Naturschutz – Hamburg – Deutsche Stiftung Wilde Tiere kritisiert Habecks Pläne – Wissen

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Hamburg (dpa) – Die Pläne von Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) zum Ausbau der Windenergie sind bei der Deutschen Wildtierstiftung auf Kritik gestoßen. Die Ziele des Ministers würden mit dem Artenschutz kollidieren, teilte die Stiftung am Mittwoch in Hamburg mit. „In Deutschland fallen jährlich rund 250.000 Fledermäuse und Tausende Greifvögel Windkraftanlagen zum Opfer“, sagte der Stiftungsvorstand Klaus Hackländer. Das belegt eine Studie aus dem letzten Jahr.

Zu den besonders gefährdeten Arten zählten die Abendsegler – eine Fledermausart – und Greifvögel wie Rotmilan, Schreiadler, See- und Steinadler sowie der seltene Schwarzstorch. Klimaschutz und Artenschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Wildtier Stiftung fordert unter anderem den Bau von Windkraftanlagen in Wäldern, an Waldrändern oder in Naturschutzgebieten. Vor dem Bau der Anlagen sollten die Betreiber sicherstellen, dass Naturschutzziele der Nutzung der Windenergie nicht entgegenstehen. Für Windkraftanlagen soll es keine Ausnahme vom Bundesnaturschutzgesetz geben, das das Töten von Wildtieren besonders geschützter Arten verbietet.

Habeck hatte die Windkraft an Land am Dienstag als „Packpferd“ der Energiewende bezeichnet. Der Ausbau soll massiv beschleunigt, Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen verkürzt werden. Laut einem Papier des Ministeriums wird bis 2030 eine installierte Leistung von mehr als 100 Gigawatt Windenergie an Land benötigt. Berücksichtigt man in den nächsten Jahren auch den Rückbau älterer Anlagen, wäre dies mehr als eine Verdoppelung der aktuell installierten Leistung.

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