Geschichte – Dresden – Dresden feiert Gedenktag mit Gedenken und Versammlungen – Wissen

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Dresden (dpa) – Zahlreiche Veranstaltungen am Sonntag in Dresden erinnern an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg vor 77 Jahren. Nach einer coronabedingten Pause im Jahr 2021 ist dieses Mal wieder ein persönliches Gedenken möglich. Die traditionelle Menschenkette soll ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen, wie die Stadt mitteilte. Die sächsische Landeshauptstadt wehrt sich damit gegen eine erneute Vereinnahmung des Jubiläums durch Rechtsextreme. Mehrere Proteste sind angekündigt – und die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Das Programm reicht vom stillen Gedenken an Begräbnisstätten über den Dresdner Friedenslauf, eine Mahnwache für die Dresdner Opfer des Holocaust, Kundgebungen gegen Rechts, die Spur der Täter bis hin zu Konzerten, Gottesdiensten und einem Gedenkweg. Zum Zeitpunkt des ersten Angriffs läuteten die Glocken aller Kirchen in der Innenstadt wie gewohnt.

Die Polizei erwartet mehrere hundert Teilnehmer in einem rechten Fahrstuhl. Sie will nach eigenen Angaben die Versammlungsfreiheit für alle garantieren, die friedlich und gewaltfrei zusammenkommen – und setzt auf Kommunikation und Deeskalation. Unterstützt werden die Dresdner Beamten von Bereitschaftspolizisten anderer Länder und von der Bundespolizei.

Fast drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs hatten alliierte Bomber am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach Teile Dresdens in Schutt und Asche gelegt. Die genaue Zahl der Opfer konnte nie ermittelt werden. Nach Angaben einer Expertenkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben und eine Fläche von zwölf Quadratkilometern wurde komplett zerstört. Seit einigen Jahren nutzen Rechtsextremisten das Jubiläum regelmäßig, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren und den Alliierten ein Kriegsverbrechen vorzuwerfen.

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