ROMY 2022: Bully Herbig, nominiert in der Kategorie Show, Entertainment

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Wenn der Name Michael Herbig genannt wird, kann es sein, dass einige Österreicher Zuordnungsprobleme haben. Fügt man noch den Spitznamen Herbigs hinzu, heißt es vermutlich sofort: „Oh, der Rüpel … Sag das doch gleich!“

Ab 1997 wurde alles, was Michael „Bully“ Herbig anfasste, zu Comedy-Gold. Damals startete der Münchner mit seinen Partnern Christian Tramitz und Rick Kavanian durch ProSieben mit der Sketch-Serie „Die Bullyparade“.

Zunächst waren die Einschaltquoten überschaubar, doch nach Adaptionen des Konzepts und dem Kinofilm „Der Schuh des Manitou“ stieg Bullys Popularität schnell in schwindelerregende Höhen. Mehr als 11,7 Millionen Zuschauer in Deutschland wollten den Westernklatsch sehen, was die „Winnetou“-Parodie zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm seit „Otto – Der Film“ machte.

Herbig und seine Freunde ließen die „Bullyparade“ auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs im Jahr 2002 hinter sich – doch einige Charaktere aus den Sketchen lebten weiter – äußerst erfolgreich.

„(T)Spaceship Surprise – Period 1“ folgte 2004. Herbig, Tramitz und Kavanian belegen mit ihrer schrägen „Star Trek“-Parodie immer noch den zweiten Platz in der ewigen Bestenliste der deutschen Kinofilme – hinter dem „Schuh des Manitou“. Natürlich.

„Sisi!“ „Franz!“

2007 folgte Bully mit „Lissi and the Wild Emperor“. Die Skizzen aus der „Bullyparade“, in der die legendären „Sissi“-Filme parodiert wurden („Wechseljahre einer Kaiserin“), wurden von Herbig zu Animationsfilmen umgesetzt. Die Stimmen kamen vom bewährten Comedy-Trio.

Der vielbeschäftigte Komiker war in zahlreichen weiteren Synchronrollen zu hören, führte aber auch weiterhin Regie bei eigenen Werken („Wickie und die starken Männer“). 2017 gab es ein weiteres Comeback der „Bullyparade“ – als Kinofilm.

Kein Lachen

Herbig will sich nun stärker auf andere Genres konzentrieren. Die fröhliche Art lässt ihn nicht ganz los. Als Moderator der Comedy-Serie „LOL – Last One Laughing“ feiert er seit 2021 Erfolge mit Lachen und Einschaltquoten Amazon Prime. Das Konzept: Zehn Comedians müssen sechs Stunden gemeinsam in einem Studio verbringen. Ihre einzige Aufgabe ist es, so lange wie möglich nicht zu lachen. Klingt einfach, wird aber dadurch erschwert, dass die Teilnehmer (Anke Engelke, Martina Hill, Klaas Heufer-Umlauf ua) Profis darin sind, andere zum Lachen zu bringen. Und wenn du lachst, wirst du rausgeschmissen.

Das Erstaunliche daran: Sie glauben gar nicht, wie befreiend es sein kann, vor dem Bildschirm laut loslachen zu können, wenn andere das unter keinen Umständen dürfen.

Wie es zum „Bully“ kam

Michael Herbig wurde am 29. April 1968 in München geboren. Seinen Spitznamen Bully bekam er schon in der Schule. Sein Lehrer wollte die vielen Michaels in der Klasse namentlich identifizieren. Denn ohne das Trikot seines Lieblingsvereins, des FC Bayern München, war der kleine Junge kaum zu sehen und nutzte Ende der 1970er-Jahre in Anlehnung an einen Sponsor, einen Lkw-Hersteller, den Slogan „Die Bullen kommen“ und Irgendwann nannte ihn sein Lehrer einfach Bully.

Nach der Schule machte Bully, der eigentlich Filmemacher werden wollte, eine Ausbildung zum Fotografen. Unterrichten, das Wort zumindest beruhigte die alleinerziehende Mutter. Der Wunsch, später an der Filmhochschule aufgenommen zu werden, wurde nicht erfüllt.

Herbig gründet eine Firma für Ansagetexte auf Anrufbeantwortern. Viel Geld brachte es nicht aufs Konto, aber immerhin wurde ein Münchner Radiosender auf ihn aufmerksam und engagierte den Joker. Schließlich nahm er 800 Folgen für die erfolgreiche Hörspielkomödie „Bayern-Cops“ auf – mit Christian Tramitz und Rick Kavanian. Und so nahm die lustige Parade der „Bully“ ihren Lauf.