„Wir wissen nicht, wie das passieren konnte“: Weitere Corona-Fälle bei deutschen Handballern vor dem EM-Spiel gegen Polen – sport.de

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Die Burg, die so majestätisch über der Stadt Bratislava thront, war für deutsche Handballer tabu. Sightseeing oder Stadtbummel – keine Chance. Die DHB-Auswahl unterlag seit Anfang des Jahres strengen Hygienemaßnahmen und setzte diese auch bei der EM in der Slowakei weit über die hiesigen Regeln hinaus um.

Alles Erdenkliche sei darauf ausgerichtet, dass sich die Menschen so sicher wie möglich fühlen, heißt es immer wieder von Beteiligten. Doch auch die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason war vor der Corona-Welle nicht gefeit. Zuerst traf es Julius Kühn, dann folgten Kai Häfner, Luca Witzke, Lukas Mertens, Timo Kastening und Andreas Wolff, wobei der nachträglich für Kühn nominierte Hendrik Wagner offenbar bereits Corona-positiv ankam. „Wir wissen nicht, wie das passieren konnte“, sagte Gislason, „wir waren immer sehr vorsichtig.“

Kritisch betrachtet wurde Ungarn, wo erst im Laufe des Turniers in den vollbesetzten Arenen eine Maskenpflicht eingeführt wurde. In Bratislava, wo die Organisation besser zu funktionieren schien, fühlten sich die Menschen sicher. Und das, obwohl die Polen, die im selben Hotel wie die Deutschen hausieren, kurz nach ihrer Ankunft fünf Infektionen melden mussten. Doch durch die Unterbringung auf verschiedenen Stockwerken schien die notwendige Abgrenzung gegeben.

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„Du solltest keine Angst haben“, sagte Kastening am Sonntag nach dem letzten Spiel gegen Österreich. „Die Situation ist jetzt so und wir müssen das Beste daraus machen.“ Auch er musste zwischenzeitlich vom Mannschaftshotel in die Quarantäneunterkunft umziehen. Wie die anderen betroffenen Spieler hätte er keine oder kaum Symptome.

Aufgrund der Corona-Situation holte Bundestrainer Gislason fünf erfahrene Ersatzspieler.Foto: Marijan Murat/ dpa

Keine weiteren Anforderungen an Ansprechpartner

Den Infizierten erwartet nun eine fünftägige Isolation, gefolgt von zwei negativen PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden, wieder gespielt werden kann, wobei der DHB einen eigenen Kardiologen einfliegen will, um den Gesundheitszustand der Spieler vorher zu untersuchen.

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Das Hygienekonzept der European Handball Federation (EHF) sieht keine weitergehenden Vorgaben für die Kontaktpersonen vor. Alle negativ Getesteten dürfen trotz gemeinsamer Zeit im Hotel und in der Halle spielen. Insofern wird heute Abend um 18 Uhr (ZDF) das Spiel gegen Polen angepfiffen, wobei noch nicht klar ist, welche Namen für beide Mannschaften am Ende auf dem Spielberichtsbogen erscheinen werden.

Die ersten Infizierten konnten zum deutschen Gruppensieger-Gegner zurückkehren, Johannes Bitter, Paul Drux, Fabian Wiede, Sebastian Firnhaber und Rune Dahmke wurden selbst eingeflogen, ihr Einsatz muss aber erst durch einen PCR-Test abgeklärt werden.