Abgeordnete des Landtages stehen für Fragen und Antworten zu wichtigen Frauenthemen – der Region zur Verfügung

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Nordschwarzwald. Rund 200 Tage nach der Wahl des 17. Landtags von Baden-Württemberg suchen der Paritätische Regionalverbund Nordschwarzwald und seine Mitgliedsorganisationen beim Fachforum Sozialpolitik den Austausch mit den gewählten Landtagsabgeordneten aus den Wahlkreisen Calw, Enzkreis, Freudenstadt und Pforzheim , oder kurz SoFa. Aus Pandemiegründen konnten die Beteiligten nicht wirklich auf dem Sofa Platz nehmen, sondern trafen sich digital.

In der zweistündigen Veranstaltung beantworteten Stefanie Seemann (Die Grünen / Enzkreis) und Professor Erik Schweickert (FDP / Enzkreis) Fragen von sieben Vertretern paritätischer Mitgliedsorganisationen zu Themen wie: die prekäre gesundheitliche Situation von Schwangeren und Sexarbeiterinnen aufgrund von Mangel an medizinischer Versorgung und finanzieller Unterstützung, die Forderung nach einer sicheren Finanzierung von Frauenhäusern und freiem Zugang und Schutz für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die große Wohnungsnot.

„Seit 2020 gibt es kein Angebot für Frauen in der Region Pforzheim und Enzkreis, eine Frühschwangerschaft abzubrechen“, sagt Edith Münch, Geschäftsführerin von pro familia Pforzheim. Die große Versorgungslücke für Frauen und Familien in der Region führt zu einer schlechteren Gesundheitsversorgung, zu weiteren Benachteiligungen und zu einer verschlechterten Lebenssituation. Die Betreuung von Schwangeren durch Hebammen reiche derzeit nicht aus, „Frauen müssen bis zur Geburt oft bis zu 50 Kilometer zurücklegen“, schildert Münch die Situation.

Auch Claudia Jancura, Geschäftsführerin der Aidshilfe Pforzheim, beklagte die mangelnde medizinische Versorgung: „Es fehlt an medizinischer Versorgung, insbesondere für Menschen ohne Krankenversicherung.“ für Rat und Hilfe. Die Betroffenen von häuslicher und sexueller Gewalt und Zwangsprostitution sowie von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung würden bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention in Vergessenheit geraten, so Jancura. „Wir brauchen für diese Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung, ausreichend Unterkunft und eine nachhaltige Finanzierung der Beratungsangebote.“