Die PNP hat die großen Unternehmen im Chemiedreieck gefragt, wie sie die aktuelle Situation während des Ukraine-Krieges einschätzen und wie sie sich auf die weitere Entwicklung vorbereiten.
Auch wenn die Handelsbeziehungen Bayerns mit der Ukraine und Russland einen vergleichsweise geringen Anteil am gesamten Handelsvolumen des Freistaates ausmachen – mittlerweile hat sich herausgestellt, dass einzelne Komponenten von dort ganze Produktionen lahmlegen können. Hinzu kommt, dass vor allem die steigenden Energiepreise den ansässigen Unternehmen Kopfzerbrechen bereiten – allen voran der für die Region so wichtigen chemischen Industrie.
Der Burghausener Chemiekonzern Wacker bestätigt beispielsweise, dass fast alle Produktionsschritte sehr energieintensiv sind. Damit verbraucht der Standort Burghausen jährlich fast drei Terawattstunden Strom – die Hälfte des weltweiten Bedarfs von Wacker. Der Trostberger Chemiekonzern Alzchem ist klar: „Kraftwerke stillzulegen, ohne zu bauen oder Alternativen zu haben, macht keinen Sinn“. In der Vergangenheit war der Ausbau erneuerbarer Energien zu halbherzig, weshalb nun eine Unterversorgung droht.