Schwere Vorwürfe gegen die Polizei durch Veranstalter – Regensburger Nachrichten

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Schwere Vorwürfe gegen die Polizei durch Veranstalter – Regensburger Nachrichten

Nach der Klimademo in der vergangenen Woche erhebt die Regensburger Ortsgruppe Fridays for Future nun Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte. Vier Aktivisten wurden während einer unangekündigten Kunstveranstaltung kurzzeitig festgenommen.

Festnahmen im Rahmen des globalen Klimastreiks am 25. März sollen zu Fehlverhalten von Einsatzkräften geführt haben. Fridays for Future Regensburg erhebt in einer öffentlichen Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die eingesetzten Beamten.

Großes Polizeiaufgebot sorgt für Erstaunen

Am 25. März fand der globale Klimastreik von Fridays for Future Regensburg unter dem Motto #PeopleNotProfit statt, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot. Schon in ihrer ersten Stellungnahme zeigten sich die Organisatoren der Veranstaltung überrascht, dass eine Demo, die überwiegend von Schülern organisiert und durchgeführt wird, von Polizisten in voller Montur begleitet werden soll.

Unangekündigte Kunstaktion

Bei einer Zwischenkundgebung südlich der Nibelungenbrücke in Regensburg versuchten vier Aktivisten der Gruppe, eine unangekündigte Kunstaktion durchzuführen. Sie trugen weiße Schutzanzüge und Drucksprüher, die laut Fridays for Future mit selbst hergestellter Sprühkreide aus Rote-Bete-Saft und Stärke gefüllt waren. Ziel der Aktion war es laut Organisation, den Übergang vor der Nibelungenbrücke mit der Aufschrift „EXIT FOSSIL BUELS“ zu bemalen. Fridays for Future bestätigt aber auch, dass diese Kunstaktion nicht mit den Versammlungsleitern abgesprochen und nicht vorab dem Ordnungsamt oder der Polizei mitgeteilt wurde.

Aggressive Verhaftung und Androhung von Gewalt?

Bevor die vier Aktivisten die Kreuzung überhaupt erreichen konnten, wurden sie laut Fridays for Future von der anwesenden Bereitschaftspolizei angehalten und zu Boden geworfen. Während die Demonstranten schnell kooperierten und versuchten, die Situation zu beruhigen, nahm die Polizei einen der Festgenommenen fest. Laut Fridays for Future wurde er bei dem Versuch, sich zu erklären, von einem Bereitschaftspolizisten mit den Worten „Geh einen Schritt weiter und ich schlage dich zusammen, bis du nicht mehr aufstehst“ bedroht. Daraufhin fesselten die Einsatzkräfte die Hände des Aktivisten mit Kabelbindern auf dem Rücken und führten ihn ab, heißt es in einer Mitteilung von Fridays for Future. Als Grund gab die Polizei nach Angaben der Organisatoren lediglich die Abwehr weiterer Aktionen an, da die gefesselte Person erwähnte, dass dort weitere Farbbehälter stünden.

Keine Entspannung der Situation

Doch auch nachdem der Aktivist abgeführt und die Personalien der anderen Beteiligten ermittelt worden waren, entspannte sich die Lage laut dem Bericht der Klimaaktivisten nicht. Die Container wurden zur chemischen Analyse eingesammelt, weil angenommen wurde, dass die Container anstelle von flüssiger Rote-Bete-Kreide gefährliche Chemikalien enthalten könnten. Dass die Aktivisten immer wieder betonten, die Farbe sei essbar, wurde laut Fridays for Future ignoriert. Anstatt von der Polizei nach dem Einsammeln der Container freigelassen zu werden, wurden die verbleibenden Aktivisten nach Angaben der Organisation weiter inhaftiert. Laut Fridays for Future war die einzige Anklage, die die Polizei jemals gegen die Demonstranten erhoben hat, „Störung der Versammlung“, was ein Vergehen ist. In den Augen von Fridays for Future würde der Vorwurf jedoch in keiner Weise das Vorgehen der Polizei rechtfertigen. Die Beamten fragten die Versammlungsleiter auch nie, ob es eine Störung in der Versammlung gegeben habe.


Fridays for Future Regensburg / RNRed