Technik – Koch-Apps erleichtern das Leben – Wissen

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Hannover/Goslar (dpa/tmn) – Es gibt viele Gründe, den Backofen oder Herd zu Hause anzuwerfen: Selber kochen macht Spaß, ist gesund und günstiger als ständig auswärts essen zu gehen oder zu bestellen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die wenig oder gar nicht kochen. Wieso den?

„Regelmäßig kochen – das muss in den Alltag passen“, sagt Nora Karrasch. In ihrer täglichen Arbeit arbeitet die Ernährungswissenschaftlerin immer wieder mit Menschen zusammen, die nie kochen gelernt haben oder es einfach nicht mit ihrem neuen Job oder ihren Kindern vereinbaren können.

Laut Karrasch kann eine Koch-App die Komplexität des Kochens reduzieren. Zum einen, weil es meist tausende Rezepte direkt zugänglich macht. Zum anderen, weil es Filterfunktionen bietet, die dabei helfen, genau das zu finden, was man braucht. Gerade für Menschen ohne viel Erfahrung in der Küche ist genau das wichtig.

André Kramer vom Fachmagazin „c’t“ hat einige der unzähligen Koch-Apps auf dem Markt unter die Lupe genommen: „KptnCook“, „Chefkoch“, „Licker“, „Eat Smarter“, „Kitchen Stories“ und „Seven Köche“. Wer auf der Suche nach Koch-Apps ist, wird unweigerlich über diese Kandidaten stolpern. Nora Karrasch empfiehlt außerdem „Eat Smarter“ und „Kitchen Stories“.

Quantität oder Qualität?

Kramer merkte schnell, dass Konzept und Ausrichtung der verschiedenen Apps sehr unterschiedlich sind. Deshalb gab es für ihn keinen Testsieger. Welche App die beste ist, hängt einfach davon ab, was Sie brauchen.

Gute Beispiele sind „KptnCook“ und „Chefkoch“. Während „KptnCook“ täglich nur drei neue Rezepte veröffentlicht, bietet „Chefkoch“ über 350.000 Rezepte. „Bei „Chefkoch“ gibt es Hühnersuppen aus aller Welt. Aber aus dieser Vielfalt muss ich mir selbst aussuchen, was ich brauche“, erklärt Kramer.

Bei „KptnCook“ hingegen bekommt man von Foodbloggern und Köchen kuratierte Rezepte – modern, meist aus ähnlichen Kochstilen: „Superfood, Fusion, Vegan – viel Tofu, viel Asiatisch, oft gerieben mit Zitronenzesten“, sagt Kramer. Das Konzept macht „KptnCook“ vor allem zu einer Quelle der Inspiration. „Chefkoch“ hingegen ist die richtige App, wenn Sie etwas ganz Bestimmtes suchen.

Die „Lecker“-App, ein Produkt des gleichnamigen Magazins, ist ein Mittelweg zwischen „KptnCook“ und „Chefkoch“. „Lecker“ verfügt außerdem über eine große Rezeptdatenbank mit über 60.000 Koch- und Backideen. Doch während die Rezepte von Chefkoch von Mitgliedern der Community hochgeladen werden, stammen die leckeren Rezepte aus unserer eigenen Testküche. Hier ist, wie auch bei „KptnCook“, die Auswahl streng.

Vegan, low carb oder glutenfrei?

Filterfunktionen in den Apps helfen beispielsweise dabei, vorhandene Lebensmittel sinnvoll zu nutzen. „Ich habe eine Zucchini, die weg muss, also suche ich nach Zucchini-Rezepten“, sagt Kramer. Filter sind ein wichtiger Vorteil von Koch-Apps. Damit können Sie gezielt nach Rezepten suchen, die zur Bestandssituation oder Ihren eigenen Essgewohnheiten passen. Sie filtern einfach nach bestimmten Zutaten oder Kochstilen oder schließen andere bewusst aus.

„In den meisten Apps gibt es die Möglichkeit, explizit nach vegetarischen und veganen Rezepten zu suchen“, sagt Kramer. „Seven Cooks“ https://www.sueddeutsche.de/wissen/ „Eat Smarter“ hat zum Beispiel einen besonderen Fokus auf die vegane und vegetarische Küche und hat verschiedenste Kategorien, die dabei helfen sollen, sich gesund zu ernähren: wie z kohlenhydratarm, ballaststoffreich oder glutenfrei. Durch die unterschiedlichen Kategorien sind sowohl „Seven Cooks“ als auch „Eat Smarter“ besonders übersichtlich und einfach zu navigieren.

Nora Karrasch lobt das große Angebot an vegetarischen und veganen Rezepten in den verschiedenen Koch-Apps: „Die Deutschen essen zu viel Fleisch. Maximal 600 Gramm pro Woche werden empfohlen, aber der deutsche Durchschnitt liegt bei einem Kilo.“ Die Ernährungswissenschaftlerin nutzt Koch-Apps als Inspirationsquelle und Anschauungsmaterial für Kunden, denen fleischloses Kochen nicht so recht liegt.

Klar und prägnant

Neben den Filterfunktionen haben Apps herkömmlichen Kochbüchern noch etwas voraus: keine Platzbeschränkung. Dadurch ist es möglich, die Rezepte und deren Anleitungen detailliert zu bebildern. Hier sticht laut Kramer besonders „KptnCook“ positiv hervor: „Die Rezepte sind einfach nachzukochen, auch für Anfänger“.

Die „Kitchen Stories“-App geht sogar noch einen Schritt weiter und liefert neben Rezepten auch zahlreiche Tipps zu Kochtechniken und Hintergrundinformationen zu Gerichten. „Das ist wie eine kleine Weiterbildung für Hobbyköche“, sagt Kramer. Umgekehrt hilft die App auch Anfängern bei den ersten Schritten in der Küche.

Was kosten Koch-Apps?

Alle genannten Koch-Apps finanzieren sich zunächst über Werbung und/oder Product Placement. Das bedeutet, dass Sie sie grundsätzlich kostenlos nutzen können. Für den vollen Funktionsumfang der jeweiligen Apps müssen Sie sich jedoch in der Regel registrieren. Je nach App können Sie dann beispielsweise Rezepte speichern oder sich in der Community austauschen. Zudem verfügen die meisten Apps über kostenpflichtige Premium-Funktionen, wie zum Beispiel individuelle Wochenpläne.

Letztlich geht es darum, die passende App für den eigenen Wissensstand und die persönlichen Bedürfnisse und Prioritäten zu finden. Koch-Apps seien jedenfalls eine unkomplizierte Möglichkeit, auf den Geschmack von Kochen und gesunder Ernährung zu kommen, sagt Ernährungswissenschaftlerin Nora Karrasch. Dennoch: „Es gibt nie eine Garantie, dass wir mit einer Koch-App gesünder leben.“

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