Gesundheit – Beim Arzt: Keine Eile bei Selbstzahler – Gesundheit

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Düsseldorf (dpa/tmn) – Wenn Ihnen in der Arztpraxis eine privat bezahlte Zusatzleistung angeboten wird, sollten Sie sich nicht dazu drängen lassen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen macht deutlich, dass sich niemand schnell entscheiden muss.

Wenn Ärzte deshalb Druck auf Patienten ausüben, ist das unehrlich. Zusatzleistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, sind laut Verbraucherschützern „nicht dringend“. Die Krankenkasse zahlt, was medizinisch notwendig, wirtschaftlich und ausreichend ist.

Fragen Sie an der Kasse – zahlt sie?

In jedem Fall kann es sich lohnen, zunächst bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, ob diese die Kosten doch übernimmt. Manche zahlen auch Behandlungen, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind. Das muss aber vorher geklärt werden, so Verbraucherschützer. Hinterher geht es nicht. Dann könnten Sie auf Kosten sitzen bleiben, obwohl die Kasse bezahlt hätte.

Auch in Bezug auf das Geld ist wichtig, dass Ärzte Sie vorab informieren müssen, wenn eine Behandlung oder Untersuchung nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse übernommen wird. Es sollte ein Kostenvoranschlag vorliegen, der den zu zahlenden Betrag möglichst genau aufschlüsselt. Laut Verbraucherzentrale sind Pauschalpreise ebenso wenig zulässig wie Vorauszahlungen. Die Praxis ist zur Rechnungsstellung verpflichtet.

Keine Unterschrift auf Verzicht

Ein weiteres Detail: Wer die angebotene Selbstzahlerleistung ablehnt, muss dies nicht durch Unterzeichnung einer Verzichtserklärung bestätigen. Der Arzt kann die Absage für sich selbst aufschreiben, die Verbraucherschützer schreiben – dafür braucht er aber nicht die Unterschrift des Patienten.

Bei vielen dieser sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) ist der tatsächliche gesundheitliche Nutzen durch die Forschung nicht ausreichend belegt. Bei der Abwägung für oder gegen einen solchen Service kann ein Blick auf das Informationsportal „IGeL-Monitor.de“ hilfreich sein. Dabei werden IGeL-Dienste hinsichtlich ihres Nutzens und potenziellen Schadens bewertet.

Der IGeL-Monitor wird vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen betrieben.

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