Gesundheit: Weniger Corona-Maßnahmen und mehr Freiheit – im Inland

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Gesundheit: Weniger Corona-Maßnahmen und mehr Freiheit – im Inland

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Auch die lange geschlossenen Clubs und Diskotheken dürfen wieder öffnen, dort gilt die 2G Plus-Regelung. Aufgenommen werden also nur Genesene und Geimpfte mit einem Test oder mit einer dritten Impfung.

Die neuen Lockerungen sind der zweite Schritt im bundesweiten Lockerungsplan, den Bund und Länder Mitte Februar beschlossen haben. Bei Veranstaltungen sind nun mehr Gäste erlaubt. Bund und Länder hatten festgelegt, dass bei Großveranstaltungen mehr geimpfte oder genesene Zuschauer (2G) zugelassen werden dürfen als bisher – in Innenräumen sind es maximal 6000 Personen bei einer maximalen Auslastung von 60 Prozent. Im Außenbereich können 75 Prozent der Maximalkapazität genutzt und maximal 25.000 Personen zugelassen werden.

Ab dem 20. März sollen „alle tiefgreifenderen“ Maßnahmen entfallen, wenn es die Situation in den Kliniken zulässt. Die bundesweite Rechtsgrundlage für solche Maßnahmen läuft am 19. März aus. Sogenannte Basisschutzmaßnahmen, wie die Maskenpflicht in Innenräumen, sollen bestehen bleiben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich zuletzt ausdrücklich gegen die Erwartung eines „Tags der Freiheit“ mit dem Wegfall aller Maßnahmen ausgesprochen.

Höhepunkt der Omicron-Welle bei älteren Menschen

In der Omicron-Welle dürften laut Robert-Koch-Institut (RKI) Infektionen bei Senioren weiter zunehmen. „In dieser Altersgruppe steht der Höhepunkt der Welle noch bevor“, heißt es im Corona-Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend. In der vergangenen Woche gab es einen weiteren, wenn auch schwächeren Anstieg in den Altersgruppen ab 65 Jahren, während die Werte für die Jüngeren gesunken sind. Im Wochenvergleich wurden erneut mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet.

Insgesamt gehe der sehr hohe Infektionsdruck in der Bevölkerung nur sehr langsam zurück, schreibt das RKI. Allerdings scheint der Höhepunkt der fünften Welle in den meisten Bundesländern überschritten zu sein. „In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hingegen sind die Inzidenzen weiter gestiegen oder wieder gestiegen“, hieß es mit Blick auf die Vorwoche. Auf Twitter erneuerte das Institut seinen Impfaufruf: Das schütze sehr gut vor schweren Erkrankungen, „auch die Älteren: Bitte impfen/auffrischen lassen.“

Die wohl noch leichter übertragbare omicron-Untervariante BA.2 ist dem Bericht zufolge in Deutschland weiter gewachsen. Ihr Anteil lag in der vorletzten Woche nach den neuesten verfügbaren Daten bei rund 38 Prozent in einer Stichprobe, nach rund 25 Prozent in der Vorwoche. Seit Anfang des Jahres steigt der BA.2-Anteil kontinuierlich an, während die Funde der am weitesten verbreiteten Omicron-Subvariante BA.1 rückläufig sind. Die Entwicklung ist auch international zu beobachten.

„Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Unterlinie BA.2 ist ein deutlich langsamerer Rückgang oder erneuter Anstieg der Fallzahlen nicht auszuschließen“, schreibt das RKI. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf ist, wie stark die Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen zunehmen. Am Donnerstag meldete das RKI nach langem Rückgang einen leichten Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Dies kann ein Ausreißer sein, aber auch ein Hinweis auf eine Trendwende.

© dpa-infocom, dpa:220303-99-360701/4

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