Live-Ticker Corona am 22. Januar: Pandemie in Bayern – Nachrichten aus Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting und dem Berchtesgadener Land

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Der Münchener Virologe Oliver Keppler warnt davor, Omikron als „mild“ zu kennzeichnen.

© MvP Institut/dpa

München/Oberbayern – Das Coronavirus sorgt nach wie vor für Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Region, in Bayern, in Deutschland und weltweit. Die Entwicklungen am Samstag (22. Januar) im Newsticker:

Die Fallzahlen im Überblick:

  • Covid-19-Fälle auf Intensivstationen in Bayern: 338 (Quelle/Stand: DIVI, 22. Januar, 9:05 Uhr)
  • Intensivbettenbelegung ILS Rosenheim: 85,2 % (Quelle/Stand: DIVI, 22. Januar, 9:15 Uhr)
  • Intensivbettenauslastung ILS Traunstein: 75,8 % (Quelle/Stand: DIVI, 22. Januar, 9:15 Uhr)
  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 1072,5, Landkreis Rosenheim 1019,8, Landkreis Traunstein 905,4, Landkreis Berchtesgadener Land 619,8, Landkreis Mühldorf 1063,7, Landkreis Altötting 862,5 (Quelle/Stand: RKI, 22. Januar, 3:22 Uhr)
  • Bisher infizierte Personen: Stadt Rosenheim 9955, Landkreis Rosenheim 40.480, Traunstein 29.739, Berchtesgadener Land 17.239, Mühldorf 18.989, Altötting 15.350 (Quelle/Stand: RKI, 22. Januar, 3:22 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 103, Landkreis Rosenheim 660, Traunstein 314, Berchtesgadener Land 159, Mühldorf 262, Altötting 284 (Quelle/Stand: RKI, 22. Januar, 3:22 Uhr)
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Update, 15.08 Uhr – Virologe: Omicron nicht „mild“ – Krankenhäuser vor neuer Welle

Nach Ansicht des Münchener Virologen Oliver Keppler kontrollieren die deutschen Krankenhäuser hin zu erneut sehr hohen Zahlen von Corona-Patienten. Die Wucht der Infektionswelle werde sich laut dem Wissenschaftler in den Kliniken widerspiegeln. „Eine Verharmlosung von omicron wäre daher fatal, die oft gelesene Einstufung als „mild“ halte ich für äußerst gefährlich“, sagte der Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München der Deutschen Presse-Agentur.

Keppler sieht die Ausgangslage in Deutschland aufgrund des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters der Bevölkerung und der großen Zahl ungeimpfter Menschen schwierig.

„Wir sehen in den USA ein monströses Infektionsgeschehen mit täglich bis zu einer Million Neuinfektionen“, sagte der Vorstand des Max-von-Pettenkofer-Instituts. „In den dortigen Krankenhäusern liegen so viele Covid-19-Patienten wie nie zuvor während der Pandemie, auch die Zahl der Todesfälle ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Das ist alles andere als „mild“.

Update, 13.51 Uhr – Lauterbach: Bestehende Corona-Maßnahmen beibehalten

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich vor der nächsten Runde von Bund und Ländern zur Corona-Lage für eine Beibehaltung der bisherigen Maßnahmen ausgesprochen. Auf die Frage, ob die Ministerpräsidentenkonferenz am Montag verschärft werden solle, sagte der SPD-Politiker am Samstag: „Nein, das rate ich nicht. Ich bin dafür, die bestehenden Maßnahmen beizubehalten, also nicht auszuweiten.“ Eine Lockerung wäre fatal, warnte er. „Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen.“

Sie sind auf dem richtigen Weg und „bereits einen Hügel aus der drohenden Omicron-Mauer zu machen“. „Es mag angesichts der großen Zahlen nicht so aussehen, aber der Aufstieg ist so ziemlich wie vorhergesagt und wird kontrolliert. Ausschlaggebend war, dass wir dank der vergleichsweise strengen Regeln in Deutschland die Verdopplungszeit der Fallzahlen von zwei auf sechs Tage verlängern konnten.“

Dennoch kann eine Überlastung der Intensivstationen, der Krankenhäuser und der Zusammenbruch von Teilen der Infrastruktur noch nicht ausgeschlossen werden.

Update, 13.16 Uhr – Türkgücü gegen 1860 München abgesagt – Corona-Fälle nach Pokalspiel

Das Stadtduell in der 3. Fußball-Bundesliga zwischen Türkgücü und dem TSV 1860 München wurde am Samstag eine gute Stunde vor dem geplanten Anpfiff abgesagt. Im Kader der „Löwen“ sind mehrere Corona-Fälle aufgetreten, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Club mitteilten. Das zuständige Münchner Gesundheitsamt stellte daraufhin die gesamte Mannschaft und den Betreuerstab der Sechziger unter Quarantäne.

Ein Nachholtermin für das Spiel steht noch nicht fest. Auch die geplante Durchführung des nächsten Spiels der „Löwen“ am kommenden Dienstag gegen den 1. FC Kaiserslautern sei „stark gefährdet“, wie der DFB ebenfalls mitteilte.

