So gelingt Inklusion: Anlaufstellen für Arbeitgeber – Regensburger Nachrichten

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So gelingt Inklusion: Anlaufstellen für Arbeitgeber – Regensburger Nachrichten

Arbeitgeber in der Oberpfalz sollen künftig von einheitlichen Anlaufstellen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen profitieren. Dies soll ihnen die Suche nach geeigneten Mitarbeitern mit Behinderungen erleichtern und ihnen eine professionelle Beratung ermöglichen.

Das Teilhabestärkungsgesetz ist ein klares Signal für noch mehr Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Arbeitgebern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Da sie aber oft nicht wissen, an welche Stelle sie sich bei der Suche nach geeigneten Bewerbern wenden sollen, wurden für sie „Einheitliche Anlaufstellen für Arbeitgeber“ – kurz EAA – eingerichtet.

Starke Partner

Diese Aufgabe wird bayernweit von den Fachdiensten Integration wahrgenommen – in Regensburg der Integrationsfachdienst (ifd) Oberpfalz der Katholischen Jugendhilfe. Dies ist ein starker Partner des ifd Inklusionsbüro im Bayerischen Landeszentrum für Familie und Soziales. Sie unterstützt Arbeitgeber finanziell bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen.

Günther Lange, Leiter der Regionalstelle Oberpfalz Zentrum Bayern Familien und Soziales (ZBFS), und der Leiter des Katholischen Jugendamtes Regensburg, Michael Eibl, unterzeichnen den Vertrag zur Einrichtung der Einheitlichen Anlaufstelle für Arbeitgeber beim ifd Oberpfalz. Alle sind sich einig: Es ist eine gute Entscheidung des Sozialministeriums, bei den Integrationsdiensten die zentralen Anlaufstellen für Arbeitgeber in Bayern anzusiedeln.

Arbeitgeber brauchen Kontakte

„Arbeitgeber sagen uns immer wieder, dass sie gerne mehr Schwerbehinderte einstellen würden, haben aber Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Es gibt zwar eine Vielzahl von Diensten, aber auch unterschiedliche Zuständigkeiten“, erklärt Günther Lange. Arbeitgeber wissen oft nicht, ob die Agentur für Arbeit, der Rehabilitationsträger oder das Inklusionsbüro der ZBFS die richtigen Ansprechpartner sind. „Der Single Point of Contact für Arbeitgeber wurde genau dafür geschaffen, diese Beschäftigungshürden zu überwinden“, so Lange weiter. „Die Mitarbeiter der EAA sprechen mit Arbeitgebern und stehen ihnen als unabhängige Ratgeber bei Fragen zu Ausbildung, Rekrutierung, Karriereförderung und Arbeitsplatzsicherheit zur Verfügung.“

Beratung zu Finanzierung und Unterstützung

Das Inklusionsbüro hat den Integrationsfachdienst Oberpfalz mit Strukturverantwortung beauftragt, Arbeitgeber und Schwerbehinderte mit der einheitlichen Anlaufstelle zu unterstützen. Dabei nutzen sie vorhandene Strukturen und Kompetenzen. „Wir freuen uns sehr darüber“, sagt der Leiter des ifd Oberpfalz Vladislav Perkov, „die Kollegen Martin Schmid, Matthias Schiessl und Andre Nickley haben sich mit großem Engagement der neuen Aufgabe angenommen. Sie haben nicht nur die Probleme und Unsicherheiten im Blick Unternehmen bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung, sind Experten bei Fragen zu Finanzierung und Fördermöglichkeiten und unterstützen Arbeitgeber bei der Antragstellung bei den zuständigen Dienstleistern.“ Und damit der regionale Arbeitsmarkt Oberpfalz wirklich von der EAA profitiert, werden die Integrationsberater ihre Netzwerke weiter ausbauen und pflegen, erklärt Martin Schmid, Koordinator der Einheitlichen Anlaufstelle für Arbeitgeber (EAA) Oberpfalz.

Anwendung auf die Arbeitsplatzgestaltung

Im Auftrag des Inklusionsbüros beim Bayerischen Landeszentrum für Familie und Soziales nehmen die Bayerischen Integrationsfachdienste Aufgaben nach § 193 Abs. 2 Nr. 9 SGB IX auf Grundlage einer Rahmenvereinbarung wahr. Damit erfüllen sie bereits die gesetzlichen Voraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb der EAA in § 185a Abs. 3 und 4 SGB IX. Das Know-how für die neue Aufgabe haben sie zweifellos, denn sie verfügen über langjährige, sehr gute Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und sind in der Region gut vernetzt. Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen wollen, wenden sich bitte an die Einheitliche Anlaufstelle. Sie klären für sie auf, welche Dienstleister zuständig sind und unterstützen Arbeitgeber von der Bewerbung bis zur Arbeitsplatzgestaltung für schwerbehinderte Mitarbeiter. Michael Eibl, Leiter der Katholischen Jugendhilfe, ist dankbar, dass Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner die bayerische Integration stärkt und Arbeitgebern noch mehr Aufmerksamkeit schenken: „Die Einheitlichen Ansprechpartner sind gute Partner für Arbeitgeber, die einen Beitrag zu einem integrativen Arbeitsmarkt leisten.“


Katholische Jugendhilfe des Bistums Regensburg e. V. / RNRed