ausgestellt, muss eine Kopie der Karteikarte bei der ausstellenden Behörde angefordert und rechtzeitig eingereicht werden. „Das zu arrangieren ist Sache des Führerscheininhabers. Die Kopie wird uns dann direkt von der anderen Behörde zugeschickt“, beschreibt Gleicher das Prozedere. Auch für diesen Prozess sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.

Ihren alten Führerschein können Sie zur Erinnerung behalten

Zum vereinbarten Termin bei der Führerscheinstelle in Peine sind ein aktuelles biometrisches Passfoto, der alte Führerschein und der Personalausweis mitzubringen. Die Mitarbeiter des Landkreises leiten dann alles Weitere ein und versehen den alten Führerschein mit einem Ablaufvermerk. Sie ist noch vier Wochen gültig, weil die neue erst in der Bundesdruckerei erstellt und dann an den zukünftigen Besitzer geschickt werden muss. Dies dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. „Ihren alten Führerschein, dem viele Menschen emotional sehr verbunden sind, können Sie gerne als Andenken behalten“, macht Gleicher deutlich.

Der Umtausch kostet rund 30 Euro. Es hat keinen Einfluss darauf, welche Fahrzeuge gefahren werden dürfen. Diese Informationen werden akzeptiert. Neu ist, dass der Führerschein nicht mehr unbegrenzt gültig ist: Er läuft nach 15 Jahren ab und muss dann neu ausgestellt werden. „Aber das ist eine Formsache, ähnlich wie beim Personalausweis“, versichert Gleicher. Dabei handelt es sich nicht um eine Untersuchung oder einen Gesundheitscheck. Für Lkw- und Busführerscheine gelten die gleichen Regeln wie bisher.

Von Kerstin Wosnitza