Die positiven Testergebnisse bei 1860 stehen offenbar im Zusammenhang mit dem DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC am vergangenen Dienstag. 16 Corona-Fälle wurden dem Zweitligisten daraufhin gemeldet. Die Deutsche Fußball Liga hat deshalb das für Sonntag geplante Zweitligaspiel zwischen dem KSC und dem SV Sandhausen abgesagt.

Update, 12.09 Uhr – Inzidenz in Bayern steigt auf über 800 – weniger Intensivpatienten

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiterhin sehr schnell an und liegt mittlerweile über der 800er-Marke. Laut Robert-Koch-Institut lag der Wert am Samstag bei rund 822 – nach 755 am Vortag. Die Berliner Behörden meldeten rund 20.500 neu bestätigte Fälle, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg um 32.

Die fünf Landkreise mit den meisten Infizierten in einer Woche pro 100.000 Einwohner lagen allesamt in Oberbayern. An der Spitze lag weiterhin der Landkreis Dachau mit einem Inzidenzwert von rund 1393 im Freistaat, gefolgt vom Landkreis Erding mit 1341. Laut Divi-Intensivregister lagen 334 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Bayern an Samstag – neun weniger als am Vortag.

Update, 11.18 Uhr – Die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung erhalten

Mindestens die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Fast 41,7 Millionen Menschen (50,1 Prozent) wurden inzwischen geboostet, teilte das Robert-Koch-Institut am Samstag mit. Dies ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omicron.

Mindestens 75,4 Prozent der Bevölkerung (62,7 Millionen Menschen) wurden einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt bis Ende Januar 80 Prozent der Erstgeimpften an.

Mindestens 73,3 Prozent der Bevölkerung (60,9 Millionen) haben laut RKI vollen Grundschutz erhalten. Dies erfordert normalerweise zwei Impfdosen. Noch zählt das RKI Personen, die nur eine Dosis des Johnson & Johnson-Präparats erhalten haben – dies wird aber derzeit geändert. Personen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, sollen künftig erst nach einer zweiten Impfdosis von den 2G-Regeln profitieren – möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna.

24,6 Prozent der Bevölkerung sind derzeit nicht geimpft (20,5 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren gibt es keinen zugelassenen Impfstoff.

Update, 9.51 Uhr – Drei Landkreise mit 7-Tage-Inzidenz über 1000

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in der Region parallel zum landesweiten Trend weiter an. Die Inzidenz in der Stadt Rosenheim, dem Landkreis Rosenheim und dem Landkreis Mühldorf stieg am Samstag erstmals seit Dezember wieder auf mehr als 1.000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Altötting stieg die Inzidenz von Freitag auf Samstag um mehr als 100 Punkte.

Angesichts der hohen Inzidenz ist die Situation auf den Intensivstationen in der Region jedoch relativ entspannt. Im Kreis Rosenheim starben hingegen 14 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, im Stadtkreis Rosenheim gab es vier Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenzen in der Region Südost-Oberbayern in der vergangenen Woche.

© Der Himmel im Südosten

Update, 8.33 Uhr. – Kinderbeauftragte besorgt, Kinder zu Corona-Demos mitzunehmen

Das hat der Ehrenvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe im Blick Kinder zu Corona-Demos mitnehmen betroffen gezeigt. In einigen Fällen könnte es einer sein Kindesgefährdung oder gar Radikalisierung handeln, sagte Rainer Becker der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn von vornherein absehbar sei, dass es Streit geben werde, „dann haben Kinder dort nichts verloren“. Es geht um den Schutz der Gesundheit. Solche Szenen könnten die Kinder auch traumatisieren. Auch wenn eine Eskalation nicht absehbar ist, sich aber eine Demo so entwickeln sollte, müssten die Eltern mit ihren Kindern weg.

Auch Botschaften wie „Der Staat ist böse, er will uns vergiften. Die Polizei ist böse, die kommen mit Schlagstöcken oder Pfefferspray“ könnten dazu beitragen, dass aus Kindern radikale Jugendliche oder junge Erwachsene werden, warnte Becker. „Kinder sollten nicht zu Jasagern erzogen werden, aber auch nicht zu Staatsfeinden.“

Der ehemalige Polizeidirektor berief sich auf Paragraph 171 des Strafgesetzbuches. Deshalb sei „Die Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ist strafbar“. Dies sollte bereits offiziell verfolgt werden. Laut Gesetz müssten Polizisten die Identität von Kindern feststellen, wenn sie den Eindruck hätten, dass sie benutzt würden.

RKI registriert 135.461 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 772,7

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eines deutlicher Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit wieder ein Maximalwert.

Das RKI gab den Wert an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 772,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag lag der Wert bei 706,3. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten sich innerhalb eines Tages beim RKI 135.461 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards um 05:01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es noch 78.022 Infektionen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, auch weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

Deutschland waren nach den neuen Informationen 179 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vor einer Woche waren es noch 235 Tote. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI 8.596.007 Infektionen mit Sars-CoV-2 gezählt. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen unentdeckt bleiben.

Die Zahl der innerhalb von sieben Tagen in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56).

Das RKI gab die Zahl der Genesenen am Samstag mit 7.206.100 an. Die Zahl der Menschen, die an einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 starben oder daran beteiligt waren, stieg auf 116.664.

bcs/nt/dpa