„Ich habe keine Lust“: Robert Habeck und der Satz – Meinung

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Klimaschutzminister Robert Habeck ist bekanntlich mit den Gedichten Hölderlins ebenso vertraut wie mit der Jugendsprache der 1970er Jahre. Damals provozierten Jugendliche (erstmals in der SZ für das Jahr 1978 urkundlich erwähnt) Erwachsene mit Äußerungen wie: „Ich habe keine Lust“, weshalb sie als „Generation Nullgeister“ abgestempelt wurden. Im ZDF kündigte Habeck, 52, an, für seine Amtszeit „große Dinge“ zu planen, weil er „keine Lust“ habe, „Minister in einer Regierung“ zu werden, die nichts wagte. Was den Ursprung des Ausdrucks angeht, gibt es eine Theorie, dass „Bokh“ von Rotwelsch entlehnt ist und „Hunger“ bedeutet. Es könnte aber auch sein, dass es auf den Ziegenbock als Folterinstrument anspielt. Tatsächlich ist es vor allem der Bock als Symbol der Fruchtbarkeit (siehe den altägyptischen „Bock von Mendes“), der das Tier längst zum Synonym für „Lust“ gemacht hat. Als solche bleibt die Ziege ambivalent, da einerseits der Mensch ständig fürchten muss, von ihm überholt zu werden (und damit andere – wie der ziegenfüßige Hirtengott Pan – in „PfanneAndererseits strahlt die Ziege eine dionysische Energie aus, die zum Wohle aller genutzt werden muss. Die moderne Gesellschaft hingegen fordert von ihren Mitgliedern heute oft eines: dass jeder seine Ziege im Griff haben muss.