Gesundheit: Ärztekammer: Anfang Februar wird es eng in den Kliniken – in Deutschland

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„Spätestens Anfang Februar wird es in den Krankenhäusern deutschlandweit sehr eng, wenn die Infektionszahlen weiter in diesem Tempo steigen“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es geht nicht nur um wachsende Patientenzahlen. „Wir rechnen damit, dass in den kommenden Wochen eine große Zahl von medizinischem und pflegerischem Personal ausfallen wird, weil sie sich angesteckt haben und sich isolieren müssen.“ Dies gilt sowohl für die ambulante Pflege als auch für die stationäre Pflege.

„Das Personal ist der Flaschenhals“

Ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen könne dazu führen, „dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr dem üblichen Standard entspricht“, sagte Johna. Anders als in der ersten Welle der Pandemie geht es nicht mehr um zu wenig Technik oder zu wenige Beatmungsgeräte. „Das Personal ist der Flaschenhals“

Auch der Bundesverband der privaten Träger sozialer Dienste warnt angesichts des zunehmenden Mangels an Pflegekräften vor einer Gefährdung der Versorgung. Dessen Präsident Bernd Meurer sagte der „Welt am Sonntag“: „Ohne zusätzliche Kräfte – ob von der Bundeswehr oder vom Zivilschutz – bestehen erhebliche Versorgungsgefahren.“ Die Belastungsgrenzen sind erreicht und weitere Personalengpässe sind nicht mehr zu bewältigen. Der Verband vertritt 12.000 Pflegeheime und soziale Dienste.

Die Caritas Altenhilfe, die 72 Senioreneinrichtungen in drei Bundesländern betreibt, forderte, die Impfpflicht für Pflegekräfte auszusetzen. „Angesichts der relativ milden Verläufe durch die Omicron-Variante und der aktuellen Personalknappheit ist eine Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen nicht mehr vertretbar und muss bis zur Entscheidung über eine allgemeine Impfpflicht ausgesetzt werden“, sagte eine Sprecherin die Zeitung. Bis zum 15. März müssen Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen laut Bundesgesetz einen Nachweis über eine abgeschlossene Impfung, einen Genesungsnachweis oder ein ärztliches Attest über ihre Nicht-Impffähigkeit vorlegen.

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