Pforzheimer Vesperkirche begrenzt Lieferservice auf 50 Essen: Im Notfall kommt Essen nach Hause – Pforzheim

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Pforzheim. Für ganz dringende Notfälle haben sich die Ehrenamtlichen der Vesperkirche etwas einfallen lassen: Seit Sonntag liefern sie das warme Essen, die Brotzeittüte mit Brot, Aufschnitt, Getränk und Süßigkeiten direkt in die Wohnung von Menschen, die es sonst tun müssten ohne es. Dieses Extra unterstützt die PZ-Aktion „Menschen in Not“. Sie stellt insgesamt 30.000 Euro für die Vesperkirche 2022 zur Verfügung. Gleich zum Auftakt am Sonntag wurden 290 Mahlzeiten eingenommen. Im Jahr zuvor waren es zu Beginn noch 220 Essen gewesen. Diese Zahl steige am Ende meist auf rund 400 Essen, erklärt Thomas Lutz, Vorsitzender des Vereins Ökumenische Vesperkirche Pforzheim.

Allerdings auch dieses Jahr wieder nur zur Abholung unter 2G-Bedingungen, weil Corona das Zusammensitzen zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie verhindert hat. Doch nicht alle Stammkunden der Vesperkirche legen die beschwerliche Anreise, das geduldige Anstehen und den Rückweg auf sich. Sozialarbeiterin Sarah Spohn vom Arbeitsamt kennt drei ältere Frauen, denen das Geld für den Bus fehlt, die aber aufgrund ihrer starken Mobilitätsprobleme die Fahrt nicht antreten konnten. Bei der Grundsicherung, dem Jobcenter oder der Krankenversicherung sind die Frauen auf Hilfe angewiesen. 20 Personen stehen auf der Liste derer, die nun von der Diakonie mit Hilfe von ehrenamtlichen Fahrern versorgt werden.

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Auch Gieso Wege, Sozialarbeiter der Obdachloseneinrichtung Wichernhaus, will viermal pro Woche (montags, donnerstags, samstags und sonntags) eine warme Mahlzeit für insgesamt 20 Frauen und Männer in die Siedlung Eutinger Tal bringen. Das solle aber immer die Ausnahme sein, erklärt Lutz. Denn die Idee, an einem Ort zusammenzukommen, soll nicht ganz aufgegeben werden. Einen solchen Service konnten die Helfer nur bedingt leisten. Und so bedeutet es für die überwiegende Mehrheit der Menschen, jeden Tag auf Essen zu warten. Diakonie-Sozialarbeiter Uwe Riehl und zwei weitere Kollegen haben abwechselnd ein offenes Wort für ihre Anliegen. An der Stadtkirche gebe es keine Impfmöglichkeit wie an der Vesperkirche in Stuttgart, wohl aber am Freitag, 28. Januar, bei der Diakonie in der Altstädter Straße, erklärt Riehl.